Beiträge von Caissa

    Ich denke, man müsste erstmal definieren, was mit Denken gemeint ist.

    Ist Denken=Denken durch (gesprochene, menschliche) Sprache im Kopf? Dann nein, wäre ich mir ziemlich sicher, dass Hunde nicht denken können. Und ich glaube, dass das die Definition ist, die viele unwillkürlich im Kopf haben, weswegen im ersten Moment vielleicht mit "Hunde können nicht Denken" geantwortet wird.

    Ist Denken=komplexe Pläne und Handlungsabfolgen durchspielen? Dann müsste man erstmal definieren, was "komplex" ist. Also gleich das nächste Problem :pfeif: Falls man diese Definition nimmt, dann könnten ggf. einige Hunde besser/schlechter denken als andere.

    Für mich ist aber Denken abstrakter und weiter gefasst als die beiden Definitionen. Für mich ist Denken "nur" das, was das Gehirn außerhalb der tatsächlichen Sinneswahrnehmung entstehen lässt. Für mich würden sogar Träume im weiteren Sinne zum Denken gehören. Denken wäre für mich nicht nur Sprache 'im Kopf', sondern auch (abstraktere) Gefühle, Bilder, Gerüche, Erinnerungen an Sinneseindrücke etc. Und unter meiner Definition (die natürlich nicht allgemeingültig, sondern eben meine ist) gibt es keinen Zweifel, dass Hunde denken können. Alleine wenn ich meinen Hunden beim Träumen zugucke, wie sie zB Wuffen oder Laufen im Traum, dann ist für mich klar, dass da irgendein 'Film' im Kopf abläuft. Ich stelle mir vor, dass das Gehirn (im Traum und beim Denken) das reproduzieren kann, was es auch verstehen und wahrnehmen kann.

    Wir Menschen kommunizieren hauptsächlich über gesprochene Sprache, wir erklären uns die Welt auch primär über Sprache. Deswegen ist sie, glaube ich, auch beim Denken besonders relevant für uns. Hunde erschließen sich die Welt anders, über andere Sinne. Also sind vermutlich auch andere Eindrücke besonders präsent, z.B. Gerüche.

    Mich würde es auch stressen, in einem Gitterbett eingesperrt liegen zu müssen. Erst Recht, wenn ich die Erfahrung gemacht hätte, manchmal nachts Magenprobleme zu haben und auf Toilette zu müssen. Deswegen stimme ich den anderen zu: Lasst ihn bei euch im Zimmer schlafen. Wenn er muss, dann muss er. Und dann sollte er auch die Möglichkeit haben, sich zu melden und rausgebracht zu werden. Für einen größeren Schlafbereich, mit Wasser und der Möglichkeit sich anderswo hinzulegen, würde ich auch plädieren.

    Ich verstehe natürlich auch deinen Wunsch nach mehr Schlaf. Aber so ist das nicht tragbar, das macht euer Hund sehr deutlich. Wenn er sich nachts meldet, geht kurz raus. Macht aber keine Action, nach ein paar Minuten geht's wieder rein. Ich denke nicht, dass er sich noch lange weiter "umsonst" melden wird, nur um 3 Minuten an der Leine am Löseplatz zu stehen und dann wieder reinzugehen.

    Irgendwie beruhigen mich die Antworten hier.

    Ich dachte immer, ich sei die einzige, die bei einem ignorierten Nein dieses nachdrücklich durchsetzt und

    im Schweinsgalopp blitzschnell und galant in Richtung Hund unterwegs ist :lol:

    Klar, wenn du nun bei jeglicher Hundesichtung deinen Hund panisch hochnimmst, dann ist das bestimmt nicht sinnvoll, sondern vermittelt dem Hund nur, dass er Angst haben muss.

    Aber wenn dir eine Situation/ein Hund-Halter Gespann komisch vorkommt, dann finde ich es absolut in Ordnung, deinen Hund hochzunehmen. Ist doch egal, was andere denken. Ich schütze meine Hunde so, wie ich es für richtig und notwendig halte! Ich kann meinen nun schlecht hochnehmen, würde es aber in einigen Situationen definitiv tun, wenn es möglich wäre.

    Ich dachte nur, dass es etwas beziehungstechnisches ist, wo Leckerlis nichts zu suchen haben. Mit Korrekturen wie zurück zwicken habe ich es schon versucht, aber das lässt sie kalt.

    Aber gerade wenn es etwas "beziehungstechnisches"ist, ist es doch viel netter, erstmal zu belohnen statt zu strafen.

    Und von dem Denken würde ich weg. Jetzt mal menschlich gesprochen: ich mag beispielsweise Körperkontakt mit anderen Menschen im Allgemeinen nicht besonders. Auch bei Freunden beispielsweise nicht. Das heißt aber nicht, dass wir ne schlechte Beziehung haben, ich werde einfach nur nicht so gerne angefasst. Aber: ich habe natürlich gelernt, nicht um mich zu schlagen, wenn mich eine Freundin trotzdem umarmt. Und dass kann man von einem Hund auch verlangen. Im Umkehrschluss würde ich sie aber trotzdem so wenig wie möglich Anfassen, wenn sie es nicht genießt.

    Finde ich einen guten Punkt!

    Natürlich gibts da auch eine gewisse Bandbreite. Ich hab auch beides hier sitzen. "Jede Berührung ist toll" (Balu) und "Berührung ist meistens überflüssig/nervig" (Reika). Mit Reika habe ich deswegen am Anfang auch über Berührung -> ruhig ertragen -> Leckerlie gearbeitet. Mir ist natürlich auch wichtig, dass ich im Zweifel meine Hunde überall anfassen kann. Deswegen haben wir es auch geübt. Jetzt, wo Reika grundsätzlich Berührungen jeder Art zulässt, nutze ich das aber nur, wenn es nötig ist (oder natürlich in den eher wenigen Situationen, in denen sie Anfassen positiv empfindet).

    Aaalso nochmal zum klar stellen. Ich muss sie nicht anfassen. Das ist in Ordnung, aber ich finde es ziemlich frech, dass sie bei der kleinsten Berührung ins bellen verfällt und dann total drüber ist. Hält man sie am Halsband, sie beruhigt sich und man lässt los dann schnappt sie auch nochmal nach. Mit Jacke mag das noch in Ordnung sein, aber im Sommer hätte ich dann regelmäßig Spuren an den Armen. Kann sie nicht eine Art Alternativverhalten lernen? Ich finde das ziemlich frech von ihr und möchte einfach nicht, dass es sich festigt. Sie muss es nicht mögen, aber wenn es mal so passiert dann darf sie auch nicht gegen mich gehen.

    P.s.: wichtig zu erwähnen wäre vielleicht noch, dass sie ein Entlebucher ist.

    Von außen finde ich sowas schwierig, man sieht euch ja nicht.

    Vielleicht ist es wirklich frech und eine Korrektur wäre in Ordnung. Aber ich persönlich würde bei sowas wohl eher nicht in den Konflikt gehen. Mit Pech lernt sie dann nur, dass ihre Drohungen nicht reichen uns sie vehementer werden 'muss'. Und dann bleibt es vielleicht nicht beim Bellen oder Zwicken.

    Vielleicht ist das jetzt auch eine Wattebausch Antwort, aber ich würde über Belohnung arbeiten. Also erstmal in Situationen, in denen sie noch nicht so gestresst ist. Berührung/kurzer schmerzloser Griff ans Halsband -> ruhiges Verhalten des Hundes -> Belohnung. Und dann langsam in stressigere Situationen gehen und weiter üben.

    Edit: Habt ihr ein*en Trainer*in? Bei so einer Thematik ist es glaube ich am besten, wenn jemand vor Ort raufschaut und einschätzen kann, ob das Verhalten Übersprung, Frust, Korrektur... ist.

    Ich finde es immer sehr merkwürdig wenn Trainer dann erzählen dass man ja einfach dies oder das machen muss und der Hund dann noch schlimmer aus flippt als er es beim Besitzer tut. Ich wüsste gerne was aus dem Hund geworden ist.

    Bei Facebook hatte der, ich glaube, Lebensgefährte der Besitzerin damals nach Ausstrahlung geschrieben, dass sie den Hund behalten hat und sie mit einer anderen Trainerin die Probleme gut in den Griff bekommen haben :nicken: