Aktualisierung. Nach dem wirklich unerfreulichem Freitag habe ich mich bis auf die Gassirunde am Samstag größtenteils eingeigelt und gelesen. Mit nicht so dollem Fazit, entweder bin ich kritikasterischer als die letzten Jahre oder hab - trotz teilweise wirklich guter Kritiken - wirklich ziemluch danebengegriffen:
22. Lies ein Buch, in dessen Name oder der Handlung dein Sternzeichen vorkommt
Andreas Winkelmann: Wassermanns Zorn
Deutscher Krimi, hat mich nicht überzeugt. Die Figuren schwach gezeichnet und klischeehaft, die Täterpsychologie nicht glaubhaft und insgesamt viel zu unwahrscheinlich und konstruiert
23. Lies ein Buch, das in deinem letzten Urlaubsland spielt
Su Turhan: Kommissar Pascha
Das Buch ist weniger gut als die doch recht schnurrige Verfilmung. Ernsthafter, aber die Figuren wirken durchgängig platter als in den Filmen. Zu ernst für spaßigen Lokalkolorit-Krimi, zu klamaukig für eine ernsthafte Zeichnung des Zeitgeschehens. Aber man konnte es gut lesen.
28. Lies ein Buch mit einem Tier im Titel
Dieter Wischnewski - Pudel, Nerd und Nymphen
Börks. Einfach nur börks. Wenigstens ausgeliehen. Der Gedanke, nach Pudel im Titel zu suchen, war nix. Klischee, Stereotypen, übelster Machismo und Pseudohumor und ein Graus für jeden Tierfreund.
29. Lies ein Buch, in dem ein Wunsch erfüllt wird
Christian Handel (Hg): In Hexenwäldern und Feentürmen
Eine Märchenanthologie mit gleich ein paar erfüllten Wünschen. Und, wie im Märchen üblich, mut einem dafür zu entrichtendem Preis. Qualitativ sehr unterschiedlich, aber es waren einige gute bis sehr gute Geschichten dabei, hat Spaß gemacht.
31. Lies ein Buch, in dem eine Krankheit thematisiert wird
Meike Stoverock: Tod im Museum
Um das vorauszuschicken: Das Genre ist einfach wirklich gar nichts für mich. Bis auf wenige Ausnahmen - die wirklich herausragend sein müssen - mag ich keine Bücher, in denen Tiere als Menschen handeln. Dieses Buch ist nicht herausragend und für mich wieder ein Beleg, dass man bei Hobbitpresse nicht wie vor etlichen Jahren blindlings zugreifen kann. Aber es ist nicht schlecht geschrieben. Jemand, der mit dem Genre was anfangen kann, ist da vielleicht nachsichtiger.
Aber gut finde ich es auch nicht. Die von Kritikern attestierte „übersprudelnde Phantasie“ ist für mich eher eine beliebige Anreihung von bunten Gedankenfetzen ohne Kohärenz und mit nur mäßigem Witz.
Die laut Klappentext im Buch vorkommende Krankheit wird zwar thematisiert, aber nur am Rande.
33. Lies ein Buch, das in einem anderen Buch erwähnt wird ( Erwähnung des Titels, ein Zitat aus dem Buch, …)
Jonathan Carroll: Land des Lachens
Das beste Buch dieser Aktualisierung - abgesehen von dem, das ich gerade lese. Eine frühere Kategorie in dieser Challenge war mal „magischer Realismus“, da würde dieses Buch passen. Die Idee ist gut, wenn die Geschichte auch leider etwas vorhersehbar ist (bzw. hat er vermutlich einige Nachfolger inspiriert, durch die man das Setting kennt). Die Reise des Protagonisten und seine Motive sind plastisch beschrieben, der Einbruch des Surrealen ins Reale trotz Vorhersehbarkeit gut beschrieben. Getrübt war meine Lesensfreude dadurch, dass der Protagonist mit seinem teils wehleidigem Machismo mir grottenunsympathisch war.