Beiträge von Phonhaus

    Hat völlig seine Daseinsberechtigung. Und seine Gefahren und Fallstricke, zu konsumieren, um sie besser zu fühlen.

    Du würdest doch aber nicht gegen Kopfschmerzen/Migräne oder nen heftigen Husten Earl Grey oder Schokolade zu dir nehmen in der Annahme, dass es hilft!?

    Das tun ja aber so einige Leute, die Homöopathie verteidigen.

    Beim Husten nicht. Da ich aber tatsächlich gegen meine mittlerweile gsd. seltenen Migräneattacken nix an Tabletten einnehmen kann, weil ich die sofort wieder auskotze, greife ich da tatsächlich zu Tee (nicht zu Keksen, die wandern auch sofort raus). Und ja, vom gefühlten Wohlbefinden hilft das. Mit einer ganzen Latte von möglichen rationalen Erklärungen dafür, warum es hilft. Aber die sind mir in dem Moment auch eher wurscht :smile:

    Tatsächlich fühle ich mich weder getriggert, noch genervt und schon gar nicht aggressiv, wenn ich lese, dass jemand Homöopathie nutzt. Sich etwas zuzuführen, um sich danach besser zu fühlen, ist ein genuin menschliches Konzept (und genauso habe ich mein Beispiel mit Earl Grey und Schokolade übrigens auch gemeint :smile:. Und obwohl ich mir auf der Ebene logischen Wissens darüber klar bin, dass eine Tasse heißer Earl Grey mit VLY Milch und 3 vegane Kekse keine intensiven heilenden Wirkstoffe haben, gibt es Zeiten, in denen sie mir aus Schmerzen heraus helfen, seelischen wie körperlichen. Sei es die Psyche, das Ritual, der Akt der Selbstfürsorge, mit der Einnahme verbundene Erwartungen … ja, ich spüre da durchaus eine Wirkung).

    Hat völlig seine Daseinsberechtigung. Und seine Gefahren und Fallstricke, zu konsumieren, um sie besser zu fühlen. Und deshalb finde ich es wichtig, dass man soweit wie möglich versucht zu verstehen, was man da gerade macht und warum und was genau man erreichen will.

    Ich würde mir einfach wünschen, wenn man mit der Gesundheit eines anvertrauten Lebewesens hantiert, dass man sich ein wenig darüber schlau macht, was hinter dem steht. Was der/die TE mit ihrem Thread ja durchaus auch versucht hat. Triggern, nerven oder gar aggressiv machen tut mich da gar nichts. Und ich finde auch absolut nicht, dass es mir da an grundlegendem Respekt fehlt - wie hier vorgeworfen wurde. Täte es dass, hätte ich nicht sicher nicht hingesetzt und Hahnemann gelesen im Versuch, den homöopathischen Ansatz zu verstehen.

    Aber gefährlich finde ich es, wenn man sich so sehr auf eine (bislang möglicherweise erfahrene, aber nicht bewiesene) Wirksamkeit einer Substanz verlässt, dass man das wahrgenommene Ausbleiben eines heilenden Effekts oder gar eine Verschlimmerung eines Symptoms sich nicht damit erklärt, dass die Substanz eben nicht oder nicht genügend heilt, sondern ihr einen noch weniger greifbaren Effekt der paradoxen Wirksamkeit zuspricht. Die im Rahmen des Denkschemas aber wiederum als Zeichen einer zukünftigen umso größeren Heilungswirkung genommen wird. In dem Moment ist man nämlich schon mit einem Fuß auf einem Pfad, der nicht nur an der naturwissenschaftliche Herangehensweise vorbei führt (will ich keinem verübeln), sondern auch dabei, das unmittelbar Wahrgenommene weg zu erklären, um an der Hoffnung auf eine heilende Wirkung der Substanz festzuhalten.

    Auch das ist übrigens ganz einfach menschlich. Deshalb schadet es, finde ich, nicht, sich ab und zu mal zu befragen, ob eigene Annahmen und Erwartungen gerade Serpentinen um etwas herum bauen. Ich selbst kann das öfter mal sehr gut gebrauchen und meine das keineswegs respektlos oder herablassend.

    Nochmal zur Frage nach der „Erstverschlimmerung“:

    Im homöopathischem Gebrauch geht die Begründung dafür zurück auf das Hahnemannsche Prinzip: similia similibus curentur. Es war die Grundlage seines medizinischen Ansatzes, dass Mittel, die in hoher Konzentration ähnliche Symptome im Organismus hervorrufen wie eine bestimmte Erkrankung, diese Erkrankung in geringer Konzentration heilen können.

