Beiträge von Phonhaus

    terriers4me

    Ich kann Dir nichts zu HhF spezifisch sagen, da finden sich auch wenig Infos. Aber zur Organisationsstruktur Tierschutz insgesamt:

    Eine Kommune hat die Verantwortung für Hunde, die auf ihrem Gebiet gefunden werden und ein Amt hat die Verantwortung für Hunde, die es dauerhaft beschlagnahmt. Diese Verantwortung wird vertraglich geregelt dann an Einrichtungen abgegeben. Meistens so organisiert, dass eine Kommune einen festen Vertrag mit einer Einrichtung hat. Die Aushandlung ist individuell.

    Natürlich kann es aber sein, dass die betreffende Einrichtung nicht ausreichend Kapazität für „special needs“ Hunde hat und dann anderweitig geguckt und ein individueller Vertrag ausgehandelt wird. Und genauso kann es sein, dass eine Einrichtung nach einer anderen Stelle für einen untergebrachten Hund sucht, weil sie ihn selbst nicht adäquat unterbringen kann. So kommen z. B. auch Hunde zu SinL, wenn dort ein Platz frei ist.

    Bei Abgabehunden ist der Staat komplett draußen, das ist Eigenleistung der Vereine bzw. Unternehmen (die HhF ist ja kein Verein).

    Ich hätte nirgendwo gesehen, dass die Hellhound Foundation mit irgend einer Kommune einen festen verpflichtenden Vertrag hat. „Aufs Auge gedrückt“ bekommen kann sie bei den vorgenannten Konstellationen nur insofern was, als dass das Argument der Tötung des Bunds im Raum steht - oder gerne auch mal, dass der Hund ein innerfamiliäres Unglück verursachen wird - wenn sie ihn nicht möglichst bald nimmt.

    @Das Rosilein

    Ja. Aber wenn ich denn nun - auch ich musste mir in der lateralen Führung natürlich Menschen anschauen - einem Beschäftigten vernünftig erklären kann: „Das und das sind die Strukturen, die Dein Arbeitgeber (der dafür sorgt, dass Du abends Deine Brötchen auf dem Tisch stehen hat) vorgibt und da ist der Freiraum, innerhalb dessen Du Deine persönlichen Stärken einbringen kannst“ dann hat das größere Chancen zu funktionieren.

    Wenn der Einzelne hingegen in einer Lage ist, dass er organisatorisch mehr oder minder selbstverantwortlich ist, seine Finanzierung selbst auftreibt (und ja, da hilft ein gewisser Showeffekt heute scheints), sich zunehmend als Einzelkämpfer fühlt - und ebenso gefühlt in seinem hehren Anliegen von Leuten dreingeredet bekommt, die aus seiner Sicht Erbenszähler und Sesselpupser sind und außer Auflagen wenig zu bieten haben - dann hat das weniger Chance zu funktionieren.

    Auch das ist eine strukturelle Frage :smile:

    @Helfstyna

    Ich widerspreche da überhaupt nicht :ka: Mir gehts nur einfach nicht darum. Sondern wie im Beitrag eben: Mir gehts darum, dass ehrenamtlich organisierter Tierschutz eben auf die Leute angewiesen ist, die es machen. Mit allen Stärken und Schwächen. Und ob die es gut machen oder nicht.

    Und wenn die Erfahrung doch zeigt, dass das immer und immer wieder übel schief gehen kann - dann überlege ich für meinen Teil nicht an den Menschen, sondern an den Strukturen. Menschen kann ich nicht ändern. Strukturen schon.

    Lysaya

    Falls Du mich meinst: Ich habe diesen Spruch nicht geäußert =) Und ich habe ihn hier im Thread ehrlich gesagt auch nicht gelesen. Das Thema mit dem „den Hund Aufnehmen“ bezog sich auf die Frage nach den „Erfolgsgeschichten“.

    Aber insoweit ja: Wenn den Hunden jetzt etwas hilft - ganz sachlich betrachtet - dann Arbeit, Organisation und Geld. Soweit würde ich mit dem Spruch durchaus konform gehen. Und was Hunden in Zukunft helfen bzw. solche Auswüchse vermeiden würde, wäre mMn dahingehend aus den Fehlern lernen, dass die Organisation für die Unterbringung von Abgabehunden auf neue Füße gestellt gehört.

    Und auch hier ja: Das wird weder ohne Geld gehen noch ohne gesamtgesellschaftliche Bereitschaft, da anders Verantwortung zu übernehmen als bisher.

    Den Schuh muss sich keiner anziehen. Nur wird sich halt nichts ändern, wenns auch keiner tut.

    Es sind sicher nicht alle Hunde bei der HhF untrainierbare Brecher.

    Aber wenn ich mich - außerhalb den Tierschutzengagierten - bei den mir bekannten Hundehaltern umschaue, wirds auch bei den Hunden mit einfach blöd gelaufener Vorgeschichte schon eng mit Leuten, die sie gut führen und gern nehmen. Es gibt welche. Aber nicht genug für die Langzeitinsassen, die da sind.

    Und Training im Tierschutz findet mal statt und mal nicht. Abhängig von den finanziellen Ressourcen und den vorhandenen kompetenten ehrenamtlichen Unterstützern.

    Menno. Ich hab mir gestern für heute eine Vorspeisenplatte mitbestellt (dachte an gegrillte Gemüse Antipasti). Machte das vorhin auf: Mehr als die Hälfte war Meeresfrüchtesalat. Was zwar für die Qualität der Pizzeria spricht, für mich nun aber eher traurig war. Allerdings war die Portion gigantisch.

    Also gabs für mich Ciabatta mit Oliven, eingelegten Pilze und Auberginen und Aioli - und die Hunde haben fürstlich und begeistert Meeresfrüchtecocktail gespeist :lol:

    Heute abend gibts Markklößchensuppe für Mann und Nudelsuppe mit Ei und zwei Hainbuchenröhrlingen für mich.

    Ja. Es gibt Leute, die solche Sachen mit viel Erfahrung und einem soliden, verlässlichen und kompetentem Netzwerk im Hintergrund aufziehen und SinL scheint da ein exzellentes Beispiel zu sein.

    Nur leider viel zu wenig. Und hätten die krassen Einschränkungen in der Zeit von Corona angedauert, wäre auch da vermutlich eine ernsthafte Finanzierungskrise abzusehen gewesen, wenn Einnahmen aus Veranstaltungen/Trainings, Seminaren und ggf. in Krisenzeiten auch Spenden wegbrechen, siehts auch bei bester Organisation im Tierschutz zappenduster aus.

    Nochmal: Ich will Frau Bokr hier nicht persönlich verteidigen (ebenso wie ich sie nicht verurteilen will). Mir gehts drum, dass aus meiner Sicht das System „größtenteils ehrenamtlich organisierter Tierschutz, Übernahme der Verantwortung für Abgabetiere von Denjenigen, die es halt machen“ diese Problemfelder erzeugt, völlig unabhängig von den handelnden Personen. Und mein Fazit - aus meiner eigenen sehr betriebswirtschaftlichen Berufserfahrung heraus - wäre:

    Eine Gesellschaft will einen vernünftig und gut organisierten Hundeschutz? Dann soll sie die Leute dafür gut ausbilden, gut bezahlen und Rahmenbedingungen schaffen, innerhalb derer sie ihren Job gut ausführen können.

    Hier sehe ich halt den Knackpunkt. Man kann sich tausendmal wünschen, dass es viel mehr Projekte wie SinL gibt - vom Wünschen kommen die aber nicht.