Ich hab mal ein paar Wochen auf einem Reiterhof gearbeitet und nen kleinen Einblick von Hunden die diesen Alltag leben oder zumindest kurzzeitig mitgemacht haben.
Ich hab damals Susi mit genommen, sie war ein West Highland Terrier. Auf dem Hof dabei waren noch ein Chihuahua, ein Schäfer-Collie Mix und ein Jack Russell Terrier, ab und an auch mal Cattle Dogs.
Es ist da echt von Vorteil wenn der Hund eher unkomplizierter und nett ist.
Der Chi war winzig ( 2 Kilo) und überall dabei. Wegen der Größe hat er mit auf den Traktor gepasst und zur Not konnte er einfach kurz auf den Arm. Er bekam jedoch zum Schlafen ( war ein kleiner Stresskeks mir Gesundheitsprobs) immer wieder ne Auszeit zum Schlafen und futtern in einer zum Gestüt dazu gehörigen Unterkunft ( Frauchen hat dort ihre Ausbildung gemacht und dort eine Wohnung, ist natürlich praktisch aber geht nicht überall).
Der "Große" hatte sich zur Auszeit seinen Platz auf den Hof gesucht und schlafen gelegt. Wenn mal was war, hat er kurz gemeldet und ggf Besuch begleitet, hat aber nichts gejagd und war immer nett.
Der Jack Russell war immer mit bei Frauchen, jedoch eher selten aufm Hof.
Susi blieb immer bei mir und wenn grad nichts besonderes los war, hat sie sich in meiner Nähe hin gesessen oder hin gelegt und das Hofgeschehen beobachtet. Wenn sie mal nicht mit konnte kam sie ins Reiterstübchen, dort konnte sie bissl entspannen ( Leere Box oder anbinden hab ich übrigens auch versucht, aber so ist sie überhaupt nicht zur Ruhe gekommen und hat sich echt nicht wohl gefühlt. War also echt froh über das Stübchen ^^).
Die Cattles waren entweder beim Besitzer, irgendwo auf Seite geparkt oder nicht dabei.
Auf nem anderen Hof gab's einen größeren Mischlingsrüde ( weiß nicht mehr was es für einer war). Der war nicht immer so nett und war mit Maulkorb angebunden.
Man sieht also : Es ist quasi Voraussetzung dass der Hund entweder Hoftreue hat, oder in der Nähe des Besitzers bleibt und bei Bedarf einen Wohlfühlraum hat.
Und es spielt einem echt in die Karten wenn der Hund nett ist, nicht jagd und nicht schützt. Anschlagen ist okay, mehr ist unpraktisch ( je nachdem was für ein Hof es ist, gibt ja Höfe mit mehr und weniger "Betrieb").
Mit der Mischung die du hast wird das... Spannend.
Da ist eine sehr eigenständige und Jagdtriebige Rasse drin, und zwei mit Schutztrieb, ein Gebrauchshund.
Als einzelne Rasse maximal ne Idee gewesen wäre der Australian Shepherd.
Häufig angenehme Hunde für ein solches Leben sind bestimmte Terrier oder Hütehunde.
Man sieht aber durchaus auch mal Hovawarte, Windhund, Jagdhunde oder Begleithunde. Also theoretisch geht's, aber es ist einfach nicht die unkomplizierteste Variante ^^
Ein Erwachsener Hund braucht schon Raum für Auszeiten.
Mit einem Welpen nochmal schwieriger. Praktisch wäre sicherlich ein ruhiger Rückzugsort inklusive ihm bekannter Person die aufpasst, oder zuhause fremd betreuen lassen. So lang alleine bleiben wie es nötig wäre, kann er noch nicht.
Und ruhig auf dem Hof rum liegen lassen in der Hoffnung der sucht sich schon sein Plätzchen und pennt, geht auch nicht. Dafür gibt's zu viel worauf man achten muss.
Also muss da erstmal eine Basis rein um sich Stückchen für Stückchen vor Arbeiten zu können.
Und dann nochmal ein Fünkchen Glück dass sich der Hund entgegen seiner Genetik moderat entwickelt.
Ich frag mich ja wie man auf die Idee kommt sowas zu kreuzen 