    Es ist ein Gedankengang, der eher einen mimetisch/magisches Erkenntnisansatz anspricht als den in unserer Kultur gängigen logisch/empirischen Ansatz. Wobei Hahnemann zugegebenermaßen selbst sehr bemüht war - im Rahmen des Verständnisses seiner Zeit - seine Theorie empirisch zu untermauern.

    Ja, kann man drüber streiten und ja, man tut es auch :smile:

    Die gerne zitierte Erstverschlimmerung (im homöopathischem Kontext) ist innerhalb dieses Erklärungsansatzes insoweit schlüssig, als dass das verabreichte Präparat (in hoher Dosierung) eben ähnliche Symptome hervorrufen sollen wie die Erkrankung. Das ist aber nunmal überhaupt nicht greifbar und es bringt daher auch wenig Nutzen, sich darüber Gewissheit verschaffen zu wollen.

    Und da bin ich eben wieder bei dem höchst greif- und messbarem physikalischem Schaden, der durch eine Verstauchung hervorgerufen wird. Bei dem es sehr, sehr einfache und sehr häufig vorkommende Gründe dafür gibt, dass sich ein Symptom erstmal verschlimmert, die rein gar nichts mit einer Wirkungsweise oder anfänglich paradoxen Wirkungsweise eines Präparats zu tun haben. Und es bringt sehr viel Nutzen, sich darüber Gewissheit zu verschaffen. Denn daran kann man etwas ändern.


    Es ist sinnvoll, sich zuerst mit den einfach erklärbaren und ggf. beeinflussbaren Faktoren zu beschäftigen. Mit diesem Grundsatz wäre übrigens meiner Meinung nach Hahnemann selbst auch mitgegangen :smile:

    Hier musste es heute schnell gehen, war in Frankfurt und hatte hier dann Krisenbewältigung - und der Mann hatte morgens vergessen, die Hunde zu füttern :shocked:. Lilly und Momo haben von Lolalotta eine wie es scheint sauleckere Kaninchenwurst geschenkt bekommen und in der Brötchentüte waren Hörnchen. Dazu gab es gedünstete Äpfel und Möhren mit Kräutern, Algen und Leinöl. Wurde inhaliert:


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    Die ganze „wirkt Homöopathie oder nicht“-Debatte mal beiseitegeschoben (nein, bin auch kein Nutzer): Der Begriff der „Erstverschlimmerung“ ist gerade auch in der Homöopathie genutzt. So lange da keine präzise Vorstellung dahintersteht, welche Wirkungsweise des Präparats ggf. zu einer Verschlimmerung führen könnte, kann man damit auch nicht wirklich was erklären.

    Um es konkret auf eine Verstauchung runterzubrechen: Bei einer Verstauchung wurde ein Gelenk über seinen natürlichen Bewegungsspielraum hinaus bewegt, in Folge kommt es zu einer Überdehnung von Bändern und Gelenken, ggf. auch kleinen Rissen und Einblutungen und Schwellungen. Die wiederum Druck und Schmerzen verursachen.

    Ich wüsste absolut keine für mich nachvollziehbare Begründung dafür, dass sich an diesen auf einen physikalischen Einfluss zurückzuführenden Gegebenheiten durch eine Salbe mit verschwindend geringer Dosierung von pflanzlichen Wirkstoffen etwas verschlimmern sollte. Auch fürs Schmerzempfinden wüsste ich da überhaupt keine einleuchtende Erklärung. Es sei denn, die manuelle Stimulation, die mit der Salbengabe einhergeht, würde den Schaden und/oder das umliegende Gewebe zusätzlich reizen. Was dann aber nicht auf die Wirkstoffe zurückzuführen wäre, sondern die Verabreichung.

    Es gibt aber sehr naheliegende und gut bewiesene Erklärungen dafür, dass sich Symptome einer Verstauchung verschlimmern. Nämlich entweder, dass das gestauchte Gelenk nicht hinreichend geschont wird, oder dass der Schaden über eine simple Verstauchung hinausgeht. Und das würde ich unbedingt tierärztlich abklären lassen. Occham‘s Razor hilft mir persönlich oft sehr gut weiter, wenn ich mir über etwas klar werden will :smile: