Beiträge von fliegevogel

    Ich finde es erstaunlich, wie viele hier im Thread ganz sicher sind, dass die Bisse daran lagen, dass der Hund es einfach nicht mehr gemerkt hat und nicht an bspw rückwärts gerichteter Aggression bei versuchtem Abbruch oder so. Das steht doch gar nicht fest?

    Tut keiner. Es ist eine moegliche Erklaerung.

    Es steht auch nicht fest, dass der Hund aus der Beisserei raus beschlossen hat jetzt eben sein Frauchen mehrfach zu beissen..

    Naja, genau so lesen sich hier Beiträge à la "Das gehört doch nicht in die Kategorie gefährlicher Hund" aber. Wenn das nicht so ist und sich alle einig sind, dass da eine Überprüfung gerechtfertigt ist, wenn Hunde ihre Besitzerin krankenhausreif beißen, gibt's ja keinen Diskussionsbedarf.

    Tiere sind und wie Tiere handeln

    Gottseidank beinhaltet "wie Tiere handeln" ne größere Verhaltensspanne als "nicht mehr merken, in was man gerade beißt".

    Ich finde es erstaunlich, wie viele hier im Thread ganz sicher sind, dass die Bisse daran lagen, dass der Hund es einfach nicht mehr gemerkt hat und nicht an bspw rückwärts gerichteter Aggression bei versuchtem Abbruch oder so. Das steht doch gar nicht fest?

    Vinci lernt grundsätzlich gerne neues und arbeitet gerne, ist aber oftmals nicht allzu ausdauernd. Nach 4-5 Wiederholungen verleidet es ihm und er geht weg oder fängt an rumzukaspern.. Er ist schnell nicht mehr konzentriert und aufnahmefähig, liegt aber sicher auch noch etwas am Alter.

    Hier muss ich aber auch sagen, dass es - so wie ich es kenne - eh mit den meisten Hunden in dem Alter eher nicht so drin ist, von Neuem mehr als 4-5 Wiederholungen zu machen. Auf dem Spürhundeseminaren, auf denen ich bin, wird auch mit jungen Gebrauchshunden oder Border Collies oder ähnlichen "Arbeitstieren" nicht mehr gemacht, eher deutlich weniger.

    Das würde ich also als rasseunabhängig relativ hohen Anspruch sehen, den Du da hast.

    Stört im Alltag jetzt nicht extrem und wird ja auch immer besser, aber wenn ich mir vorstelle, einen Hund zu haben der dann bellt und nicht "nur" fiept... Muss nicht sein

    Von Deinen Schilderungen her - aber das ist jetzt natürlich keine Garantie - würde ich denken, dass Juro da auch eher fiepen, quietschen, grummeln, quieken, schnattern oder sonstwas würde, als Bellen. Das ist das, was ich vorhin mit "reden" meinte. Er bellt gar nicht soooo viel, ist aber dadurch bei Weitem nicht "leise" bei Aufregung.

    Insgesamt ist Juro aber auch recht "zackig" für einen Lapphund, nervöser und reizoffener (dafür aber auch ein Stück arbeitsfreudiger) als der Schnitt der in Deutschland gezüchteten Lappen. Er hat in seinem Stammbaum viel "paimensukuinen lapinkoira" - das was in Finnland die Arbeitslinie der Lappen ist.

    Es gibt auf Facebook ne recht aktive Gruppe, die heißt "Finnischer Lapphund in Deutschland" oder so. Da findest Du wahrscheinlich ein paar Leute, die grob in Deiner Nähe wohnen und deren Lappen Du mal kennenlernen könntest.

