Beiträge von Caissa

    Gewisse Hunde sind von Natur aus selbstständiger als andere. Die muss man nicht erst 'selbstständig werden lassen', die sind so. Und das ist auch absolut ok, denn bei diesen Hunden handelt es sich oft um welche, die die Selbstständigkeit bei ihrem ursprünglichen Job brauchten.

    Wie du auf Leckerlies kommst weiß ich nicht. Da hatte ich nichts von geschrieben.

    Na das kann man mMn nicht verallgemeinern.

    Es gibt auch einfach Hunde, die sehr selbstständig sind und selbstbewusst Entscheidungen treffen. Die können eine top Beziehung zu ihrem Halter haben und trotzdem nicht die Not sehen, sich bei Stresssituationen rückzuversichern.

    Sicher ist es wichtig, eine souveräne Führungsperson zu sein, bei der sich der Hund sicher fühlt. Aber das alleine löst nicht alle Probleme.

    Mal abgesehen davon, dass Erziehung (und Beziehungsaufbau) ohne Konditionierung nicht möglich sind (und es schließt sich dementsprechend auch nicht gegenseitig aus).

    Sissi ist jetzt knapp vor ihrer dritten Läufigkeit - geb. ca. Juni 2020. Erste Läufigkeit März 21 zweite August 21.

    Hat die sich mit Reika abgesprochen? :ugly:

    Die Daten sind gleich, außer dass Reika im Mai geboren ist. Und ich hoffe auch sehr, dass sie sich mit dem Älterwerden mehr Zeit lässt zwischen den Läufigkeiten.

    Hast Du da noch einen Trainingstipps? Bisher hab ich auch das "rein positiv" zu lösen versucht, aber ggf. braucht es auch hier klarere oder aversivere Ansagen?

    Draußen hatten wir genau die gleiche Entwicklung (erst war jeder spannend, dann nur wer sie ansprach). Da hat eine Kombi aus zwei Dingen geholfen. In der konkreten Situation: Abbruch und sie hinter mich bringen (am Anfang zur Not auch blocken). Davon ab habe ich meine Familie und Bekannte 'benutzt' und sie in kontrollierten Situationen gebeten, Reika zu locken. Ins Locken habe ich direkt reingemarkert (mit Markerwort). Mit ein bisschen Üben hat sie jetzt, wenn andere sie locken, oft schon die Tendenz, mich anzuschauen (weil das ja bei mir Leckerlies gibt, wenn andere Menschen sich zum Affen machen xD ).

    Draußen gibt es das Thema bei uns nicht mehr, außer die Reizlage ist allgemein gerade sehr hoch. Auch ein Grund, weswegen ich die Methode jetzt auch auf drinnen übertragen habe.

    Was draußen anders ist: Es sind meistens Fremde, also gibt es die Option 'Besucher sagen, sie sollen den Hund ignorieren' nicht. Man muss es also zwangsläufig über die Erziehung des Hundes, nicht der Menschen, regeln. Zumindest mir hat die Erkenntnis gut geholfen und ich habe es auch gar nicht probiert, Fremde zu steuern (außer es ist jetzt ganz offensichtlich, dass die gleich zu Quietschen und Locken anfangen). Rein positiv hat hier nicht geklappt, weil ich die grundlegende Aufregung damit nicht rausbekommen habe.

    Zur Besuchssituation:

    Aufregung bei Besuch war/ist bei meiner Junghündin auch Thema.

    Sie direkt auf den Besuch loslassen führt zur größten Aufregung, dann flippt sie aus.

    Hinter einem Gitter ist sie kurz aufgeregt und kommt dann zur Ruhe, das klappt also ganz gut. Mit Leckerchen auf der Decke klappt auch, dann muss ich aber, wie du auch, daneben stehen und oft füttern. Und zumindest ich empfinde das nicht als wirklich entspannt. Wäre sie wirklich entspannt bräuchte es ja das Kommando und das Füttern nicht.

    Beide Methoden sind also, zumindest bei uns, eher ein Umgehen der Situation und führen zu keinem nachhaltigen Erfolg.

    Ich habe jetzt also umgestellt und mache es anders. Wenn ich die Kapazitäten (Konzentration) dafür habe, dann schicke ich sie vom Besuch weg. Ohne Gitter oder andere künstliche Begrenzung, sondern durch mich, körpersprachlich. Im Moment braucht es noch ein paar Anläufe, weil ich das noch nicht so lange konsequent mache. Aber es ist schon eine deutliche Verbesserung zu spüren und führt dann irgendwann eher zu 'echter Entspannung', weil sie einfach merkt, dass sie am Besuch erstmal nichts zu suchen hat. Eine Begrüßung oder Interaktion gibt es dann erst, wenn sie wirklich ruhiger ist. Also nicht nur irgendwo liegt, sondern wirklich keine Anspannung mehr im Körper ist, sie normal atmet etc.

