Ich hab jetzt nicht jede Seite gelesen.
Allerdings sind hier sowohl Le Schnauz, als auch unsere Omi sehr Knurrige Hunde, in unterschiedlichen Situationen.
Lilo käme nie auf die Idee mir zu drohen, zumindest gab es da bisher keinen Ansatz.
Lilo hat von Anfang an gelernt sich überall anfassen zu lassen, dass es nicht schlimm ist wenn es mal ziept, und dass es auch nicht schlimm ist etwas abzudrücken weil es dafür nen fairen Tausch gibt, oder man das Objekt eh gleich wieder bekommt.
Auch, würde sie niemals auf die Idee kommen mir im Beisein etwas zu Essen zu Klauen oder mir irgendeinen Platz streitig zu machen.
Zwar, legt sie sich liebend gerne auf meinen Platz - sei es auf der Couch oder in meinem Bett. Sobald ich meinen Platz verlasse, bspw um kurz auf Toilette zu gehen, oder das Haus verlasse, legt sie sich dorthin, wo ich immer sitze. Und wenn ich wieder komme, und sie liegen bleiben mag, geht sie auch problemlos wieder auf ihren Platz.
Allerdings, ist sie Fremden Menschen gegenüber sehr knurrig.
Bei Hunden ist es anders, hier kommuniziert sie in erster Linie nonverbal, per Mimik und Körpersprache. Es wird also lieber gedrohfixt und sich nach vorn gerichtet , als geknurrt.
Bei Menschen dagegen hat sie leider die Erfahrung gemacht,, Sie hören erst auf dich, bzw lassen dich und dein Frauchen erst dann in Ruhe, wenn du laut bist. ".
Als sie ein Welpe war hatten wir ganz oft Situationen in welchen irgendwelche Menschen sie streicheln wollten, sich zu ihr gedreht, sie angestarrt, sie angesprochen und zu ihr runter gebeugt haben. Die auf sie zugegangen, und ihr die Hand ausgestreckt haben, obwohl sie sich hinter mich versteckte und ich deutlich gesagt habe, dass sie das lassen sollen. Dass sie meinen Hund nicht anfassen sollen, dass er Angst hat und das einfach von Fremden nicht will.
Mit der Pubertät wurde sie größer, weniger niedlich, insgesamt respekteinflößender, und hat gelernt dass Knurren hilft. Je mehr Rabatz sie an der Leine macht, umso besser schnallen die Leute dass sie einen in Ruhe lassen sollen.
Sie tat es, aus Unsicherheit. Allgemein reagiert sie wenn sie unsicher wird, sehr schnell mit Knurren.
Knurren aus Wachsamkeit dagegen, ist nochmal ein anderes Knurren als das Knurren zum Eigenschutz.
Mit Arbeit hat sie aber kapiert , dass die meisten Menschen sie inzwischen eigentlich garnicht mehr Interessant finden, und sie wenn sie selbst kein Interesse zeigt, auch kein besonderes Interesse entgegen bekommt.
Wenn sie aus Wachsamkeit knurrt, steigert es sich von einem leisen Grummeln und hastigen Atmern, über tiefes/ernstes Knurren, bis hin zum Anschlagen und Knurrbellen.
Susi, ist da ganz anders.
Sie, knurrt uns an, sehr sehr oft, in allen Möglichen Tonlage.
Als sie eingezogen ist, hat sich Niemand die Mühe gemacht sie zu erziehen. Sie kannte keine Grenzen, hat nichts gelernt auszuhalten, und sich irgendwann ihre eigenen Regeln gebaut.
Ganz schleichend hat sie irgendwann sogar Couch und Bett für sich eingenommen und uns runter gescheucht.
Sie hat also ernsthaft gedroht als sie die Couch und das Bett nicht teilen wollte, als man ihr ans Fell ging, oder sonst irgendetwas war, was ihr nicht gepasst hat. Hat man nicht gehört, hat sie sogar geschnappt ( jedoch nie ernsthaft gebissen).
Ich hab sie dann angefangen zu erziehen als es für meine Eltern nicht mehr tragbar war. Von jetzt auf gleich, trug sie bspw eine Hausleine. War sie auf der Couch, hab ich "runter" gesagt, und die Leine genutzt.
Welchen Sinn hätte es gehabt ihr nen Anschiss dafür zu verpassen dass sie mich anknurrt? Den Fehler haben wir damals mehrfach gemacht. Das Ergebnis war, dass das Susi nur noch weiter aufgeregt hat.
Jedoch, ist das nicht der alleinige Grund warum sie so viel knurrt.
Sie ist körperlich angeschlagen und landete zwischenzeitlich bei einer Hundefriseurin, von welcher ich im Nachhinein gehört hab dass sie die Hunde fürs Knurren mit der Bürste verdrescht.
Fellpflege musste ich lange aufbauen. Gelegentlich war es sogar relativ gut machbar, allerdings wurde es mit dem älter werden trotzdem schlimmer.
Sie ist Allergikerin, neigte früher zum Kopftremor. Sie ist herzkrank, bekam beidseitig Kreuzbandrisse, wurde mehrfach operiert und bekam Arthrosen. Außerdem hat sie das Cushing-Syndrom und einen Hirntumor.
Dass sie uns also so derart oft anknurrt und anzickt, ist zum gröbsten Teil gesundheitsbedingt, und nicht trainierbar.
Dass sie in den Hinterbeine schmerzhaft ist bspw, oder im Schlaf aufschreckt und um sich schnappt, hat mit Erziehung nichts zu tun gehabt.
Dass sie einen früher angezickt hat als man sich auf die Couch setzen wollte, meinen Vater gebissen hat, als er sich ins Bett legen wollte, und allgemein bei der Fellpflege einen riesigen Terz gemacht hat, ist dagegen definitiv Erziehungssache gewesen.
Aber vor allem : In keinem einzigen dieser Bereiche, hätte man durch Unterbinden des Knurrens irgendeinen Fortschritt erzielt.
Und ja, auch bei Lilo bin ich froh wenn sie Fremde anknurrt. Nicht weil das ein vorzeigbares Verhalten ist, sondern weil es klar und deutlich zeigt, wo unsere Grenzen liegen, und mir Rabatz ne Millionen Mal lieber ist, als attackieren oder gar beißen.