Mir ist gerade etwas aus meiner Kindheit eingefallen, das mich daran erinnert, wie hoch der "Hunde haben nicht zu beißen"-Anspruch ist.
Eine Schulfreundin von kam eines Tages mit einem großen Pflaster an der Nase zur Grundschule. Sie war im Krankenhaus gewesen, wo man ihr mit mehreren Stichen den Nasenflügel wieder an die Wange genäht hatte. Die Narbe ist noch heute sichtbar.
Was passiert war: Im Tierpark hatte ihr ein kleines Pony beim Füttern/Streicheln ins Gesicht gebissen.
Danach hing am Zaun ein Schild: "Auch Ponys können beißen!"
Nur mal so. Die Eltern haben das unter "blöd gelaufen" verbucht. Es war einfach klar: Ponys haben Zähne, sowas kann passieren.
Da Hunde eben Raubtiere sind und Bisse da tendenziell noch eine ganz andere Qualität haben, finde ich es total absurd und fahrlässig, wie viele Menschen denken, dass ihr Hund niiemals beißen würde und dementsprechend gar keine Vorsicht walten lassen, gerade im Umgang mit Kindern.
Ich denke, da sind wir uns hier alle einig. Wollte das nur mal da lassen, weil man die Schlagzeile "Pferd beißt Kind krankenhausreif" doch eher selten liest. Oder von mir aus "tritt", was sicher öfter passiert. Genauso wenig wie "Katze nach mehreren Beißvorfällen eingeschläfert". Mir ist klar, dass das nicht das Gleiche ist und ich will das auch gar nicht bewerten. Ich finde es einfach nur bemerkenswert, dass wir bei Hunden, die ja noch mehr als viele andere Tiere dafür prädestiniert sind, zu beißen, mehr als von allen anderen verlangen und erwarten, dass sie genau das nicht tun.
Und dass "Hund, der nicht im engen Sozialverband mit Menschen leben kann" so schnell ein Grund zum Einschläfern ist. Als ob ein Hund, der ähnlich einem Wolf im Zoo gehalten wird, kein lebenswertes Leben haben könnte (irgendeine Form der Beschäftigung mal vorausgesetzt). Ich bin absolut nicht generell gegen Einschläfern. Ich denke nur manchmal, dass die Anforderungen an viele Hunde viiiel zu hoch gesteckt werden und es ein Irrglaube ist, dass es dazu keine Alternativen gibt. (Rein theoretisch. Wer sowas bezahlen und umsetzen möchte, ist eine andere Frage.) Weil "ich habe einen Hund, um mit ihm täglich spazieren zu gehen und zusammen auf dem Sofa zu liegen" sich bei manchen Hunden einfach kaum mit dem deckt, was sie "bieten" können. Das für diese Hunde aber auch gar kein Lebensziel sein muss.
Sorry, falls ich etwas vor mich hin schwurbele. Ich bin nicht zufrieden mit den Formulierungen, habe jetzt aber nicht die Muße, es besser zu machen. Ich hoffe, die Essenz kommt irgendwie rüber.