    Das Ganze zog sich so lange hin, dass es wahrscheinlich alle wieder vergessen haben, aber: Danke fürs Daumen drücken! Habe heute den unterschriebenen Mietvertrag für meine Traumwohnung bekommen. EIGENER GARTEN, Altbau, Holzfußboden, Bad mit Wanne und Dusche seperat, hohe Decken, hübsche Einbauküche, tolle Gassirouten vor der Tür und 2 Kilometer vom Arbeitsort entfernt :herzen1:

    Und - um den Threadtitel aufzugreifen und nicht nur anzugeben - ich habe sie tatsächlich Dank und nicht trotz des Hundes bekommen :lol:

    er sehr viel und oft hechelt, wo andere Hunde die Schnauze noch zu haben

    Da Juro auch bei Aufregung oft den Fang leicht geöffnet hat, kann ich dazu leider keine wirkliche Aussage treffen. Generell ist er im Sommer bei allen Aktivitäten ähnlich belastbar oder teils sogar belastbarer als die Hunde in meinem Freundeskreis und meiner Familie (die meist deutlich weniger Fell haben - Lagotti, Schäfermixe, Border Collie, Irischer Wolfshund). Wenn man gezielt einen Hund sucht, der auch bei größer Hitze noch Extremleistungen bringt, würde ich allerdings eher zu anderen Rassen raten. Das lese ich bei Dir aber nicht raus, da geht's ja denke ich nur um ein normal aktives Pensum.

    beim Trailen sind für Vinci oft die anderen Gerüche spannender als die Arbeit und das Trailen

    Das ist bei Juro nicht so, wenn er arbeitet, arbeitet er (es sei denn, die Ablenkung ist extrem, wie etwa ne läufige Hündin steht daneben oder jemand spielt nebenan mit seinem Hund Ball). Aber: das hing bei uns auch viel vom Aufbau ab. Generell würde ich schon sagen, wenn man beim Lappen fokussiertes, ernstes Arbeiten will, muss man sich auch im Aufbau genau so viel Mühe geben, wie man es vom Hund erwartet. Denn er kann sich eben auch gut alleine amüsieren, klebt einem nicht am Bein.

    Wie schnell sind die Finnen denn "aufgeregt" resp. wie reizoffen sind sie?

    Sie sind eben gemäßigte Treibhunde. Also solche schon reizoffen, ja. Aber das Fiepen und so aus Deiner Beschreibung klingt jetzt nicht so nach einem Problem von Reizoffenheit, sondern mehr von innerer Unruhe? Ist für mich gerade schwer zu erkennen, worauf Du hinaus willst. Generell würde ich sagen - das trifft aber meiner Erfahrung nach auf Schäferhunde bspw noch mehr zu - dass man schon auf Erwartungshaltungen achten sollte, wenn man keinen Hund will, der sich aufregt, sobald man vom Sofa aufsteht. Aber das kann man ja trainieren.

    Ich schreib mal ein paar Worte zu den Finnen - ist natürlich nur ein subjektiver Eindruck, aber ich kenne mittlerweile doch ein paar.

    WTP/WTW

    Haben sie definitiv. Ich mache mit meinem doch recht ernsthaft Spürhundearbeit und er ist im Vergleich mit den klassischen Arbeitshunderassen auf Seminaren nie abgefallen. Man muss sie nur aufgrund der etwas höheren Eigenständigkeit anders arbeiten als BC oder so. Das ist aber nicht unbedingt schwerer, hat halt alles Vor- und Nachteile.

    Bellfreudigkeit

    Ja. Sind keine leisen Hunde. Bei Aufegung wird gebellt und auch ansonsten viel "geredet". Da ja aber zumindest in meinem Alltag Aufregung keinen allzu großen Anteil einnimmt, würde ich nicht sagen, dass es deswegen per se lauter Hunde sind. Meine Nachbarn erwähnen immer lobend, wie leise mein Hund ist, weil zuhause ist er eben entspannt. Auf Spaziergängen mit anderen Hunden oder Trainingsseminaren sind wir aber definitiv meist die lautesten.

    etwas zu viel Fell

    Ist zucht-abhängig, würde ich sagen. Klar, haben alle Langstockhaar mit viel Unterwolle. Aber meinen empfinde ich bspw als gemäßigter als die meisten Spitze oder Collies und er hat auch im Sommer keine Probleme. Aber es gibt da schon sehr unterschiedliche Entwicklungen in der Zucht und da sollte man genau hinschauen, wenn einem das wichtig ist.