Beiträge von Phonhaus

    Hättest Du in dem Moment gesagt: „Ich übe gerade Reaktionen auf Menschen, die ungefragt meinen Hund streicheln“, hätte sie Dich bestimmt gefeiert :nicken:

    Schau Dir das Bild von Cusco und den Katzen an und frage Dich: Ist das Dein Idealbild, das, was Du Dir von Eurem Zusammenleben wünschst? Dann verabschiede Dich davon. Das sollte nicht Dein Trainingsziel sein, Dein Trainingsziel sollte sein, dass Hund und Katzen lernen, dass sie einander nichts angehen und sich im Zweifelsfall ignorieren. Das funktioniert aber nicht, so lange man im Kopf darauf hinarbeitet, Kontaktliegen und freundschaftliche Beziehung zu fördern.

    Dein Hund ist noch jung, ja. Aber Jagdtrieb und die Tendenz, Konflikte nach vorne zu lösen und Ressourcen zu sichern sind da. Das geht sehr wahrscheinlich beides auch nicht weg, den Umgang damit wirst Du ihr Leben lang haben. Wenn der Umgang mit Aggressionsverhalten etwas ist, was Du nicht möchtest oder nicht kannst und das möglicherweise verhindert, dass Du mit Cusco auch in Zukunft warm wirst, dann solltest Du die Rückgabe an den Verein in Erwägung ziehen.

    Das kannst aber natürlich nur Du selbst wissen, ob das jetzt gerade eher noch eine Phase von Kaufreue/Schwierigkeiten von der Umgewöhnung her ist oder ob ihre Anlagen einfach dauerhaft nicht zu dem passen, was Du Dir vom Zusammenleben wünschst.

    Es ist eine Sache, theoretisch im Kopf zu haben, dass Aggressionsverhalten beim Hund etwas ist, mit dem man rechnen muss. Wie es dann wirklich im Zusammenarbeiten ist, muss man erfahren haben, darauf bereitet die Theorie nicht vor. Aber umstellen darauf muss man sich dann trotzdem möglichst sofort. Ist nicht einfach. Schau da auf Dich und das, was Du leisten kannst.

    Ich ziehe nicht mal so sehr alte Videos heran. Denn ja - das sind Momentaufnahmen und gerade bei älteren Sachen kann es ja sein, dass sich was geändert hat. Um das zu wissen, müsste ich mir das Ganze anschauen.

    Aber auch dann bleiben Fakten wie die öffentliche Beschreibung von Vorfällen bzw. die Portraits der Hunde; die Tatsache, dass sie sich für die Rechtsform gUG entschieden hat; die vor ein paar Jahren verhängten Auflagen wegen völliger Überbelastung; das öffentlich ausgetragene Zerwürfnis mit Herrn Bode, damals noch de Hun‘nenhof; in Folge der Verlust des Standorts, der wegen der Startschwierigkeiten am neuen Standort nun ewig und sicher unschön für alle Beteiligten in der Schwebe hing; der Aufruf wegen einer Stromnachzahlung, aus dem zu lesen war, wie knapp auf Kante das Ganze genäht ist …

    Vergleichbare Probleme, allerdings in sehr, sehr, sehr viel kleinerem Umfang, habe ich in meiner aktiven Tierschutzzeit erlebt und es hat eigentlich immer irgendwelche Probleme nach sich gezogen. Und wo ich sie erlebt habe, war genau das Thema des hohen und sehr idealistischen Anspruchs an die eigene tierschützerische Leistung (jenseits des realistisch gut Machbaren) gekoppelt mit dem Bedürfnis, sich von denen abzugrenzen, die diesen Anspruch nicht in der Form geteilt haben (aber dafür vielleicht einen besseren Blick auf Zahlen, Bücher und Gesetze :smile: ).

    Angesichts des Umfangs, den das Projekt Hellhound Foundation hat - und auch angesichts des Risikopotenzials - ist eine solide pragmatische Basis mMn einfach unerlässlich. Das mag sein, dass Herr Mrozinski die bietet, aber davon ist halt nichts mitzubekommen. Deshalb kann ich das für meine Beurteilung auch nicht mit ins Kalkül ziehen.

    Das sage ich dir, weil ich Zwerghunde habe. 2 und 3 Kilo Hunde. Selbst wenn die sich zu absoluten Beißern entwickelt hätten, wäre das kein Problem und auch keine Gefahr für mein oder irgendjemandes Leben/unversertheit.


    Also ja ich kann komplett ausschließen jemals einen Hund zu besitzen der gefährlich ist für mich oder andere, weil ich niemals einen großen Hund halten werde. Ich hab absolut kein Interesse daran einen großen Hund zu besitzen und werde mir aus ganz vielen Gründen auch niemals einen "anschwatzen" lassen.

    Ich möchte nur ganz kurz darauf nochmal eingehen. Nicht aus whataboutism, sondern weil ich es wichtig finde.

    Der wirklich einzige Hund, der mich in mehreren Jahren Gassigängerzeit ernsthaft gebissen hat, war ein Rehpinscher-Chihuahua Mischling. Klingt lustig. Fand ich beim ersten Mal ohne Nachdenken auch.

    Beim zweiten Überdenken und mit etwas mehr Infos war es schon gar nicht mehr lustig. Das Kerlchen ist abgegeben worden von einer durchaus fachkundigen Person, nämlich einer Tierärztin. Die es wohl behalten hätte (obwohl man sich sicher im Feierabend nach einem ganzen Tag Arbeit mit mehr oder weniger unwilligen Patienten was Anderes wünscht, als daheim noch vom eigenen Hund angegangen zu werden). Aber da ging es auch um Mann und Sohn, die keine Lust auf täglich neue Blutergüsse hatten.

    Der Hund hatte ein völlig übersteigertes Aggressionsverhalten mit nicht eingrenzbaren Triggern. Genauer gesagt hat er sich seine Trigger selbst ausgesucht, wenn ihm gerade danach war. Passender Maulkorb für die Größe und Kopfform wäre seinerzeit eine Art „Hannibal-Lecter-Maske“ gewesen, nichts für eine Dauerlösung. Die ganze Familie war nervlich am Ende, weil es auch ohne ernsthaftes Verletzungsrisiko einfach eine Tortur ist, Tag für Tag im eigenen Rückzugsraum angegriffen zu werden.

    Nö, dieser Hund brauchte keine Sicherheitsverwahrung mit Schieber und keinen Platz in der HhF. Aber Fachkunde, Futter und ein Dach über dem Kopf. Ist auch nicht günstig, so auf einzelne Nasen umgelegt. Was ihm geboten werden konnte, weil es den Bereich Tierschutz und Unterstützer und Spender gibt, die hier - ohne Rechtsanspruch des Einzelnen - als Solidargemeinschaft für Andere fungieren. Auch wenn diese Anderen sich ihr Problem „selbst eingebrockt“ haben. Dass ein Hund zum Problem für andere gibt, das Risiko lässt sich durch Sachkunde und vernünftige Rassewahl zwar deutlich eingrenzen, aber ausschließen lässt es sich nicht.

    Dafür gibts Tierschutz. Und prinzipiell und grundsätzlich finde ich das erstmal eine tolle Sache. Halt mit einem eigenen Risiko behaftet, dass da zutage tritt, wo sich Ideal/Ideologie und Selbstanspruch mit Pragmatismus, pedantischem/buchhalterischem Denken und reiner Machbarkeit ins Gehege kommen.

    Die flapsigen Ausdrücke von ihr sind ihre Art mit dem Stress und der nervlichen Belastung umzugehen - und ja, die Wortwahl liegt nicht jedem.

    In Gesprächen mit den anderen Helfern habe ich aber auch Leute kennengelernt, die sie gerade für diese Texte feiern, weil sie nicht den Mut verliert, obwohl 'alles' mal wieder schiefgeht, siehe Geldgeber, Umzug, Bauamt, Bürgerinitiative, usw.

    Ja. Und genau das ist ein Punkt, der z. B. auch mir aufstößt. Sie nutzt diese Schnodderigkeit eben nicht (nur) als coping mechanism, sondern sie baut darauf ihre „Marke“ auf. Das mag betriebswirtschaftlich clever sein, ich könnte mir schon vorstellen, dass es mehr Spendenwillige anlockt als abschreckt.

    Aber es hat nunmal auch Auswirkungen aufs Selbstbild, darauf, womit man sich identifiziert und damit auf das eigene Verhalten. Ggf. auch auf Erwartungen an Andere. Ganz ab davon, dass der Humor meinen Geschmack nicht trifft: Das damit skizzierte Bild davon, was ein engagierter Tierschützer so alles aushalten kann (sollte/muss) ist aus meiner eigenen Erfahrung zu meinen Tierschutzzeiten heraus nichts, was ich unterstützen möchte.

    Was Frau Bokr natürlich völlig wurscht sein kann, 1. ist sie selbst groß und kann selbst entscheiden, was sie sich zumutet, und wie viel Risiko sie damit eingeht und 2. vermute ich tatsächlich, dass es aus Fundraisingsicht tatsächlich sogar hilfreich sein könnte.

    Aber für das Thema „Erwartungen an Hundeschutz“ hats mMn keine gute Auswirkung.