Beiträge von Phonhaus

    Noch ein Anlauf:

    Mit Ballspielen triggerst Du den Beutetrieb. Also pushst Adrenalin hoch. Sowohl beim Hund, der spielt, als auch bei dem, der zugucken muss, dem schnellen Bewegungsreiz ausgesetzt ist, ihm aber nicht nachgeben darf. Und Du pushst den Wunsch zur Ressourcenverteidigung. Arbeitest also massiv dagegen an, dass die Hunde sich in Deiner und ihrer Gegenwart entspannen und Ruhe halten können.

    Was die Hunde lernen sollen: Vertrauen. Entspannung. Ruhe halten. Impulskontrolle. Frustrationstoleranz. Respekt vor Euch Menschen und Akzeptanz der vorgegebenen Hausregeln.

    Was sie dabei nicht gebrauchen können: Adrenalin und zu viel Action. Willkürliche, aus Hundesicht nicht nachvollziehbare Entscheidungen. Frei verfügbare Beute, wenn beide anwesend sind. Spannung und Druck (bitte Führung nicht mit Deckeln verwechseln).

    Das Bällchen tut da gerade nix Gutes.

    Und nochmal angemerkt: Hunde kennen keinen „Neid“. Alles an Wertung was so aus dem Kreis menschlicher Moral, Fairneßverständnis und Gerechtigkeitsempfinden kommt, ist bei Hunden falsch angebracht.

    Ressourcenverteidigung hat mit Neid nichts zu tun. Das Eigene zu verteidigen und sich nicht unterbuttern zu lassen ist genetisch einprogrammiert, natürlich unterschiedlich ausgeprägt. Aber rein von den geschilderten Elternanteilen her haben Deine Hunde da beide ein gutes Päckchen mitbekommen.

    Damit muss und kann man arbeiten, aber nicht so. So explodiert das irgendwann.

    Deine Hunde werden nie „teilen“. Mit der Aufteilung seid Ihr Menschen beauftragt.

    Und den Meisten hier gehts nicht um Haue. Hatte jedenfalls definitiv nicht den Eindruck.

    Man muss sich halt vergegenwärtigen: Da hat jemand nicht ganz um alles wissend einen Hund mit Potential übernommen, hat die Erfahrung gemacht, dass dieser Hund bei ihr an der Leine für den anderen Hund tödlich zugelangt hat. Sich bei der weiteren Recherche festgestellt, dass ihr wegen des Phänotypus möglicherweise grundsätzlich der Entzug des Hunds droht und überlegt jetzt daran, vor diesem Hintergrund woanders neu anzufangen.

    Für einen Hund, den sie erst seit Kurzem hat. Der für lange Zeit und vielleicht zeitlebens wachsame und zuverlässige Führung braucht, mit dem „einfach mal so Gassi“ möglicherweise lebenslang nicht geht. Der unter Umständen auch richtig teuer wird. Und bei dem Höhen und Tiefen einfach zu erwarten sind - Manus Hundewelt hat darüber ja schonmal sehr schön geschrieben.

    Das ist schon eine Hausnummer, das macht man nicht mit halbem Herzen. Wie gesagt, ich kenne zwei Familien, die haben das getan. Und haben dabei anständig Federn gelassen, auch wenn sie hundertprozentig dahinter standen (und stehen). Und das war hier im Grenzgebiet, da musste sich keiner einen neuen Job für suchen.

    Die Entscheidung, Loki von Asgard der gute musst Du treffen. Ich hab keine Ahnung, wie verwurzelt Du bist und ob Du Lebensveränderungen gut wegsteckst.

    An Deiner Stelle würde ich aber für diese Entscheidung alle Stimmen mitnehmen. Auch und gerade die Kritischen. Und die, die sich wiederholen. Auch wenns erstmal ätzend und nervig ist. Du wirst für das Alles viel Kraft und ein dickes Fell brauchen. Egal, wo die Reise für Dich und Loki hingeht.

