Beiträge von Märchen

    weil draußen zu viele Reize sind und er dann eher drüber ist

    Das kann uebrigens auch ein Grund sein fuer weniger Gewicht.

    Eine meiner 'Kleinen' hat phasenweise noch immer Probleme mit gewissen Dingen. Als sie zurueck kam zu mir, ging gar nix. Die hatte so Angst und Stress und war entsprechend duenn. Und sie hat Unmengen an Kot abgesetzt...weil sie richtig viel Futter bekommen hat um nicht noch weiter abzunehmen. Je ruhiger/entspannter/sicherer sie wurde, um so besser wuerde das mit ihrem Gewicht. Sie ist noch immer schlank, aber mittlerweile eben nicht mehr duerr. Und durch anderes Futter, von dem sie weniger fressen 'muss' hat sich auch der Kotabsatz normalisiert..

    Daran dachte ich nämlich (also nicht explizit an Amica, sondern den hohen Verbrauch und miese Verdauung durch Stress). Deswegen auch meine Vermutung, dass die Zeit draußen etwas zu viel des Guten sein könnte.

    Was genau ist denn deiner Meinung nach zu viel an Programm?

    Naja, wenn ich das richtig verstehe, seid ihr an den Tagen, an denen ihr wenig macht, immer noch mindestens 1:45h unterwegs. Ansonsten bis zu 2:30h.

    Bei einem gesunden Hund unter einem Jahr fände ich das schon recht viel. Das ist ja die Zeit, in der die Hormone total verrückt spielen und je nachdem, wo ihr lauft, wird er da extremen Hormonstress abbekommen. Dazu kommt, dass euer Hund ja gar nicht richtig gesund ist und schon einiges mitgemacht hat, das ihn vermutlich in seiner Entwicklung gebremst hat.

    Und irgendwas trainiert ihr ja auch noch. Macht ihr regelmäßig mal Tage mit weniger, oder ist das wirklich das ganz normale tägliche Pensum?

    Für einen jungen, kranken Hund finde ich euer Tagesprogramm ganz schön viel. Das ist das erste, was mir aufgefallen ist.

    Auch 5x am Tag Kotabsatz finde ich extrem. Da würde ich vermuten, dass euer Hund dieses Futter einfach sehr schlecht verwertet und deswegen nichts "hängenbleibt".

    |) Außer es hat sich inzwischen geändert und die D User hauen mich gleich xD

    Es gibt Bundesländer, wie beispielsweise Niedersachsen, die haben sehr wohl eine Chippflicht. Auch angemeldet werden muss der Hund mit der Chipnummer im Hunderegister.

    Haftpflicht ist ebenfalls notwendig.

    Leider noch nicht überall Standard.

    Aber auch da kann ich trotzdem mit meinem ungechipten, unregistrierten Hund zum Tierarzt, ohne dass den das groß interessiert. Oder?

    Ich habe ein bisschen das Gefühl, dass du mich missverstehen möchtest. Ich habe nicht von allen Hunden gesprochen. Wobei die meisten sicher von Auszeiten von ihren Menschen profitieren würden (oder das bereits tun). Schon gar nicht sollst du jetzt deine Hunde (die die entsprechenden Gene vermutlich auch nur noch sehr begrenzt mitbringen - keine Wertung) jetzt 20 Stunden am Tag in ein Gehege sperren. Keine Ahnung, warum du das überhaupt auf dich und deine (unauffälligen!) Hunde beziehst. Für euch läuft doch alles gut. Abgesehen davon liest hoffentlich niemand meine Beiträge als Handlungsanweisung für seine eigenen Hunde.

    Ansonsten: Siehe unten.

    wenn ich dich richtig verstehe, dann geht es dir darum, dass viele Hunde in ein "Zuhause" gezwungen werden, das für diese Hunde einfach nicht passt.

    Hunde (Straßenhunde etc.), die von gut gemeinten Tierschutzmenschen eingefangen werden und dann über Tierschutzorgas an Halter vermittelt werden, die einen Hund "retten" wollen und dann geht das oft komplett in die Hose.

    Meinst du das?

    Jein. Das ist ein Beispiel von vielen, aber darum ging es mir in der Hauptsache nicht. Mir geht es eher um die Schnittmenge von Hundeleben und Menschenleben im Alltag. Dass gerade bei selbstständigeren und ursprünglicheren Rassen die Überschneidung eben nicht bei 90% liegen muss. Für manche Hunde ist das sicher so. Und andere sind sehr glücklich mit ihren 30% und zufrieden, obwohl sie den Rest der Zeit nicht vom Menschen in dessen Leben integriert werden, wie sich ein Mensch so ein Zusammenleben vorstellt. Und für manche liegt die Grenze nach oben vielleicht sogar bei 50% und alles darüber ist anstrengend.

    Doch, es ist so, dass alle Hunde genetisch darauf programmiert sind, sich an den Menschen zu binden.

    Das ist das Alleinstellungsmerkmal der Hunde gegenüber anderen Haus- und Nutztieren. Nur für den Hund ist sein Mensch ein vollwertiger Sozialpartner.

    Dass es einzelne Individuen gibt, die das aufgrund verschiedener Umstände nicht können oder wollen, heisst nicht, dass Hunde grundsätzlich ohne einen menschlichen Bindungspartner leben können. Erst die Zugehörigkeit zu seinem Menschen macht für den Hund sein Leben komplett. Das hat doch nichts damit zu tun, dass nicht für jeden Hund jede Lebenssituation passend ist. Und damit, dass manche Leute zu blöd sind, das Bindungsangebot ihrer Hunde an- und ernstzunehmen.

    Das mag ja sein. Nur kann Bindung doch sehr sehr viele Formen annehmen. Nicht jeder Hund braucht seinen Menschen ständig in 10 m Umkreis, um mit diesem eine enge Bindung einzugehen. Und manch ein Hund hätte vermutlich eine engere Bindung zu seinem Menschen, wenn ihm ansonsten mehr Raum gegeben würde.

    Das hat auch nur bedingt etwas mit der Lebenssituation zutun. Ich kann einen großen Hof haben und trotzdem einen HSH, Spitz oder Schäferhund völlig unpassend halten. Es ist viel mehr die Frage, wie ich mir das Leben mit Hund vorstelle - führen wir zusammen das gleiche Leben? Oder leben wir nur gemeinsam in der gleichen Welt, jeder an seinem Platz mit seiner Aufgabe und genießen die Schnittmengen, die es gibt?

    Und auch hier nochmal: Ich habe nie davon gesprochen, dass alle Hunde damit gut laufen würden. Ich verstehe auch gar nicht, wie man das so interpretieren konnte, aber gut. Ich wollte lediglich sagen, dass es diese Hunde gibt. In ganz verschiedenen Ausprägungen. Und nicht selten wohl auch dadurch Probleme entstehen, dass diese Ausprägung falsch eingeschätzt wird.


    Wurli Danke. Genau das meine ich.

    Das heißt du schlägst vor, dass Hunde, die Menschen so beißen, dass diese dauerhaft entstellt sind, bei ihren Haltern bleiben mit der Auflage, ihnen artgerechte Zwinger-Anlagen zu bauen?

    Oder sollen die Tierheime das erledigen? Oder wer?

    So pauschal sicher nicht, nein. (Vor allem weil auch mein Vertrauen in das Verantwortungsbewusstsein von Haltern solcher Hunde natürlich sehr begrenzt ist. Selbst, wenn diese nicht eindeutig schuld sein sollten.) Ich denke auch nicht, dass das jetzt DER neue tolle Lösungsansatz für aggressive Hunde ist, auf den vorher noch nie jemand gekommen ist. Und ich denke, dass es sicher viele vernünftige (nicht zuletzt finanzielle und platztechnische) Gründe gibt, warum das nicht gemacht wird. Ich bin wie gesagt auch absolut nicht dagegen, Tiere einzuschläfern, auch aus solchen Gründen.

    Trotzdem würde es mich freuen, wenn das irgendwer so machen würde. Klappt bei Leuten mit Wolfshunden/Wölfen/sonstigen Wildtieren, die sich als immer-dabei-Tiere disqualifizieren ja auch ab und zu.

    Ich sehe, dass die Nische, in welchen Formen Hundehaltung gesellschaftlich und teils auch gesetzlich akzeptiert ist, immer kleiner wird. Und glaube nicht, dass das immer so komplett zum Wohl der Hunde passiert. Und denke, dass so mancher Hund eben gar nicht erst auffällig werden würde, wenn er nicht immer mitten drin und dabei wäre. Und dass das trotzdem ein zufriedener Hund sein könnte.

    Als ob ein Hund, der ähnlich einem Wolf im Zoo gehalten wird, kein lebenswertes Leben haben könnte

    Äh.... Anders als der Wolf ist der Hund aber nunmal der einzige Canide der sich so eng an den Menschen anschließt. So eng das er uns als Sozialpartner sieht.

    Ich kenne persönlich tatsächlich keinen Hund den man so halten könnte ohne das der Hund da seelisch dran kaputt geht.

    Davon ab das so eine Zwingerhaltung nicht ohne Grund verboten ist.

    Es gibt also keine Füchse, die Menschen als Sozialpartner sehen? Und keine Wölfe? Als was denn sonst? Da frag ich mich schon, wie es diese Tierpfleger immer lebendig aus den Gehegen schaffen... die haben übrigens nicht selten auch Kontakt zu den Wölfen. Aber natürlich war das sowieso ein Extrem-Beispiel. Da kann man sicher noch ein paar Abstufungen in der Haltung zwischen "Tier im Zoo" und "immer-dabei-Familienhund" finden. Aber es gibt doch durchaus Hunde, die sich die allermeisten Annäherungsversuche durch Menschen verbitten. Darum ging es mir in der Überlegung. Und ich denke nicht, dass jeder Hund, der für tierärztliche Behandlungen per Blasrohr betäubt werden muss, keine Lebensqualität hat. Würde bei anderen Tieren ja auch keiner behaupten.

    Es ist doch einfach so, dass die allermeisten Hunde eben nicht zum Begleiten (und immer engeren Zusammenleben) gezüchtet wurden. Deswegen verstehe ich nicht, warum das heute scheinbar die Grundanforderung an jeden Hund ist, dass er das können muss. Und dass man so tut, als wäre das für den Hund so furchtbar schlimm, wenn er das nicht kann. Dass ein Hundeleben nicht mehr lebenswert ist, wenn der Hund nicht 24/7 oder zumindest den allergrößten Teil des Tages immer Zugriff auf familiäres Zusammenleben hat. Die meisten Hunde der Welt leben anders.

    Mal überspitzt gesagt: Der arme Wachhund muss draußen wachen. Der arme Jagdhund muss mit zur Jagd. Der arme HSH muss andauernd an der Herde sein. Die können gar nicht bei Saufgelage, Kindergeburtstag und Fußballspiel dabei sein, weil die sonst ganz aggressiv werden. Die armen, armen Hunde. Total ungeliebt und abgestoßen von der zivilen Gesellschaft. Die sind ja gar nicht dabei.

    Und ich sage: Schlimm für den Hund ist, wenn er nicht (begleiten) kann und trotzdem soll. Vor allem leidet sicher der Mensch, wenn er mit dem Hund nicht alles machen kann, wie er sich das vorgestellt hat. Es heißt "Der Hund, der beste Freund des Menschen" und nicht "Der Mensch, der beste Freund des Hundes" (ja, ich bin total stolz auf diese Feststellung) :lol:


    Was zählt eigentlich als Zwinger? Ist ein Wolfsgehege ein Zwinger, sobald ich da einen Hund unterbringe? Ist mein Garten ein Zwinger, wenn der Hund den oft alleine nutzt? :???:

    Mir ist gerade etwas aus meiner Kindheit eingefallen, das mich daran erinnert, wie hoch der "Hunde haben nicht zu beißen"-Anspruch ist.

    Eine Schulfreundin von kam eines Tages mit einem großen Pflaster an der Nase zur Grundschule. Sie war im Krankenhaus gewesen, wo man ihr mit mehreren Stichen den Nasenflügel wieder an die Wange genäht hatte. Die Narbe ist noch heute sichtbar.

    Was passiert war: Im Tierpark hatte ihr ein kleines Pony beim Füttern/Streicheln ins Gesicht gebissen.

    Danach hing am Zaun ein Schild: "Auch Ponys können beißen!"

    Nur mal so. Die Eltern haben das unter "blöd gelaufen" verbucht. Es war einfach klar: Ponys haben Zähne, sowas kann passieren.

    Da Hunde eben Raubtiere sind und Bisse da tendenziell noch eine ganz andere Qualität haben, finde ich es total absurd und fahrlässig, wie viele Menschen denken, dass ihr Hund niiemals beißen würde und dementsprechend gar keine Vorsicht walten lassen, gerade im Umgang mit Kindern.

    Ich denke, da sind wir uns hier alle einig. Wollte das nur mal da lassen, weil man die Schlagzeile "Pferd beißt Kind krankenhausreif" doch eher selten liest. Oder von mir aus "tritt", was sicher öfter passiert. Genauso wenig wie "Katze nach mehreren Beißvorfällen eingeschläfert". Mir ist klar, dass das nicht das Gleiche ist und ich will das auch gar nicht bewerten. Ich finde es einfach nur bemerkenswert, dass wir bei Hunden, die ja noch mehr als viele andere Tiere dafür prädestiniert sind, zu beißen, mehr als von allen anderen verlangen und erwarten, dass sie genau das nicht tun.

    Und dass "Hund, der nicht im engen Sozialverband mit Menschen leben kann" so schnell ein Grund zum Einschläfern ist. Als ob ein Hund, der ähnlich einem Wolf im Zoo gehalten wird, kein lebenswertes Leben haben könnte (irgendeine Form der Beschäftigung mal vorausgesetzt). Ich bin absolut nicht generell gegen Einschläfern. Ich denke nur manchmal, dass die Anforderungen an viele Hunde viiiel zu hoch gesteckt werden und es ein Irrglaube ist, dass es dazu keine Alternativen gibt. (Rein theoretisch. Wer sowas bezahlen und umsetzen möchte, ist eine andere Frage.) Weil "ich habe einen Hund, um mit ihm täglich spazieren zu gehen und zusammen auf dem Sofa zu liegen" sich bei manchen Hunden einfach kaum mit dem deckt, was sie "bieten" können. Das für diese Hunde aber auch gar kein Lebensziel sein muss.

    Sorry, falls ich etwas vor mich hin schwurbele. Ich bin nicht zufrieden mit den Formulierungen, habe jetzt aber nicht die Muße, es besser zu machen. Ich hoffe, die Essenz kommt irgendwie rüber.