Von Vorteil ist : Deine Hündin ist noch mitten im Wachstum, darf also noch nicht so viel tun, wie sie wohl gern wollen würde.
Von Nachteil ist : Du hast dir einen Marathonläufer gekauft, als jemand der erstmal an seiner Gesundheit arbeiten muss.
Den Sprung von deinem Gesundheitszustand aus, zu einem aktiven und ambitionierten Sportler, für einen Hund einer Rasse die dazu gedacht ist schweres Gepäck über mehrere Kilometer in klimatisch anspruchsvollsten Gebiet zu ziehen, kann größer eigentlich garnicht sein.
Nun isses aber auch so, dass man im europäischen Raum weder auf nen Hundeschlitten angewiesen ist, noch dass man vor auf internationaler Ebene in den ZHS einzusteigen ( wofür man sich übrigens meistens mittlerweile andere Hunderassen anschafft, als nen Siberianer).
Bedeutet also, dass man keinen Spitzensport verlangt.
Dennoch - ist und bleibt ein Husky ( oder beliebig anderer Schlittenhund) verglichen mit nem Durchschnittsmenschen bereits sowas wie ein Spitzensportler. Der Hund ist immer schneller und ausdauernder - ausgegangen von einer Person mit gesundem Gewicht und ohne besondere sportliche Ambitionen, sind also die allermeisten Hunde sportlich fähiger als Menschen, zumindest was das Laufen anbelangt.
Soll heißen - Selbst ein Show Labbi oder Malteser wäre bereits ne Mords Aufgabe für jemanden, der von sich selbst aus sagen kann dass er extrem eingeschränkt ist, und daran nix ändern kann/will.
Fakt ist - Ein Hund ist eine Möglichkeit aktiver und gesünder zu leben.
Fakt ist auch - ein Husky ist dafür der falsche Hund.
Konsequenz daraus : Du bist auf Jemanden angewiesen der dich unterstützt, in Form von Auslastung deines Hundes, bis du dazu in der Lage bist. Jedoch, wird das ein steiniger, und langer Prozess werden. Einfach mal so eben den Vorsatz starten,, Bis nächstes Jahr halbiere ich mein Körpergewicht" geht ja hinten und vorne nicht, ist auch nicht gesund, da wird einem jeder mit Fachwissen von abraten, sowas muss man schonend machen.
Nun weiß Niemand ob es auch gesundheitliche Gründe für das ÜG gibt ( wie bspw Schilddrüse Probleme), in dem Fall dauert es dann noch länger. Und überhaupt - das kann alles nicht klappen, wenn man es nicht wirklich auch so will.
Der Hund dagegen, der ist jung, ihm liegt das Laufen im Blut, selbst einer anderen Rasse angehörig, wäre er jetzt spritzig unterwegs.
Nehmen wir mal meine Hündin als Vergleich - ich gehe weder Rad fahren, noch regelmäßig joggen ( ich bin ebenfalls bissl eingeschränkt - Atemwege machen bei mir schnell dicht), aber wenn ich mit ihr joggen gehe, oder lange unterwegs bin ( damit meine ich nicht 40-60 Minuten sondern 3 Stunden aufwärts, aber ich beziehe mich hier aufs Joggen ), dann sieht man einen Hund, der sich quasi grad erst warm gelaufen hat, während dem Menschen schon die Puste aus geht. Es ist für den Menschen wesentlich anstrengender als für den Hund, das kann man nicht leugnen. Aber - man glaubt auch nicht wie viel mehr Spaß joggen machen kann, nur weil ein Tier dabei ist das Bock drauf hat, wenn man es nicht vorher ausprobiert hat.
Selbst der kurzbeinige West Highland Terrier meiner Mutter, hatte als sie noch fit war mehr Puste als ich! Die war zwar langsamer, aber dafür deutlich ausdauernder. Pause machen?,, Hey, was los? Schon KO? Bist du kaputt? Auf weiter! Hopp hopp! " ( war also nicht ^^)
Aber zurück zu dem was ich schreiben wollte :
Du kannst mit deinem Hund keinen Sport machen - aktuell. Dir muss jemand dabei helfen, und du musst ordentlich an dir selbst arbeiten - sonst kann es hinten und vorn nichts werden.
