Ok. In den allermeisten Fällen gehen Hunde nicht „aus dem Nichts“ aufeinander los. Da ist kommunikativ vorher schon eine ganze Menge gelaufen. Nur: Wenn man seine Pappenheimer nicht wirklich gut kennt, dann sieht man das einfach nicht. Und da wird es schwierig.
Ihr habt als Halter durchaus die Möglichkeit, das Verhalten und Verhältnis Eurer Hunde zueinander zu regulieren. Zumindest in einem gewissen Rahmen. Bisher habt Ihr da scheinbar drauf verzichtet und das läuft jetzt aus dem Ruder (und es wird auch immer schwieriger, denn irgendwann haben sich die Zwei auch komplett überworfen. Und dann ändert Ihr daran nix mehr). Natürlich würde ich das auch mal rundherum medizinisch abklären lassen. Aber:
Wenns keine chronischen Schmerzen sind, dann spielt es nicht die entscheidende Rolle, ob er oder sie hormonell gerade ein wenig ausgeklinkt snd oder sich pubertäre Auswüchse manifestieren. Auch wenns da Frust und schlechte Laune gibt, ist das kein Grund, am Anderen sein Mütchen zu kühlen. Und seitdem ich zwei habe, ist das die Hausregel, die immer und ausnahmslos gilt. Ich trete meinem Mann ja auch nicht vors Schienbein, wenn ich meine Tage kriege (auch wenn ich manchmal echt gern würde). Heißt:
Indoor herrscht hier mal moderates Spiel, ansonsten Ruhe. Wer stänkert, darf sich auf seinen Platz begeben (hier haben die Hunde zwar selbst ausgewählte, aber unterschiedliche Plätze). Folgendes wird hier indoor im Ansatz unterbunden:
- Platz streitig machen,
- Stalken,
- aufdringliches Beschnüffeln,
- Weg vertreten oder versperren
- Sonstiges körperliches Bedrängen, Schubsen, Niederstarren, zwischendrängeln ...
- Napfkontrolle
Sobald ich scheele Seitenblicke, gehobene Kinne oder körpersprachliches Drängen oder Schicken registriere, werde ich aufmerksam. Und zwar so, dass die Hunde mitkriegen, dass ich aufmerksam werde. Da muss ich dann auch gar nichts sagen.
Das klingt erstmal superstreng, aber ich habe im Bekanntenkreis üble Beißereien unter miteinander lebenden Hunden mitbekommen, die in einem Fall auch tödlich geendet sind. Das möchte ich nie erleben, und deshalb bin ich da sehr wachsam. Und das funktioniert völlig ohne irgendein Alphagetue - sondern darüber, dass die Hunde wissen, dass es ihnen gut geht, wenns hier friedlich ist.
Aber Voraussetzung ist da halt, dass Ihr lernt, die „kleinen“ Anzeichen zu sehen und die Hunde immer ein Stück weit mit auf dem Radar sind, sobald alle in einem Raum sind. Und dass Ihr ihnen klar und fair vermittelt, wenn ein Verhalten für Euch inakzeptabel ist und sie das auch verstehen. Den Job hab hier ich, mein Mann ist nicht so aufmerksam und dem wär das auch zu stressig.
Wenn Ihr das nicht möchtet, dann ist Trennen dann, wenn keine gezielte Aufsicht da ist, die bessere Option.