Beiträge von Phonhaus

    Was im individuellem Fall erforderlich ist, ist eben individuell. Aber grundsätzlich kann man sagen:

    1. Wird bei einer gescheiten Ausbildung und Anleitung zum Assistenzhund darauf geachtet, dass der Hund in der Lage ist, das zu leisten und der Besitzer den Bedürfnissen des Hunds Rechnung trägt.

    2. Ist kein Körper metabolisch dazu in der Lage, 24/7 Daueradrenalinhoch zu haben.

    3. Lernt der Hund, wann sein Einsatz gefordert ist und wann nicht.

    4. Ist die Leistung, die Körpersignale und den Geruch seines Menschen wahrzunehmen nichts, was Hunde nicht ohnehin täten, eher ein Hintergrundrauschen. Wenn der Hund solide gelernt hat, worauf er reagieren soll, dann steckt er nicht in unentwegter Erwartung darauf fest, dass er reagieren kann, sondern entspannt sich. Das ist keine vergleichbare Arbeit wie z. B. die eines Border Collies an den Schafen, wenn er dort direkt gefordert ist.

    Und da sind wir bei einer Vorannahme - nämlich das Jemand mit einer Angststörung 24/7 Ängste hat, die den Hund in seinem Job fordern. Bzw. das ein Hund, der darauf achtet, über die Maßen mehr gefordert ist als ein Hund, der anderweitig auf die emotionalen Bedürfnisse oder eben auch Regeln und Grenzen seines Halters achtet.

    Ich hoffe echt, ich formuliere das hier möglichst neutral und es kommt nicht blöd rüber!!!

    Aber ich verstehe schon den Ansatz "unfair" in gewisser Weise, auch wenn ich es anders formulieren würde. Normalerweise gibt es in den Rasseanfragen immer wieder den Punkt Bedürfnisbefriedigung des Hundes. Das ist sonst immer zentraler Bestandteil.

    Ich finde es tatsächlich recht befremdlich, dass ein Hund so viel Verantwortung und Leistung erbringen soll. Und mir fehlt auch ein wenig der Nutzen dabei für den Hund. Ungewohnt, befremdlich, irgendwie anders. Vor allem, wenn bei dem aktuellen Stand nicht klar ist, ob ein Hund da wirklich zum gewünschten Erfolg führt.

    Das ist aber so ein weites Thema, dass es hier sicher den Rahmen sprengen würde und auch einfach an der falschen Stelle gelagert ist!

    Das Problem ist: Es ist nicht nur ein weites Thema. Es ist ein Thema, das durchsetzt ist mit vielen unangenehmen Themen. Mit Verwirrung, weil es (leider) noch recht neu ist. Mit Befürchtungen in Hinblick auf ungerechtfertigte Vorteilsnahme/Ausnutzung rechtlicher Möglichkeiten und blank eben auch mit Vorurteilen/Vorwegannahmen über Menschen mit psychisch/seelischen/nicht unmittelbar sichtbaren Leiden. Mit alten „Leistungsethiken“ etc. etc. Auf strikt rationaler Basis lässt sich das gar nicht diskutieren. Begründungen zum Nutzen gibt es mittlerweile mWn tatsächlich gar nicht so wenige.

    Und nebenher vermerkt müsste man sich dann weiterhin auch den Fragen stellen, was ein Familienhund davon hat, irgendwo Familienhund zu sein und ein Hund mit Job von seinem Job. Dann müsste man sich mal fragen, welche Maßstäbe man an das ansetzt, wovon ein Hund was hat, wie allgemeingültig die sind und wo man den Stellenwert von Mensch und Hund ansetzt.

    Was ich mich hier z. B. fragen würde, hätte ich diese Bedenken: Finde ich den Einsatz eines Blindenbegleithunds befremdlich, habe ich ambivalente Gefühle, wenn ich Dokus/Beiträge über sie sehe oder sie im realen Einsatz sehe? Wenn nicht: Welchen Hinweis gibt mir das darauf, wo der Unterschied sitzen könnte, den ich da mache?