    Ich wünsch Dir dafür alles Gute und einen hellwachen Blick :smile:

    Mal davon ab: Als wir uns Lilly (Bulgarin, kam allerdings über den deutschen Tierschutz zu uns) geholt haben, wussten wir um ihr Wesen und konnten einschätzen, dass wir damit zurecht kommen.

    Wir wollten da auch nicht „helfen“ sondern haben hier einfach den Platz für einen leicht deprivierten Angsthund. Ne Helferleinkrone wollen dafür weder mein Mann noch ich. Es passt, wir haben mit der Maus nicht mehr oder weniger Erfolgserlebnisse oder Krisen als andere Hundehalter auch. Nur sind es eben andere Erfolgserlebnisse und Krisen. Und deshalb darf es auch gerne immer wieder ein Tierschutzhund sein.

    Wären wir nach Strich und Faden belogen worden hätte mein Mann da mit Sicherheit dicht gemacht. Wir sind aber im Gegenteil eher „überaufgeklärt“ worden :smile:

    Ich bin mit Kurzleine am Geschirr und separater Leine am Halsband gelaufen. Und da ich nicht der Bewegungskoordiniertesten und Anmutigsten Eine bin, habe ich das vorher tatsächlich geübt, bis ich mich im Handling sicher gefühlt habe. Man muss aber auch sagen, dass der Verein, für den ich mit dem Gassigehen angefangen hab, auf Listis spezialisiert war. Heißt, ich gab im Vorfeld Tipps ohne Ende bekommen und auch Feedback zur Leinenhaltung. Weil niemand wollte, dass mit diesen Hunden noch irgendwas passiert.

    Das Üben würde ich Dir auch raten, auch gegen die Angst. Das beste Material, der beste Maulkorb schützt Dich nicht zu 100% davor, dass Du in eine Situation kommst, in der Du Deinem Hund weh tun musst, um schlimmeren Schaden zu verhindern. So hässlich das auch ist. Wenn Du jetzt wirklich mit Deinem Hund unter ganz neuen Voraussetzungen anfangen willst, solltest Du Dich mit diesem Gedanken befassen. Der gehört leider zur nackten Realität eines Listenhundhalters mit ernsthaftem Artgenossenproblems. Nicht, dass es passiert. Aber dass es passieren kann.

    Gibt und gab länger schon auch kritische Stimmen. Hickhack mit den Ämtern hat sie ihrer eigenen Stellungnahme nach ja auch schon seit ca. 2 Jahren - mindestens. Aber sie war halt eine der wenigen Anlaufstellen.

    Wären jetzt nicht die anderen drastisch und traurig gescheiterten Institutionen mit der entsprechenden Öffentlichkeitsresonanz gewesen, wer weiß, obs nicht noch etwas länger gegangen wäre.

    Ich wünsche fürs „Aufräumen“ alles Gute. Dass im Nachgang noch was passiert bzgl. Aberkennung weiterer Erlaubnisse halte ich für nicht wahrscheinlich, so lange da beim Aufräumen nicht - unfreiwilliger Sarkasmus - weitere Leichen im Keller gefunden werden. Wenn sie die behördlichen Auflagen jetzt erfüllt.

    Hi,

    ich verstehe gut, dass Du nicht gerne was ändern möchtest, das Dir zusätzliche Sicherheit verleiht. Nur nochmal als Anregung: Für mich hab ich es sehr gut trainiert, die Leine nie uns Handgelenk zu binden, als ich „Kaliber“ geführt habe. Nicht nur wegen der eigene Verletzungsgefahr, sondern weil ich damit gerechnet habe, unter Umständen auch mal schnell deftig zupacken und aushebeln oder mittels Halsband (und deswegen auch immer mit Halsband) die Luft abdrehen zu müssen. Und das funktioniert nicht, wenn eine Hand bzw. das Handgelenk umwickelt, ggf. in der Leine verfangen und dadurch in der Bewegung gehindert ist.

    Schaus Dir einfach nochmal an. Vielleicht kann Dir der Trainer da auch ein paar Tricks zeigen.

    Und lies hier ruhig weiter mit. Es meint keiner bös mit Dir. Das Thema triggert nur sehr.