Ich dachte immer defekt bedeutet kaputt/funktioniert nicht richtig
Genau das bedeutet es. Aber eben, dass das Gen nicht richtig funktioniert, nicht der Organismus.
Ich dachte immer defekt bedeutet kaputt/funktioniert nicht richtig
Genau das bedeutet es. Aber eben, dass das Gen nicht richtig funktioniert, nicht der Organismus.
Defekt impliziert, dass es schädlich oder krankhaft wäre - was es ja nicht ist
Nein, eben nicht! Gendefekt ist ein Fachbegriff, der einfach nur bedeutet, dass die Funktion eines Gens defekt ist. NICHT dass das schädlich für den Organismus wäre! Das kommt eben auf die Funktion des Gens an.
Blaue Augen und helle Haut bei Menschen sind doch zum Beispiel auch ein Gendefekt, oder? Quasi die menschliche Dilute-Farbe?
Tatsächlich ist das eine lebenswichtige Anpassung an den jeweiligen Lebensraum. Es geht dabei vorallem um D3.
Zuviel davon schadet, daher haben in Gebieten mit sehr viel Sonneneinstrahlung die Bewohner eher dunkle Haut, um sich davor zu schützen.
In Gebieten mit wenig Sonneneinstrahlung herrscht helle Haut vor, um genug D3 aufnehmen zu können.
Kein Defekt.
Dass es eine lebenswichtige Anpassung darstellt, hat nichts damit zu tun, ob es ein Gendefekt ist oder nicht, das war ja mein Punkt.
OB es ein Gendefekt ist oder nicht, hinge mWn davon ab, ob die beteiligten Gene in ihrer ursprünglichen Funktion eingeschränkt sind (was ich wie gesagt auch nicht beschwören kann), nicht davon, wie vorteilhaft der Effekt ist!
Aaaaah ok. Ja so macht's Sinn. Hab ich falsch verstanden
Sorry!
Es ging mir eigentlich darum, dass der Begriff "Gendefekt" genau so wie "Mutation" außerhalb des Fachkontexts meist direkt negativ gewertet wird. Dabei sind beides eigentlich erstmal neutrale Begriffe und eben keinesfalls gleichzusetzen mit Erbkrankheiten u.ä.
Blaue Augen und helle Haut bei Menschen sind doch zum Beispiel auch ein Gendefekt, oder? Quasi die menschliche Dilute-Farbe?
Du meinst im ersten Fall (waere nuetzlich), oder?
Nee, ich meine wenn die ursprüngliche Funktion des Gens schädlich für den Körper ist, dann sind Gendefekt-Träger nützlich für die Population. Sorry, wahrscheinlich war meine Formulierung etwas verworren.
Das wäre aus meiner Sicht das Ziel für eine gesunde Rasse (oder gesunde Mischlinge): Nicht, dass es keine Erbkrankheiten mehr gibt (das ist, wie viele hier geschrieben haben, utopisch) sondern dass sie so selten werden, dass sie von selbst auf diesem Niveau bleiben und Testen nicht mehr nötig ist.
Wenn man dann hier liest, dass bei manchen Rassen 85% der Zuchtrüden Träger weniger Erbkrankheiten sind, ist das schon eine Katastrophe, die man keiner Rasse antun sollte.
Achtung, nicht vermischen: das Tragen von Gendefekten ist NICHT automatisch gleichzusetzen mit einer Erbkrankheit! Genau deswegen finde ich den Begriff "Gendefekt" so gefährlich.
Wenn wir von Merle reden (wie in dem Bsp mit den 85% der Deckrüden), sind das zu etwa 50% Gendefekte, die auch homozygot keine negativen Auswirkungen auf die Gesundheit haben.Gendefekt bedeutet nur, dass die ursprüngliche Funktion eines Gens eingeschränkt wird, trifft aber keine Aussage darüber, ob die Funktion dieses Gens für den Körper nützlich, egal oder schädlich wäre (im letzten Fall wären Gendefekt-Träger also sogar von Vorteil für die Population).
SavoirVivre Was für eine tolle Idee! Ich bin wahrscheinlich erstmal ne Weile nicht in Hamburg, aber so eine tolle Initiative! Vielleicht passt es ja irgendwann doch mal.
Im Mai gibt es ein Konferenzformat zum Thema "Hibbelhunde": die "Dog Intense 2022".
Da gibt es auch ein kostenloses Basispaket: https://fortbildungen.canis-symposia.de/s/dogflix/dog-intense
:)
die Nachfrage nach süssen Mixen ist riesig, und nicht alle sind krank und schlecht und kommen aus übelsten Bedingungen
Aber nur weil die nicht krank sind, sind die vielleicht trotzdem Träger von "Gendefekten" (wenn man es überhaupt so nennen will, außerhalb von Fachdiskussionen macht dieser Begriff mMn wenig Sinn, weil er negative Auswirkungen vorgaukelt, wo ggf gar keine sind). Man kann es nur besser ignorieren, weil nicht getestet wird.
"Gendefekt" heißt ja zu der Debatte übrigens nur, dass ein Gen seiner ursprünglichen Funktion nicht mehr nachkommt. Das kann sich auf den Organismus positiv auswirken (berühmtes Beispiel beim Menschen, das mir aus der Uni hängengeblieben ist ist CETP - ist dieses Gen defekt, wird mehr "gutes" Cholesterin produziert), neutral oder negativ.
Und es macht einfach keinen Sinn, Träger von neutralen Gendefekten (wie die allermeisten Merles es sind) von der Zucht auszuschließen
Wie man so etwas als "wenigstens wird irgendwas getan" schönreden kann, erschließt sich mir echt nicht, wo es doch 100000 sinnvolle Maßnahmen gegeben hätte, die nicht ergriffen wurden.
Wie wär's mit Leder Chelsea Boots?
Oh ja, Danke, die gehen ja in die gleiche Richtung wie die Redbacks! Danke, speicher ich mir gleich mal.