    Ich kann es verstehen, dass Du Dir das schlecht vorstellen kannst. Aber habe es im Hinterkopf. Der Hund zeigt Sequenzen von Jagdverhalten. Dass es nicht zu der Sequenz Angriff und Tötung gekommen ist, macht das Verhalten nicht weniger ausgeprägt.

    Was Dir zu denken geben sollte, ist, dass er nicht abgelassen und sein Erregungslevel über die ganze Besuchszeit nicht wirklich herunterreguliert hat. Daran bemisst sich das Ausmaß und die Schwierigkeit.

    Und es zehrt am Nervenkostüm des Hunds und an seinen Hemmungen. Ich fürchte schon, dass es jederzeit passieren kann, dass die Hemmungen durchbrennen, die die Sequenz Angriff und Tötung blocken.

    Deshalb wünsche ich mir jetzt einen 'unbefleckten' Hund. Der noch lange spazieren gehen kann, der gerne schmust und spielt, der mit ins Bett kommt und der selbstbewusst und nicht ängstlich ist.

    Ob ich nochmal nen Kleinen nehmen würde, wenn ich in einer besseren Wohngegend wohne, weiß ich natürlich nicht, aber im "Brennpunkt" tut man sich mit kleinen Hunden echt keinen Gefallen.

    Also möchtest du nicht nur, dass dein Hund dir assistiert, dich dazu zwingt spazieren zu gehen, sondern auch noch, dass er dich beschützt? Oder dass er Eindruck macht?

    Dann bin ich hier ganz raus, das finde ich persönlich einem Hund gegenüber unfair.

    Hmh. Zumindest Assistenzhund - wenn es einer werden soll - ist ein Hund mit Job. Einem wichtigem Job.

    Klar, man muss seine Erwartungen anpassen an das, was ein Hund leisten und geben kann. Und seine Bedürfnisse beachten.

    Aber das Argument mit der „Unfairneß“ verstehe ich in dem Moment nicht, es sei denn, man weitet es auf alle Hunde mit Jobs aus. Dann wäre es auch unfair, einen Jagdhund, Diensthund, Herdenschutzhund oder Rettungshund dem Risiko auszusetzen, in Ausübung seiner Tätigkeit verletzt zu werden oder stressige/belastende Situationen auszuhalten.

    Ich würde bei dem Ausmaß des Jagdverhaltens und angesichts des Alters des Hunds auch eher überlegen, wie man die Zwei am besten voneinander fernhält, statt eine gezielte Zusammenführung zu versuchen. Ihr werdet die nie unbeaufsichtigt miteinander lassen können. Gibt es die Möglichkeit, den Kontakt ganz zu vermeiden?

    Ansonsten bin ich auch bei Regulierung über Gehorsam und striktem Verbot. Gibt es andere Dinge in Eurem gemeinsamen Alltag, die Du darüber regelst, dass der Hund es schlicht nicht darf und das auch akzeptiert - ohne körperliche Begrenzung?

    Die per Kommandopfote eingeforderte obligatorische letzte Schmuserunde, bevor ich ans Einschlafen denken darf :smile:

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    Ganz persönlich finde ich es lästig bis unhöflich wenn man mich wegen Lapalien anruft.

    Da sagste was :roll: begegnet mir beruflich STÄNDIG

    "Mein Wlan ist weg, sicher ham se mal wieder ne Internet Störung!!!!!!!!!!!!"

    Drücken sie doch mal auf den Knopf an ihrem Router wo Wlan dran steht bitte, dann haben sie das alles ganz alleine repariert :nicken:

    Ich, ca 10x am Tag :ka:

    Ich telefoniere beruflich recht viel, durchaus gerne und habe wegen des Themas (Nachlass) dabei nebenher auch einen Teil emotionale Unterstützung. Aber das ist für mich was ganz Anderes als Telefonate im Privatleben. Wer mich privat anruft, der gezahlt mich in alker Regel nicht fürs Gespräch.

