Beiträge von fliegevogel

    sondern oft um keinerlei Erfahrung

    Na ja, hier äußern sich ja auch genügend Menschen zum Thema Abschuss die keinerlei Erfahrung in der Populationsökologie oder Naturschutzgenetik haben. Usw. Ich persönlich kenne niemanden, der Erfahrungen mit allen Aspekten hat, die diesen Themenkomplex betreffen. Die Erfahrung der Tierhalter*innen ist eben nicht die einzig relevante Erfahrung. Aber natürlich wichtig!

    um Weltsicht geht es dabei nun auch nicht

    Natürlich ist es eine Weltsicht, anzunehmen, dass andere Meinungen nur dadurch zustande kommen können, dass anderen Erfahrung fehlt.

    Ich bin übrigens auch absolut dafür, dass Wolfsberater*innen praktische Arbeitserfahrungen im Umgang mit Wölfen haben sollten. Hier ging es ja aber gar nicht um Wolfsberater*innen sondern darum, sich generell privat zu dem Thema zu äußern.

    Ich habe mich ja darauf bezogen, dass sich die eigene Meinung sehr oft ändert, wenn man plötzlich selbst in der Situation ist

    Umgekehrt durfte ich auch schon Menschen (aus Stadt und Land) kennenlernen, deren "alle abknallen"-Welteinstellung sich ändern konnte, als sie mal Erfahrungen in der Wildtierbiologie sammeln durften. Auch das sagt ja einiges aus.

    Ich kenne aber auch tatsächlich einige Förster*innen, Waldarbeiter*innen und Viehhalter*innen, die den Wolf nicht für die Wurzel allen Übels halten, obwohl sie betroffen sind. Und säckeweise Städter*innen ohne Berührungspunkte mit dem Thema, die dank der entsprechenden Propaganda Angst haben, dass der Wolf ihre Kinder im Stadtpark frisst, weil sie das für Wildnis halten. Und natürlich aus allen "Lagern" Menschen, die die Sache so sehen, wie ich sie für vernünftig halte (was selbstredend widerum auch nicht die absolute und neutrale Wahrheit ist).

    Die Einteilung "Landbevölkerung, die Ahnung hat und daher nichts von Wölfen hält" und "Städter*innen die in einer realitätsfernen Blase leben und Wölfe kuscheln wollen" halte ich für wahnsinnig unterkomplex.

    Steht natürlich nicht bei jedem Hund dazu, aber durchaus häufiger

    Ja, das glaube ich. Aber da bleiben ja häufig noch genug Hunde übrig. Bei der Galgo Hilfe bspw. haben verschiedene Menschen aus meinem Umfeld sehr anfängerfreundliche Hunde adoptiert.

    sind die nicht eher mitteilsam

    Ich hatte Dich so verstanden, dass es Dir nur darum geht, dass der Hund die Nachbarn nicht nervt. Das ist erziehungstechnisch bei beiden Rassen gut machbar.

    Zu Hause in seiner Stadtwohnung kann man leicht über wolfskritische Leute lachen.

    A propos vereinfachend und verurteilend...

    Ich finde es bei verschiedensten Themen immer erstaunlich, dass Leute annehmen, andere könnten nur abweichender Meinung sein, weil sie weniger Erfahrungen haben. So viel Überzeugung, dass die eigene Weltsicht die einzig richtige ist, Wahnsinn.

    Da würden einige Rassen passen, finde ich. Aus meinem persönlichen Umfeld kenne ich Labradore, Golden Retriever, Pudel, Finnische Lapphunde, Chihuahuas, Zwergschnauzer und Collies, die ziemlich genau das Leben haben, was Du Dir mit Hund vorstellst, und sich sehr gut darin machen.

    Soll es denn definitiv ein Rassehund werden? Ohne spezifische Wünsche würde sich auch das Schauen bei seriösen Tierschutzvereinen lohnen, denke ich :nicken:

    dann aber auch eine natürliche Folge dass die Ablehnung dadurch immer größer wird und so mancher irgendwann zur (natürlich verbotenen) Selbsthilfe greift

    Wildtiere um die Ecke zu bringen, weil man seine Einfahrt nicht einzäunen möchte, ist nicht "natürliche Folge" von irgendwas, sondern eine bewusste Entscheidung zu einer Straftat. Kann man natürlich trotzdem machen, aber als natürlich beschönigen braucht man es nicht.

    ich frage mich ja gerade, wie die Hunde vor 1860 überlebt haben

    Das ist halt als Argument immer ein bisschen wie "vor der Pockenimpfung haben Menschen ja auch überlebt" - ja, klar haben sie überlebt, aber das heißt ja nicht, dass es ihnen heute nicht besser geht.

    Zum Thema habe ich zu wenig Fakten als dass ich ne Meinung haben könnte, aber diese Argumentation fällt mit auch häufig in Barf-Broschüren u.ä. auf und ich finde, sie greift etwas kurz.

    Also erstmal ist das nicht nur "Pubertät" (und geht von selber vorbei) sondern es ist aufkeimendes Erwachsenenverhalten, das voraussichtlich so bleiben wird. Du hast also - wie viele - einen sehr jagdinteressierten Hund und das wird wohl auch so bleiben.

    Ich würde Dir empfehlen, ruhiges Schauen zum Reiz zu belohnen und somit zu trainieren, nicht durchzustarten. Dafür braucht es eine Distanz zum Reiz, die groß genug ist, dass der Hund das noch leisten kann. Im zweiten Schritt kann man dann die Umorientierung zu Dir üben, aber ich persönlich glaube nicht, dass das ein Hund leisten kann, der noch nicht ruhig schauen kann.