Wir gesagt - davon ab dass jede Depression anders ist, und jede Person anders ist, und jede Person unterschiedlich gut damit umgehen kann, machts halt auch die schwere.
Bei einer wirklich schweren Depression ist man komplett ausgeknockt. Da kann man sich nichtmal selber versorgen, verliert an Emotionen und Interessen, verliert den Sinn des Lebens und man lebt nurnoch in den Negativsten Gedanken die einem so im Kopf herum spuken. Sowas kann Monate anhalten. Kommt sowas vor - dann geht es nicht ohne jemanden der uU für einen längeren Zeitraum für den Hund einspringen kann.
Solange man nicht an dem Punkt ist, sinds mAn eher mittelgradige Depressionen. Da wirds schon echt anstrengend sich jedes Mal selber in den Arsch treten zu müssen um aufzustehen, den Hund zu füttern, Gassi zu gehen, ihm die Zuneigung und Aufmerksamkeit zu geben die er braucht ( aber, je nach Person kann es auch sein dass genau das kein Problem darstellt, im Gegensatz bspw zur eigenen Körperhygiene, dem eigenen Tagesrythmus, der Berufstätigkeit oä).
Mit ner leichten Form, dürfte es machbar sein.
Und zu dem angesprochenen Fluch und Segen :
Möglichkeit 1 ist, man wächst dran und es tut einem gut. Man ist egal wie schlecht es einem geht fähig sich zuverlässig um den Hund zu kümmern ( mit dem Restrisiko einer heftigen Episode). Dann freut man sich drüber dass der Hund da ist. Dann freut man sich über kleine Fortschritte im Training, über bestimmte Situationen, darüber dass der Hund sein Futter mag, oder oder oder. Sprich : Man wirkt so ein bisschen den Dingen entgegen die eine Depression verursacht - nämlich dem Verlust von Freude, Interesse, Einsamkeit, Struktur. Denn man lernt wieder Dinge über die man sich freuen kann, man hat einen Sozialpartner um sich mit dem man zusammen wächst, man findet weitere Interessen, man braucht eine gewisse Grundstruktur im Alltag um den Hund zu versorgen.
Es kann aber auch sein dass einem die Hürden des Hundehalter Alltags so sehr zusetzen dass sie die Symptome verstärken.
Bspw wenn man draußen Negativ-Erfahrungen mit anderen Hundehaltern sammelt ( was einfach jedem HH passiert), und sich dann vielleicht denkt :,, Ich will nicht raus gehen, weil ich möchte einfach keine blöden Begegnungen mehr. "
Oder dass man es bspw nicht schafft dem Hund das geben zu können was er braucht und man sich dann mehr Vorwürfe macht im Sinne von :,, Weil ich fauler Vollidiot es nicht hinbekomme leidet der Hund/wird vernachlässigt, nur wegen mir."
Da kann man noch ne Menge die hinzufügen.
Auch wenn der Hund bspw krank wird, kann einem das sehr zu setzen. Oder wenn etwas im Training nicht so funktioniert wie man es gern hätte.
Es sind eben die selben Hürden die jeder andere Hundehalter auch hat, mit dem Unterschied eben dass es auf einen psychisch kranken Menschen nochmal andere Auswirkungen hat, und man nie weiß wie die genau aussehen, wenn man es nicht schon weiß. Grade wenn man noch nie einen Hund hatte, kann man sich total verschätzen.
Evtl ist es hilfreich zu schauen auf welchem Stand man psychologisch grade ist, welche Strategien man hat um in schlimmeren Phasen noch halbwegs kllar zu kommen, und erstmal Zeit mit Tieren zu verbringen um zu schauen welche Wirkung es hat.
Man könnte bspw im Tierheim erstmal ehrenamtlich Gassi gehen, oder einen Hund im Bekannten-/Freundeskreis oä sitten. Und dann im Hinterkopf behalten dass man das mit einem eigenen Hund eben nicht nur hat wenn man grade Lust drauf hat, sondern immer.
Und ganz wichtig ist es finde ich, dass man einen Hund wählt der nicht zu sensibel ist, denn der leidet wie angesprochen mit dem Besitzer mit.
Während ein diesbezüglich robusterer oder eigenständigerer Hund da noch eine gesündere Distanz behält.
Was Stimmungsschwankungen und Co betrifft :
Es gibt Medikamente die das eindämpfen/stabilisieren können. Allerdings muss man erstmal schauen ob das für einen selbst eine Option ist, und etwas finden dass einem auch hilft. Da muss auch jeder individuell schauen, weil Medikament xy bei Patient 1 wirken kann, bei Patient 2 hingegen garnicht und bei Patient 3 es sogar verschlimmern kann. Dafür ist jedoch natürlich der Psychiater zuständig, und kein Hundeforum.
Ich habe selber immer wieder Depressionen und noch ne andere psychische Erkrankung ( die ich jedoch aufgrund des Bildes das diese Krankheit in der Öffentlichkeit hat, nicht nennen werde).
Mir helfen Hunde.
Mir geben Hunde Stabilität.
Mir hilft es, Verantwortung zu übernehmen.
Allerdings kenne ich auch das Leben ohne Hund kaum, bin medikamentös eingestellt und sehe die Hunde nicht als Therapeuten.
Bei Einzug, hab ich sicher gestellt dass ich stabil bin, und ich achte drauf dass ich das auch bleibe. Ich hab regelmäßig Termine beim Psycho-Arzt und im Zweifel könnte jemand einspringen.
Aber nur weil es mir hilft, empfehle ich das nicht weiter. Ich kenne bspw auch Menschen die Depressionen oder andere Probleme haben, und die Tiere dafür zurück stecken müssen, oder auf kurz oder lang woanders leben ( bspw bei den Eltern).