Naja, nur weil man sich selbst nicht so gefühlt hat heißt das ja nicht, dass deswegen die Anschaffung unüberlegt war oä. Das ist hier ja nicht der erste Welpenblues-Post, auch in anderen Foren liest man davon und ich kenne es aus meinem Umfeld auch.
Also egal, ob man es verstehen kann oder nicht, ist Welpenblues erstmal nichts unnormales, weil scheinbar recht häufig auftretend. Ganz wertungsfrei.
Liebe TE,
bei eigentlich allen Welpenblues Fällen, die ich so mitbekommen habe, trafen auf die Neuhundebesitzer zwei Sachen zu: Sie waren meist sehr gut vorbereitet (und hatten zT schon Jahre auf den Einzug des Hundes gewartet) und wollten nichts falsch machen.
Und ich habe das Gefühl, genau diese (eigentlich ja löblichen!) Voraussetzungen sind oft das Problem. Dadurch entsteht eine so große Erwartungshaltung. Daran, wie großartig das Gefühl nach Einzug sein muss. Und auch eine große Erwartung an sich selbst, weil man ja keine Fehler machen möchte. Und die Realität kann dem dann oft gar nicht entsprechen. Nicht jeder hat von Sekunde 1 an das Gefühl der großen Liebe für den Hund (ich zB auch nicht, das wächst heran). Und Fehler macht sowieso auch jeder, und das ist im Übrigen auch vollkommen in Ordnung so.
Lange Rede, kurzer Sinn: Wie die anderen schon geschrieben habe, kreise nicht so um den Hund. Leb dein Leben, denk nicht permanent über den Hund nach, sondern nimm die Sachen so, wie sie kommen (und ja, das ist leichter gesagt als getan!).
Da es bei dir ja auch deutliche körperliche Beschwerden gibt ist es erst Recht in Ordnung, dir Pausen zu gönnen und den Kleinen zB zeitweise Betreuung zu suchen, damit du mal durchatmen kannst.
Und setz dir vielleicht eine eigene Deadline, wann du über eine Abgabe nachdenken willst. Z.B. zwei Wochen. In der Zeit denkst du dann nicht über die Abgabe nach, sondern versuchst eben dein Leben zu leben, dich zu entspannen, mal Pause zu bekommen, die Ansprüche an dich selbst runterzuschrauben. Und wenn die Zeit abgelaufen ist, dann überlegst du nochmal ganz in Ruhe, was sich verändert hat und wie der Stand ist.
Ich denke auch nicht, dass du jetzt innerhalb weniger Tage eine Entscheidung treffen musst. Der Hund wird versorgt und seine Bedürfnisse gestillt, wird nicht misshandelt, lernt die Welt kennen. Selbst wenn du ihn doch abgeben solltest, wirst du ihn sicher nicht fürs Ganze Leben 'verderben', nur weil du ihn jetzt ein paar Wochen betreust.
Alles Gute dir/euch!