    Wäre aber eigentlich mal ne Idee :denker:

    Telefonscheue oder telefonfreudige Kollegen habe ich quer durch alle Altersstufen.

    Ich finde den Wunsch nach einem Hund als Begleiter überhaupt nicht verwerflich. Und ja, das Interesse des Tiers zu wahren ist wichtig, aber es ist auch völlig legitim, menschliches Interesse hoch zu bewerten. Insbesondere in einer Situation, in der der Hund bessere Teilhabe am Leben ermöglicht. Das hat ja mittlerweile sogar der Gesetzgeber - endlich - eingesehen. Und für Notfälle gibts immer noch Hundepensionen, falls kein anderer Ansprechpartner da sein sollte. Was hier übrigens nirgendwo gesagt wurde.

    Gerade beim Assistenzhund wird bei der Anerkennung übrigens durchaus aufs Wohl des Hunds geguckt. Dass der Hund prinzipiell geeignet sein sollte und das Rüstzeug haben sollte, ist klar.

    Zu der Frage einfach nochmal verschiedene Punkte herausgepickt:

    Zitat

    Mir wäre wichtig, dass ich mit meinem Assistenzhund draußen keine Angst haben muss, denn durch das Trauma ist besonders die Angst vor Überfällen und im Dunkeln massiv angestiegen.

    Dazu ist ja schon Verschiedenes gesagt worden. Ein Hund kann dabei unterstützen, Sicherheit zu gewinnen. Er ist ein Begleiter, er gibt Gängen draußen eine Struktur, ein Ziel, ermutigt auch zum Rausgehen und dazu, sich mit den Ängsten zu konfrontieren. Was letztlich ein entscheidender Baustein für Fortschritte bei der Angstbewältigung ist.

    Die Angst nehmen kann er mMn nicht.

    Zitat

    Ich möchte, dass der Hund solche Aufgaben übernimmt wie: selbstschädigendes Verhalten unterbinden,

    Das wäre ganz klar eine Aufgabe für einen gut ausgebildeten Assistenzhund

    Zitat

    aus Albträumen aufwecken,

    Auch das ist eine Aufgabe für einen ausgebildeten Assistenzhund

    Zitat

    mich von potentiell bedrohlichen Menschen abschirmen/wegführen/dazwischenstellen,

    Das ist keine Aufgabe, die Du einem Hund ohne Weiteres übertragen kannst. Das sind Bilder eines ausgebildeten Personenschutzhunds, wie sie durch Medien ziemlich romantisiert suggeriert werden. Auch dazu steht hier ja schon Einiges, das ist einfach nicht realistisch.

    Was ein Hund möglicherweise tun wird: Er wird es merken, wenn Du ihn als Schutzschild gegen Menschen nutzen möchtest, die Du als bedrohlich wahrnimmst. Und versuchen, diesen Job auszuführen. Aber sehr sicher wird er dann eher auf Deine Signale reagieren, auf den Stress, den Du hast und abbildest. Und genau deshalb solltest Du bewusst nach einem wirklich sehr verträglichem, nervenstarken Hund greifen, der eben nicht unangemessen gegen Andere reagiert, wenn Du Stress hast.

    Was ein Assistenzhund in dieser Situation leisten kann: Dich auf Deinen steigenden Stresspegel aufmerksam machen und Dir signalisieren, dass Du Dich aus der Situation zurückziehen solltest. Dich dadurch stützen, dass er ruhig bleibt und bei Dir ist.

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    meine Wohnung absuchen, ob Einbrecher dort sind,

    Ich kenne keinen gesunden Hund, der fremde Präsenz nicht signalisiert :smile:

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    mir durch Körperkontakt Sicherheit geben.

