Beiträge von Caissa

    Für D vielleicht auch ein interessanter Link.

    Das Urteil wurde glaube ich auch weiter vorne schonmal angesprochen, aber ich glaube ohne Link (?):

    Gegen dieses Gebot der verhaltensgerechten Unterbringung verstieß der Kläger, indem er seine Hündin „C.“ während seiner Arbeitszeit in seinem Fahrzeug einsperrte. Er arbeitete an vier Tagen in der Woche acht Stunden täglich oder, wie er in der mündlichen Verhandlung angegeben hat, sechs bis sieben Stunden täglich. Er hat vorgetragen, mit dem Tier in der Mittagspause einen ausgiebigen Spaziergang unternommen zu haben. In der mündlichen Verhandlung hat er ergänzt, dass er auch kurz in kleineren Pausen mit der Hündin „Gassi“ gegangen sei. Dies ändert aber nichts daran, dass die Transportbox im Kofferraum des Fahrzeugs der Weimaraner-Hündin nur ganz geringe Bewegungsmöglichkeiten bietet. Daher ist die Box nur zum Transport, nicht aber zur Unterbringung des Hundes während der Abwesenheit des Klägers geeignet. Der zur Verfügung stehende Raum ist mit weniger als einem Kubikmeter zu gering. Einen Anhaltspunkt dafür, welcher Raum für eine längere Unterbringung von Hunden ausreichend ist, bietet die TierSchHundeV. Die TierSchHundeV ist auf den Fall der Haltung im Auto analog anzuwenden, denn sie konkretisiert gemäß § 2 a Abs. 1 TierSchG u. a. die Anforderungen an die Haltung von Hunden hinsichtlich der Bewegungsmöglichkeit, der Anforderungen an Einrichtungen zur Unterbringung der Tiere und hinsichtlich der Lichtverhältnisse (vgl. Hessischer VGH, Beschl. v. 19.08.2008 - 8 UZ 2673/07 - NVwZ-RR 2009, 279). Nach § 6 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 der TierSchHundeV darf die zur Verfügung stehende Bodenfläche an keiner Seite kürzer als 2 m sein. Nach § Satz 2 der Vorschrift muss bei einem Hund, der an mindestens fünf Tagen in der Woche den überwiegenden Teil des Tages außerhalb des Zwingers verbringt, die uneingeschränkt benutzbare Zwingerfläche mindestens 6 m² betragen. Diese Mindestwerte werden bei weitem nicht erreicht. Die dadurch verursachte Bewegungseinschränkung kann auch nicht durch mehrere Spaziergänge während des Tages kompensiert werden. Es bleibt nämlich dabei, dass die Hündin während der gesamten vom Kläger zu leistenden Arbeitszeit in ihrer Bewegungsmöglichkeit eingeschränkt ist.

    Hier werden zumindest die für Zwinger angegebenen Mindestmaße ebenfalls auf eine Hundebox angewendet. Der Hund musste eine ähnlich lange Zeit in der Box sein wie Welpen nachts auch. Außerdem konnte er in der Mittagspause und auch sonst zwischendurch mal raus.

    Ob das Urteil verallgemeinert werden kann wäre für mich trotzdem nicht ganz klar, so als Laie :ka: Der Halter war in diesem Fall nicht in der Nähe des Hundes. Und der Hund war nicht für den Nachtschlaf, sondern den Tag über eingesperrt.

    Bonadea

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    Ich dachte, die Ausnahme gilt für Haushunde nicht? Zumindest im Normalfall nicht. Steht zumindest hier:

    https://kanzlei-sbeaucamp.de/kastration-von…zung-zulaessig/


    und hier:

    https://anwaltauskunft.de/magazin/leben/…as-ist-rechtens

    "Für Haushunde gelten demgegenüber andere Regeln. So heißt es im Tierschutz­be­richt der Bundes­re­gierung: Bei Famili­en­hunden, die in „geord­neten Verhältnissen“ lebten, könne eine Fortpflan­zungs­kon­trolle bereits mit weniger tief greifenden Eingriffen möglich sein. Die Kastra­ti­ons­pflicht ist für Hunde also stark gelockert.

    Nur Hunde, die etwa wiederholt damit aufgefallen sind, dass sie unerlaubt Hündinnen belegt haben, dürfen kastriert werden. Doch das sind Ausnahmen, zumal Tierhalter nach den Vorgaben vieler Gemeinen dazu angehalten sind, ihre Hunde an der Leine zu führen und Hunde daher nicht unbedingt frei herumlaufen dürfen."

    Ist Anleinen und Freilauf beenden nicht für die meisten Hunde auch eine Strafe?

    Nicht immer, es gibt auch Hunde die sich gerne anleinen lassen - an der Leine laufen - weil sie an der Leine Sicherheit empfinden da weniger Entscheidungen selbst zu treffen als im Freilauf.

    Deswegen steht da ja auch "für die meisten" und nicht "für alle" ;)

    Die Frage, die sich mir gestellt hat, war aber auch eher, warum die eine potentielle Strafe (Anleinen, Freiheit nehmen) automatisch für jeden Hund angenehmer sein soll als zB ein körperliches Blocken.

