Beiträge von Phonhaus

    Ich würde an Deiner Stelle auch rein aus dem Part heraus, den Du anbietest, agieren.

    Genau das - ich konnte es nur nicht so klar formulieren.

    Danke Dir, Du hattest es aber auch schon gesagt :smile:

    Da geht es auch nicht nur darum, dem Patienten die bestmögliche Beratung anzubieten, sondern auch darum, dass Therapeut*innen für sich klar abgrenzt, was ihr Part in der Behandlung ist und was nicht, also wofür andere Ansprechpartner*innen nötig sind, die in dem Bereich ihre Erfahrung haben. Das ist mit Sicherheit nicht einfach in einem Thema, das mehrere therapeutische Themen berührt. Und im Verlauf einer längeren Beziehung lockert sich da sicher auch etwas, weil man halt auch viel übereinander lernt. Aber für den Anfang und in einem neuen Themenbereich halte ich es für wichtig.

    Der Mann bietet als Teil seines therapeutischen Spektrums Stimmtransition an. Da ist es halt auch so, dass er nur einen kleinen Teil im Gesamtpaket leisten kann. Und sich da der Aufgabe sicher zu sein, ist auch wichtig zum Selbstschutz, wenn man in einem Bereich arbeitet, in dem man viel mit menschlichem Leid konfrontiert wird.


    Edit: Tiggy

    Ich würde Dir da auch gar nicht unterstellen, dass Du da so etwas kommunizierst. Nur die Einstellung „selbstgemachtes Leid“ selbst - die ist nicht ganz neutral. Kanns auch nicht sein, weil wir alle von dem geprägt sind, was wir gelernt haben, das ist überhaupt nicht als Vorwurf von mir gemeint. Ich würde sie halt trotzdem so gut wie es geht beiseite schieben bei Therapieplanung, weil sie unweigerlich einen Einfluss nimmt, der hinderlich sein kann.

    Tiggy

    Ich würde an Deiner Stelle auch rein aus dem Part heraus, den Du anbietest, agieren. Spreche an, was Du als mögliche Ursache für Schmerzen/Probleme identifizierst. Und parallel schauen, ob Du ihm mit Deinem physiotherapeutischem Instrumentarium Tipps für gezielten Muskelaufbau zur Kompensation geben kannst bzw. mit Entspannungstechniken Symptomlinderung erreicht werden kann. So dass der bestmögliche Kompromiss zwischen dem Bedürfnis nach optischer Angleichung und muskulärem Wohlbefinden erreicht wird. Auf einen Kompromiss wird es vermutlich rauslaufen :smile:.

    Wenn es um einen Binder geht: Da gibt es unterschiedliche Qualitäten und klare Trageempfehlungen. Er kann sich dazu beraten lassen (falls er das nicht ohnehin schon tut bzw. getan hat). Eine Anlaufstelle wäre z. B. dgti e.V.

    Falls er bereits konkret mit dem Gedanken an eine geschlechtsangleichende Mastektomie spielt bzw. schon erste Schritte dafür in die Wege geleitet hat, dann hat er höchstwahrscheinlich auch bereits entsprechende Beratung an der Hand, das Thema würde ich an Deiner Stelle erstmal gar nicht ansprechen.

    Edit: Zur Frage, ob und inwieweit das für ihn nötig ist: Das kannst Du aktuell schlicht nicht beurteilen. Mit dem Verdacht „selbstgemachtes Leid“ ideologisierst Du dieses Hilfsmittel und das kann dann bei einer Therapie ein Stück weit im Weg stehen. An Deiner Stelle würde ich versuchen, es ganz neutral als Hilfsmittel wie jedes andere nötige Hilfsmittel auch zu betrachten und darauf Deine Strategie aufbauen.

    Welche Form von Therapie bietest Du an? Physiotherapie? Hat er/sie denn schon psychologische Beratung? Gab es schon Schritte wie die Namensänderung, Hormongabe etc.?