    Auch das kann jeder Hund. Hier ist es aber durchaus auch sinnvoll, wenn eine entsprechende Ausbildung da ist. Umso eher merkt der Hund es, wennnDu das brauchst. Am Besten schon vor Fir.


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    Ist denn das Thema 'passt im Notfall auf mich auf' und 'Assistenzhund' überhaupt irgendwie unter einen Hut zu kriegen? Der Hund soll ja nicht 'grundsätzlich' andere Menschen angehen, sondern im Notfall, falls ich mal wirklich angegriffen werde und Hilfe brauche, da sein und mir helfen. Das ist ein ganz wichtiger Punkt für mich.

    Ein Assistenzhund passt auf Dich auf. Er registriert, was mit Dir passiert, er ist da, wenn Du emotionalen Support brauchst und er sensibilisiert Dich dafür, wann Du an Grenzen kommst.

    Vor der Welt schützen kann er Dich nicht. Und er hat auch keinen Filter dafür, wer Dir gut will und wer nicht.

    Aber einen Hund dabei zu haben ist per se schon ein gewisser Schutz und Abschreckungsfaktor.


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    Diese Zwangshandlungen könnten wieder kommen, wenn ich zurück in ne eigene Wohnung gehe.

    Und da hätte ich dann gerne einen Hund an meiner Seite, der mir bescheid sagt, falls jemand Fremdes in der Wohnung ist.

    Zwänge sind ein sehr komplexes Thema und fies und nutzen jede Lücke. Da würde ich auch nicht einfach so beiseite wischen, was pinkelpirscher geschrieben hat. Diese Befürchtung wäre für mich - auf mich selbst bezogen - definitiv ein Signal, den Schritt in die eigene Wohnung dann zu machen, wenn es therapeutisch begleitet wird. Ich bin da nicht mehr so up to date, aber ich meine, da müsste es im Zweifelsfall auch in einer Verordnungspause Möglichkeiten geben. Hast Du wen, der Dich da beraten könnte?

    Ich würde auf jeden Fall bei der Hundeplanung aber eher im Kopf behalten, ob und inwieweit ein Assistenzhund beim Ausstieg bzw. der Unterbrechung von Zwangshandlungen erfolgreich eingesetzt werden kann, abseits davon, dass er alleine schon durch sein Verhalten signalisiert, dass da niemand ist und die Ängste keine reale Grundlage haben.

    Ich wünsche Dir jedenfalls alles Gute und fände es sehr sinnvoll, wenn Du schon mal verschiedene Institute für die Ausbildung von Assistenzhunden kontaktierst.

    Darf ich euch mal was fragen, ich hab gelesen, dass die Generation Z eine starke Abneigung gegen das Telefonieren hat und manche keine Termine telefonisch ausmachen möchten.

    Was denkt ihr, woran das liegt? Würde mich total interessieren.

    Bin nicht Teil dieser Generation, aber die haben meine volle Sympathie.

    Ich bin gebürtige Westfälin in einer Familie aus lauter Rheinländern. Ein gutes Telefonat hat für mich 30 Sekunden, meine Tanten laufen nach einer Stunde gerade erst warm.

    In jungen Jahren hab ich das noch mitgemacht - da hatte es dann ja wegen Kosten auch irgendwann ein Ende. Mittlerweile gehe ich üblicherweise schlicht nicht mehr ans Telefon. Firmen sprechen aufs Band. Wer privat mit mir schwätzen will, der muss mich irgendwo treffen :smile:

    Hab allerdings auch Probleme bei der Verarbeitung auditiver Reize, die nicht ganz klar sind, das macht Telefonieren sehr anstrengend für mich. Ich kann Umgebungsgeräusche nicht ausblenden. Und wenn dann z. B. Dialekt, hastige oder nuschelige Sprechweise etc. auf Nebengeräusche in der Leitung treffen, dann verstehe ich nichts.