    Hier war noch irgendwo die Frage nach dem Rückruf, was der bei mir für Konsequenzen hätte, wenn er nicht befolgt wird. Der Hund wird kommentarlos eingesammelt und es wird am Rückruf geübt bzw. nur da abgeleint, wo nicht viel Rückruf notwendig ist. Ich wüsste echt nicht, wie man einen nicht befolgten Rückruf sinnvoll strafen könnte.

    Ist Anleinen und Freilauf beenden nicht für die meisten Hunde auch eine Strafe?

    whyona Du sagst, er versteht, worum es geht. Das hab ich gar nicht angezweifelt und ich kritisiere auch nicht dein Training. Ich sage nur: Solang er sich noch bewusst für was anderes entscheidet, ist das Kommando (aus Sicht der "rein positiv"-Menschen) einfach noch nicht in jeder Situation automatisiert.

    Für mich wäre da aber wieder der Punkt: Wie viele x000 Wiederholungen braucht es, bis man an dem Punkt ist, dass ein Abruf absolut automatisiert ist? Und was mache ich bis dahin, deutlich weniger Freilauf? Da wäre nach meiner persönlichen Einschätzung (!) dann die Freiheit des Freilaufs wichtiger für den Hund als eine komplett straffreie Erziehung.

    Ich hab am Anfang wirklich wenig gekauft. Also klar, Napf, Leine, Geschirr, Futter, eine Liegemöglichkeit. Sowas ist ja alternativlos :D aber darüber hinaus hatte ich ein paar Spielzeuge (Kong, Zerrseil, Kauwurzel). Und den Rest habe ich dann erst nach Bedarf gekauft. Vorher weiß man sowieso nicht, was man wirklich braucht und was nicht. Meine Hündin fand zB die Kauwurzel komplett überflüssig, insgesamt alle Kaussachen aus Holz. Hätte ich gleich mehrere gekauft wäre das also nur sinnlos liegen geblieben :ka: Deswegen würde ich dazu plädieren, die Basisausstattung zu kaufen und den Rest nach Bedarf :nicken:

    Für mich ist einfach die Frage, wie 'positiv' Management für den Hund eigentlich ist? Und die Antwort darauf kommt sicher auf die Situation an.

    Wenn Management heißt, ich fahre täglich in ruhige Gegenden zum Spazieren Gehen, weil mein Hund sonst durch die Reize überfordert -> das findet der Hund sicherlich cool.

    Wenn aber Management heißt, mein Hund muss deutlich mehr an der Leine laufen, weil ich unerwünschtes Verhalten im Freilauf nicht aversiv abbrechen möchte und der positiv aufgebaute Abbruch (noch) nicht wie gewünscht funktioniert -> da frage ich mich dann, ob das für den Hund wirklich angenehmer ist, an der Leine zu sein und ohne Strafe gearbeitet zu werden. Oder ob der Hund in einer Kosten-Nutzen Rechnung nicht lieber mal (nicht ständig) den Abbruch kriegen würde, um den Rest der Zeit frei zu laufen.

    Ich glaube auch, dass man die nicht-TsD HH und Trainer in mindestens zwei Lager aufteilen muss: Das eine Lager, das wirklich nur dem Halter das Leben leichter machen will und deswegen mit (auch stärkeren, körperlichen) Strafen arbeitet. Und das Lager, das aversiven Korrekturen einsetzt, um schneller mehr Lebensqualität für den Hund zu erreichen (nach der eigenen Einschätzung also für den Hund eine Kosten-Nutzen Rechnung macht, nicht für den HH).

    Ein super Beitrag dagmarjung :bindafür:

    Genau das denke ich mir jedes mal bei diesen "brauchen Hunde Leckerlies!?" Argumenten. Menschen verlangen komplett unnatürliche Dinge von Hunden und eine Art grundlegender Kontrolle, die kein Hund je von einem anderen verlangen würde. Du hast es aber noch viel besser formuliert, vielen Dank :respekt:

    Ich hab mit nach Reikas Einzug auch zum ersten mal mit dem Problem der lockenden und schmalzenden Menschen auseinandersetzen müssen. Die Leute gab's vorher natürlich auch schon, aber Balu war's halt wumpe. Und meine Güte, was hab ich mich am Anfang geärgert. Aber inzwischen bin ich da entspannter. Im Endeffekt ist es mein Job, meinen Hund vernünftig durch die Welt zu führen. Mich über, erst recht gut-meinende, Fremde zu ärgern bringt mir nix und meinem Hund auch nicht.

    Wenn Leute jetzt direkt auf uns zugehen und streicheln wollen, dann blocke ich das. Alles andere (locken etc) habe ich für mich als Trainingssituation umgedeutet. Es ist nicht der Job anderer Menschen, sich so zu verhalten, dass mein Hund entspannt ist. Es ist mein Job, meinem Hund zu erklären, das fremde Menschen uninteressant sind.