    Ich muss bei der Besuchssache ganz selbstkritisch sagen, dass ich da lange nicht wirklich gut trainiert habe. Meine Hündin ist schon 1,5 Jahre alt, aber weil wir nicht viel Besuch haben und wenn dann zu 95% welchen, der Hunde supertoll findet, war ich da einfach nicht genug hinterher und habe einiges versäumt.

    Deswegen nimm das bitte nicht allgemeine Gebrauchsanleitung oder Belehrung. Sondern nur als weiteren Erfahrungsbericht.

    Ich habe bei euch ohnehin das Gefühl, dass ihr relativ wenig über klare Grenzen arbeitet. Deswegen kann ich mir vorstellen, dass das an dieser Stelle sinnvoll sein könnte. Kein Alternativverhalten, keine Leckerlies, sondern ein 'lass die Leute in Ruhe, du benimmst dich respektlos und aufdringlich'.

    Ich hoffe, meine langes Geschreibsel ist nicht allzu verwirrend. Eigentlich wollte ich mich kurz fassen. Dabei war ich wohl genauso erfolgreich wie beim Besuchertraining :pfeif: :flucht:

    Aber was mache ich, wenn ich irgendwo nicht ableinen kann, sondern sie sollen Hundedinge machen. Aber bleiben an kurzer Leine. Da weiß ich halt auch nicht, wie ich das dann schlau löse. Weil nen vernünftigen Zugriff auf die Hunde, falls da nun nen auf Krawall gebürsteter Rüde um die Ecke kommt brauche ich ja trotzdem. Da hab ich meinen passenden Weg noch nicht gefunden :thinking_face:

    Obwohl ich 'nur' zwei Hunde habe, fühle ich das total.

    Wenn ich mit einem alleine unterwegs bin klappt es gut, dass derjenige im Leinenradius seinen Interessen nachgeht. Mit beiden zusammen ist das ganze deutlich anspruchsvoller :ugly:

    Beide im Fuß auf 'ihrem' Platz (Reika schräg links neben/hinter mir, Balu rechts am Bein mit mehr Spielraum) klappt gut. Aber wenn ich beide an der Leine Hundedinge machen lassen will endet das im Moment noch schnell im Leinenwirrwarr :skeptisch2:

    Ich hab hier tatsächlich gar nicht explizit Leinenführigkeit trainiert. Als wir den Hintergrundstress und den Stress auf der Straße im Griff hatten, lief er "einfach so" mit mir mit.

    Ich glaube, das ist wirklich ein häufiges Problem. Dass versucht wird, Leinenführigkeit isoliert für sich zu trainieren. Und ich denke, zuverlässige Leinenführigkeit kann man nur in Kombi mit anderen Dingen trainieren (Reaktion auf Außenreize, Stimmung und Stress draußen, Orientierung am Menschen...).

    Klar, aber Hetzen ist ja auch Jagen, nicht Spielen.

    Edit: Also du hast natürlich Recht Javik. Mir gehts gar nicht drum, dass ich glaube, dass alle Hunde nach dem Hetzen Packen und Töten würden.

    Mich stört bei der Aussage, dass das so Verniedlicht wird. Es ist halt alles trotzdem kein Spiel, weder für das Wildtier, noch für den Hund.

    Passend zu den Hütehunden, die nicht jagen, habe ich auch schon oft erzählt bekommen: ''Meiner jagt nicht. Der läuft Rehen und Hasen immer hinterher, aber der will denen nichts tun, sondern nur mit ihnen spielen. Der hat halt so viel Spaß am laufen''.

    Ja, man kennt sie. Die zahlreichen Raubtiere die ihrer Beute ausschließlich zum Spielen hinterherlaufen xD

    Und jaaa, bestimmt gibt es irgendwo den einen Hund auf der Welt, bei dem das stimmen würde. Die HH, die das erzählen, gehören aber in meinem Umfeld immer zu ''Hütehunde können nicht jagen'' Fraktion. Da finde ich das nicht so glaubhaft.

    Da fällt mir noch was ein: 5min/pro Lebensmonat Spaziergang pro Tag


    (Die Aussage hab ich sogar schon in mehreren Hundefachratgebern als Allgemeingültigkeit gelesen. :roll: Keiner erwähnt den Unterschied Leine-Freilauf )

    Wobei ich die Leine-Freilauf Unterscheidung auch nur aus dem DF kenne xD

    Ganz allgemein ist das aber natürlich eine Regel ohne direkten wissenschaftlichen Beleg. Es stört mich deswegen auch, wenn das immer so allgemeingültig dargestellt wird. Also Faustregel finde ich es nichtmal schlecht, aber dann sollte es auch als genau das gekennzeichnet sein: Ein Richtwert, der je nach Hund und Art der Beschäftigung (stark) angepasst werden kann/muss.