Ich hab ja auch ne zeitlang mit ausgebildet. Betriebswirtschaftlich betrachtet ist das ganz einfach: Gutes Personal bekommt man, wenn man anständig ausbildet, anständig bezahlt und die Rahmenbedingungen so sind, dass die Leute ihren Job auch anständig tun können. Natürlich ist die Selbstidentifikation mit dem, was man tut, ein Teil davon, aber eben nur ein Teil.
Arbeitsteilung da, wo erforderlich, Kontrolle (heute gerne Feedback genannt), wo erforderlich und Steuerung anhand der Stärken des Einzelnen gehören auch dazu. Wenns an einer der Stellschrauben hapert, dann reißen unerwünschte Nebeneffekte ein. Ausnahmslos überall - auch (bzw. sogar gerade) in einer Poststelle kann sich jemand bei Überlastung, falscher Qualifikation oder fehlender Feedback-, Weiterbildungs- und Unterstützungskultur hoffnungslos verzetteln. Ohne dass er deswegen tatsächlich unfähig sein muss. Und auch da wird Derjenige das mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit entweder nicht sehen oder verdrängen und bewusst oder unbewusst daran arbeiten, es zuzudecken. Ist Bestandteil des menschlichen Charakters, wenn auch unterschiedlich ausgeprägt.
Und deshalb sehe ich schwarz, wenn das Thema - wieder mal - an einzelnen Personen aufgehängt wird. Ja, das ist ein Bestandteil. Wenn sich das gleiche Schema aber immer und immer wiederholt, dann stimmen die Grundlagen nicht.
Und dagegen kann nur die Gesellschaft gemeinsam was tun. Was sie nicht tun wird, solange die „Sündenböcke“ da sind.