Tatsächlich fühle ich mich weder getriggert, noch genervt und schon gar nicht aggressiv, wenn ich lese, dass jemand Homöopathie nutzt. Sich etwas zuzuführen, um sich danach besser zu fühlen, ist ein genuin menschliches Konzept (und genauso habe ich mein Beispiel mit Earl Grey und Schokolade übrigens auch gemeint
. Und obwohl ich mir auf der Ebene logischen Wissens darüber klar bin, dass eine Tasse heißer Earl Grey mit VLY Milch und 3 vegane Kekse keine intensiven heilenden Wirkstoffe haben, gibt es Zeiten, in denen sie mir aus Schmerzen heraus helfen, seelischen wie körperlichen. Sei es die Psyche, das Ritual, der Akt der Selbstfürsorge, mit der Einnahme verbundene Erwartungen … ja, ich spüre da durchaus eine Wirkung).
Hat völlig seine Daseinsberechtigung. Und seine Gefahren und Fallstricke, zu konsumieren, um sie besser zu fühlen. Und deshalb finde ich es wichtig, dass man soweit wie möglich versucht zu verstehen, was man da gerade macht und warum und was genau man erreichen will.
Ich würde mir einfach wünschen, wenn man mit der Gesundheit eines anvertrauten Lebewesens hantiert, dass man sich ein wenig darüber schlau macht, was hinter dem steht. Was der/die TE mit ihrem Thread ja durchaus auch versucht hat. Triggern, nerven oder gar aggressiv machen tut mich da gar nichts. Und ich finde auch absolut nicht, dass es mir da an grundlegendem Respekt fehlt - wie hier vorgeworfen wurde. Täte es dass, hätte ich nicht sicher nicht hingesetzt und Hahnemann gelesen im Versuch, den homöopathischen Ansatz zu verstehen.
Aber gefährlich finde ich es, wenn man sich so sehr auf eine (bislang möglicherweise erfahrene, aber nicht bewiesene) Wirksamkeit einer Substanz verlässt, dass man das wahrgenommene Ausbleiben eines heilenden Effekts oder gar eine Verschlimmerung eines Symptoms sich nicht damit erklärt, dass die Substanz eben nicht oder nicht genügend heilt, sondern ihr einen noch weniger greifbaren Effekt der paradoxen Wirksamkeit zuspricht. Die im Rahmen des Denkschemas aber wiederum als Zeichen einer zukünftigen umso größeren Heilungswirkung genommen wird. In dem Moment ist man nämlich schon mit einem Fuß auf einem Pfad, der nicht nur an der naturwissenschaftliche Herangehensweise vorbei führt (will ich keinem verübeln), sondern auch dabei, das unmittelbar Wahrgenommene weg zu erklären, um an der Hoffnung auf eine heilende Wirkung der Substanz festzuhalten.
Auch das ist übrigens ganz einfach menschlich. Deshalb schadet es, finde ich, nicht, sich ab und zu mal zu befragen, ob eigene Annahmen und Erwartungen gerade Serpentinen um etwas herum bauen. Ich selbst kann das öfter mal sehr gut gebrauchen und meine das keineswegs respektlos oder herablassend.