Beiträge von Caissa

    Die Sache mit der inneren Einstellung ist so einfach und doch so kompliziert.

    Mir haben dabei manchmal kleine "Gedankenexperimente" geholfen. Meine Hündin hat zB die Tendenz, bei Besuch sehr hochzudrehen und springt dann auch gerne mal hoch. Ich habs manchmal geschafft, sie körpersprachlich davon abzuhalten, manchmal nicht. Ich habe mir dann mal vorgenommen, mir immer vorzustellen, der Besuch hätte ein Tablett mit vollen Gläsern in der Hand. In so einem Fall ist Anspringen einfach keine Option, weil es dann direkt alles nass und durcheinander wäre, wenn die Gäste angesprungen werden. Mir hat die Vorstellung geholfen, meine innere Einstellung zu dem Thema anzupassen.

    Du kannst das für dich ja auch mal probieren. Stell dir vor, deine Hose hätte 50.000€ gekostet. Oder stell dir vor, du hättest eine fiese Schürfwunde an deinem Bein. Wenn Hund da rankommt, sind 50.000€ futsch (oder du hast richtig Schmerzen, wenn du die Wunde nehmen willst). Also auch hier, es ist einfach keine Option, dass Hundi sich in dir verbeißt. Und dann versuch, mit der inneren Einstellung aufzutreten. Ohne Zweifel und Mitleid. Mach dich groß, sag ruhig "Nein!" (das hilft in dem Moment mehr dir als dem Hund, aber ist ja kein Problem), guck dem kleinen Terroristen in die Augen, lehn dich nach vorne und mach evtl einen Schritt auf ihn zu. Und das alles in der Vorstellung, dass in dich reinhacken einfach keine Option ist (weil teuer, weil schmerzhaft). Wenn der Hund dann nachgibt (zurückweicht) musst du natürlich auch schnell reagieren. Also selbst die Körperspannung und den Druck rausnehmen, Alternativen anbieten etc.

    Das Ziel ist ja nicht, dass du den ganzen Tag nur gängelst und Druck machst. Im Gegenteil, dann kommt die Grenze ja auch nicht an, wenn du dich ständig so verhältst. Aber an bestimmten Stellen darfst du ruhig klarmachen, dass dort Schluss ist.

    Nächste Woche um 16.15 Uhr kommt wohl die letzte Folge.

    Echt?

    Ich dachte die nächsten beiden Wochen kommt "Das Wiedersehen", vermutlich mit inzwischen älteren Hunden:

    https://www.fernsehserien.de/martin-ruetter…en/sendetermine

    Und vorher wird, laut dieser Seite, die Folge von heute wiederholt.

    Mich hat das Ende allerdings auch irritiert, fühlte sich nicht wie ein Staffelfinale an.

    Edit: Ich weiß aber nicht, ob das Wiedersehen eine neue Folge ist oder eine Wiederholung vom letzten Jahr.

    Warum lasst das TV-Team das so laufen mit Balou?

    Mir tut das schon beim Zuschauen weh.

    Hund im Fahrradanhänger, bellt die ganze Zeit. Und Kommentar von Rütter aus dem Off: Das kann so nichts werden.

    Es ist nicht deren Job, einzugreifen. Sie wollen es ja bewusst so zeigen, wie es ohne Unterstützung läuft. Scheint so das Konzept der Show zu sein. Zumal das auch nicht unbedingt fachkundige Leute sind, die da filmen. Da kommen nur Kameraleute + ein Regisseur.

    Da der Thread ja schon sehr lang ist und man schnell den Überblick verliert:

    Könnten die Dobi-Spezis (und natürlich auch alle anderen, die einen guten Tipp haben) nochmal kurz zusammenfassen, worauf @Nala01 nun besonders achten sollte; was ihrem Hund beim zur-Ruhe-kommen und Schlaf-finden helfen könnte?

    Ich verstehe, dass alle zur Abgabe raten und will dem auch nicht widersprechen. Im Gegenteil, ich denke auch, dass eine Abgabe an ein kundiges Zuhause sicher das beste für den Hund wäre. Aber Fakt ist ja aktuell, dass der Hund nicht morgen abgegeben werden wird. Und so lange er da ist, ist es auf jeden Fall wichtig und im Interesse des Hundes, dass er zur Ruhe kommt und Schlaf nachholt.