Aber du kannst schonmal an den Grundlagen arbeiten. Einfach auf den Scooter, Hund dran spannen und los, ist nämlich auch nicht. Das braucht Vorarbeit, damit es überhaupt sicher möglich ist. Stell dir zB mal vor du willst nach links abbiegen, und der Hund weiß nicht was links lang bedeutet. Oder du musst stoppen, und der Hund rennt Fullspeed weiter - brandgefährlich.
Und selbst dann - Spann keinen Hund vor Etwas, was du selbst nicht beherrschen kannst. Noch nie Dogscooter gefahren? Da musst du erstmal ohne Hund üben. Außer Übung beim Fahrrad? Erstmal alleine fahren.
Das Einzige, das jeder halbwegs beherrscht, sind die Beine, weshalb es auch sinnig wäre, wenn man erstmal mit Canicross anfängt, statt den Hund gleich vor irgendetwas zu spannen. Und das, setzt wieder eine gewisse Fitness voraus, oder Jemand der einem diese Arbeit abnehmen kann.
Also wie man es dreht und wendet - Du hast die eine gänzlich unpassende Hunderassen ausgesucht, und musst entweder ne 180 Gradwende hinlegen, nen Sportsitter suchen, oder den Hund in geeignetere Hände abgeben. Das sind die 3 Optionen die dir bleiben, wobei Option 2 auch zumindest Zeitweise bei Option 1 nötig wäre.
Du kannst daraus eine Chance für dich sehen - was definitiv einfacher gesagt als getan ist, oder Damit herrlich auf die Schnauze fliegen.
Übrigens - Wenn ich von den Husky Leuten spreche die ich kennen gelernt habe, bzw davon mit welchem Leben so ein Hund zufrieden wäre, dann sieht das so aus :
Ländliche Umgebung, Grundstück, etwas eigenbrödlerische aber sehr fitte Person mit ganz viel Hundeverstand, ein Teil des Lebens outdoor, zusammen mit anderen Huskys, regelmäßig ZHS, bei Bedarf Nasenarbeit und ansonsten wird Alles nicht so eng gesehen.
Also wirklich naturverbunden, aktiv, sportlich, ambitioniert, verknüpft mit hohem Verantwortungsbewusstsein ( wozu gehört dass der Hund vielleicht nie ableinbar sein wird, und der Zaun vom Garten mindestens 2 m + Untergrabungsschutz hat) und einer gewissen Lockerheit ( Sitz geht nicht? 5 Mal hintereinander Platz erst recht nicht? Ja Mei, is halt so).
Diejenigen die ich kennen gelernt hab, waren meist ältere Männer, die sich verdammt gut gehalten haben, wissen was sie für Hunde haben, und am Liebsten mit ihren Hunden den ganzen Tag in der Natur unterwegs sind.
Das schreib ich nur zur Verdeutlichung. Natürlich muss man so nicht leben und so nicht sein, aber es wäre schon sinnvoll, wenn man sich zumindest drauf einstellen kann, in diese Richtung zu gehen.
ICH, könnte das nicht. Und deshalb wird hier auch never ever irgendwas Nordische einziehen. Ich empfinde deutlich gemäßigtere Hunde, die man eher als Allrounder statt Spezialist oder gar Hochleistungssportler beschreiben würde, schon als sportlich genug. Da ist mir ein "Alles kann" viel lieber als ein "Muss ZHS/IGP/Schafherde/Schwarzwildjagd/whatever".
Was mir übrigens nicht gefällt ist deine Tendenz dazu pampig zu antworten.
Aber, der Thread ist noch nichtmal 24 Stunden alt, hast ja genug Zeit darüber mal in Ruhe nachzudenken 