Beiträge von fliegevogel

    Wir geben nicht auf und gehen trotzdem unsere gewohnten Runden.

    Würde ich nicht machen. Momentan lernt sie wahrscheinlich gerade einfach nur, dass Spaziergänge gruselig sind. Angst schüttet Stresshormone aus und die bleiben im Körper, machen vernünftiges Lernen schwer und schaden auch physisch. Ich würde da mal ein paar Wochen so wenig wie möglich raus gehen. Zum Pinkeln und Co Minirunden, ab und an mal vor die Haustür, gucken lassen und wieder reingehen bevor sie Angst hat. Stattdessen drinnen spielen, kuscheln und vor allem viel viel schlafen lassen. Der Hündin einfach mal eine gewisse Zeit ohne Angst oder zumindest mit wenig Angst gönnen.

    Wir haben gelesen, dass man mit Hunden nicht sprechen sollte, wenn sie Angst bekommen

    Wieso das?

    dass wir auch noch viel Leinenführung üben müssen. Das klappt alles noch nicht wirklich

    Das kann mMn auch nicht klappen, solange sie so viel Angst und Stress hat. Würde ich erstmal komplett hintenanstellen.

    Bezüglich Trainer*innen: ich habe von Malin Schneider in Köln viel gutes gehört, denke die könnte bei eurer Thematik gut passen: https://www.malinschneider.de/

    Aber am Ende müsst ihr ausprobieren, mit wem ihr gut zurecht kommt.

    Solange ich in Sicht bin, nimmt er es nicht. Er legt sich oft daneben hin und versucht krampfhaft nicht hinzugucken. Wenn ich den Raum verlasse und wieder komme ist es weg.

    Ja, dann ist die Sache doch ziemlich deutlich: er ist durchaus futtermotiviert, traut sich aber nicht, wenn Du daneben stehst. Dann würde ich zum Training eines Markersignals da an setzen: Marker geben, Leckerli auf den Boden fallen lassen, aus dem Raum gehen. Wiederkommen wenn er aufgegessen hat und von vorne.

    da geht das Ordnungsamt Rgelmäßig wohl fleißg rum

    Jo, in Hamburg bspw. auch, trotzdem gehen haufenweise Leute mit unerzogenen unangeleinten Hunden in die Parks. Dass Deine Bekannten zahlen durften, ist ja der beste Beleg dafür, dass eben trotz dieser Regelungen Leute mit unangeleinten Hunden da rumlaufen.

    "Aus dem Weg gehen" ist also nicht nur moralisch der falsche Ansatz, es ist auch quasi unmöglich.

    SherlyH Aber auch bei der Definition von "es funktioniert" hat doch jede*r eigene Vorstellungen, die auch völlig legitim sind. Manche zählen den Rückruf nur als "funktioniert", wenn der Hund auf dem Absatz umgekehrt und ohne Verzögerung zurück kommt. Andere finden es auch völlig akzeptabel, wenn der Hund noch eben fix zuende schnuppert oder noch ne Runde mit seinem Hundekumpel dreht und dann angezockelt kommt. :ka:

    Ich denke nicht, dass irgendwas in der Hundeerziehung jemals wirklich vergleichbar ist oder dass irgendwas für Mensch-Hund-Team A genau dasselbe bedeutet wie für Team B.

    Und "jede Situation" kann ja nie jemand sagen, niemand hatte je "jede Situation".

    dass es ganz banal darum geht, ob der Hund 100% verlässlich hört oder nicht

    Aber selbst da sind ja 100% total individuell unterschiedlich. Wie wohnt man, was erwartet man, was nimmt man wahr, was für einen Hund hat man, was versteht man unter verlässlich, zählt man jede absurde Ausnahmesituation mit, wann sagt man überhaupt was...

    Ich denke nicht, dass selbst mit Deinem Verständnis 100% von Person A jemals exakt das gleiche sind wie 100% von Person B.

    ist das doch auch einfach ein Workaround, sprich Management - weil der Hund eben (noch) nicht hundertprozentig hört

    Oder es ist einfach nicht meine Erwartung, dass der Hund in Situation C hört. Dann sind doch 100% meiner Erwartungen erfüllt.

    Nochmal als Reminder: die Ausgangsfrage war nicht "Hört Dein Hund in jeder denkbaren Situation immer auf alles was Du sagst zu 100%?" sondern "Seid ihr bei 100%?" - das lässt deutlich mehr Interpretationsspielraum zu.