    Der Welpenauslauf ist bestellt, @Nala01 , hast du einen Plan, wie du mit dem Auslauf arbeiten möchtest? Wie sieht inzwischen der Tagesablauf aus und wie viele Stunden Schlaf /24h gab es in den letzten Tagen? Hast du sonst noch Fragen oder Situationen, bei denen du akut Rat bräuchtest?

    Okay das beruhigt mich etwas, ich habe vor Kurzem auch zum ersten Mal davon gehört (Rassen ohne Schwanz Körpersprachenprobleme etc) und mir ist natürlich bewusst dass das Internet nicht das Maß aller Dinge ist. Ich darf mich von soetwas nicht zusehr verunsichern lassen.

    Euer Kooiker wird natürlich lernen, mit ihr zu kommunizieren, wenn sie tagtäglich interagieren.

    Stimmen tut es aber trotzdem, dass die Kommunikation durch den Körperbau eingeschränkt ist. Gerade bei der Kommunikation mit Fremdhunden lohnt es sich auch, das im Hinterkopf zu haben.

    Aber ich kann versichern, dass meine Hündin wirklich nichts tut. Wenn sie angeknurrt wird geht sie, auch wenn man sie anschreit. Sie ist ein Sensibelchen, kein Tritt nötig.

    Drei Dinge musste ich bei der Aussage denken:

    Nr. 1, Hunde sind Tiere, und Tiere sind keine Maschinen. Klingt total plump, ich weiß, ist es auch. Soll aber nur das heißen, was andere hier schon super ausgeführt haben. Bei keinem Hund kann man jemals zu 100% versichern, dass er 'nichts tut'. Sei es, dass man seine Signale falsch liest. Sei es, dass er einen schlechten Tag, Schmerzen oä hat. Sei es, dass es genau einen anderen Hund auf der Welt gibt, den er so richtig scheiße findet, und den trifft man erst nach einigen Jahren gemeinsamen Lebens. Man kann sich bei so einer Aussage ziemlich sicher sein, wenn der eigene Hund ausgewachsen ist (!), man sehr gut darin ist, die Hundesprache zu lesen (!) und man den Hund schon länger kennt (!). Aber selbst dann gibt es keine 100%, nicht bei anderen Lebewesen.

    Nr. 2, führt Nr. 1 eigentlich nur weiter. Wenn wir eure Voraussetzungen anschauen: Dein Hund ist noch jung, hat also noch eine charakterliche Veränderung vor sich. Du hast deinen Hund noch nicht lange, heißt du kennst sie noch nicht so gut und es ist möglich, dass sich alleine deswegen ihr Verhalten noch ändert (einige Hunde brauchen eine Zeit, bis sie sich genug eingelebt haben, um ihr 'normales' Verhalten zu zeigen. Und du bist, wie in diesem Thread ja schon thematisiert wurde, bei weitem keine Expertin für Hundesprache. Das meine ich übrigens gar nicht böse, tatsächlich kann man das auch gar nicht erwarten bei Hundeanfängern. Ich schreibe das auch nicht, um dich zu beleidigen, sondern um dir klarzumachen, warum deine Versicherung, dein Hund würde nichts tun, hier nicht ernst genommen wird.

    Nr. 3, die Definition von "was tun". Du scheinst noch in dem Glauben zu sein, dass ein Hund 'nichts tut', so lange er nicht beißt, bellt oder knurrt. Ehrlicherweise (und leider) gibt es auch viele langjährige HH, die das immer noch glauben. Aber das ist viiiel zu einfach gedacht, Hunde kommunizieren so viel feiner! Das Thema hatten wir ja auch schon kurz. Wenn deine Hündin also frontal auf einen anderen Hund zuläuft und so dicht rankommt, dass dieser knurrt. Dann hat sie schon lange 'was getan'. Nämlich sich angenähert, ohne auf die vorherigen Warnsignale, die der Fremdhund ausgesendet hat, zu reagieren. Sie ist in dem Moment also schon unhöflich gewesen und wenn der andere dann knurrt, dann war es deine Hündin, die 'was getan' hat. Wäre deine Hündin wirklich so ein soziales Sensibelchen, dann würde sie nicht warten, bis sie angeknurrt wird, um zu gehen. Dann würde sie gar nicht erst hingehen.

    Am Ende bleibt das Fazit - behalte sie einfach bei dir, außer es ist etwas anderes abgesprochen. Deine Hündin 'tut was' - sie läuft zu anderen Hunden hin, die nicht belästigt werden wollen. Also ist es an dir, das zu verhindern.

    Ich finde es übrigens richtig gut, dass du noch da bist und antwortest. Ich kann auch verstehen, dass es gar nicht so einfach ist, die eigenen Vorstellungen von Hundehaltung und dem eigenen Hund mal eben zu überdenken (immerhin ist dieser Thread erst wenige Tage alt). Vielleicht hilft wenigstens der Gedanke: Keiner hier verurteilt deinen Hund per se. Es geht nicht darum, dass hier irgendwie eine allgemeine Abneigung gegen Schäferhunde existiert (im Gegenteil würde ich sagen, es gibt sogar viele Fans). Es erwartet hier auch keiner, dass alle Hunde sich gegenseitig lieben oder permanent überall freilaufen können müssen. Wenn du bei der Erkenntnis ankommst, dass deine Hündin gerade nicht an dem Punkt ist, an dem sie freilaufen kann, weil sie es nicht schafft, die Individualdistanz anderer Hunde zu respektieren - dann verurteilt dich keiner, sondern viele werden verständnisvoll nicken, weil wohl jeder es kennt, dass gewisse Reize für den eigenen Hund zu schwierig sind. Genauso kennt sicher jeder hier die Situation, dass man dachte, man hätte schon eine Menge Wissen rund um den Hund, nur um dann eine andere Person zu treffen, die offensichtlich (in gewissen Bereichen) viiiel mehr weiß. Auch das ist nicht schlimm.

    Ich hoffe, dass du bleibst, dich weiter der Diskussion stellst und deine Einstellung weiter kritisch hinterfragst!

    Es ging mir in diesem Fall nur darum, dass die TE meinte, sie könne sich Zitat "so einen Luxustrainer" nicht leisten

    Hat sie geschrieben, dass sie sich das nicht leisten kann? Wo denn?

    Ich lese den Begriff "Luxustrainer" irgendwie ganz anders als die meisten anderen hier. Ich hatte es so verstanden, dass die TE sich gefragt hat, ob man es nicht doch mit einem richtig guten Trainer (=Luxustrainer) in den Griff bekommen könnte, dass der Hund das Alleinsein schafft. Ich hatte es erstmal nicht so verstanden, dass sie denkt, dass ein Einzeltrainer per se Luxus ist.

    Vielleicht kann die TE, falls sie nochmal antwortet, klarstellen, wie das gemeint war :smile:

    Edit: Nein, auch mit einem guten Trainer geht es nicht. Da stimme ich allen anderen hier zu

    Ich finde den Hinweis von @Free your Mind gar nicht so unwichtig. Ich würde das nicht 1:1 so unterschreiben, aber grundsätzlich halte ich es durchaus für wichtig, dass die TE nun nicht kopflos in Stress verfällt. Die TE hat in ihrem letzten Post geschrieben, dass sie gestresst ist und die Nachfrage mit der Box las sich für mich jetzt auch nach Verzweiflung.

    Der Hund muss zur Ruhe kommen, weniger gepusht werden und mehr schlafen. Die TE sollte die Hinweise hier ernst nehmen, definitiv. Aber wenn die TE nun riesen Stress hat und schnelle Affektentscheidungen trifft hilft das mMn niemanden, auch ihrem Hund nicht.

    Liebe TE,

    setz dich vielleicht nochmal hin. Nimm dir ein Notizbuch, lies den Thread nochmal in Ruhe und notiere dir wichtige Hinweise, Infos über deine Rasse und Trainertipps. Und dann Versuch mit kühlem Kopf dein weiteres Vorgehen zu planen.

    Z.B. kurzfristige Aktionen zu planen (Betreuung organisieren, Einzeltraining mit kündigen Trainer organisieren).

    Mittelfristig solltest du dich dann auch weiter über Dobermänner informieren, über Hundesprache ganz allgemein und über die Bedürfnisse der Hunde in verschiedenen Entwicklungsstadien. Gerade jetzt wäre das zB unter anderem genügend Ruhe und Schlaf, um neue Eindrücke zu verarbeiten.

    Wenn du dann in deinem Kopf alles etwas sortiert hast, frage hier gerne nochmal gezielt nach. Viel Erfolg :winken: