Beiträge von Phonhaus

    Und es kommt noch dazu, dass Ihr bisher das Verhalten der Hunde zueinander nicht reguliert habt. Das erwarten sie von Euch also gar nicht.

    Sobald Ihr damit anfangt und die Hunde auch wissen, was Ihr von Ihnen erwartet, spielt sich das ganz anders ein. Da passiert dann so viel auf unbewusster Ebene, dass das gar nicht mehr so viel Aufmerksamkeit erfordert.

    Ich hab schon Antennen für meine Hunde, die sind aber nicht auf 100% Dauerempfang. Und meine Hunde haben Antennen für mich. Auch nicht auf 100% Dauerempfang, aber die Grundverbindung steht. Die wachsen im Lauf der Zeit, wenn sich alle drauf einlassen :smile:

    Ja. Und da ist aus hündischer Sicht unglaublich viel passiert, bevors zum Steifwerden und Brummeln kam. Du/Ihr sitzt da. Ein Hund kommt (demonstrativ?). Der andere drängelt. Der bedrängte Hund geht. Wiederholt sich. Der bedrängte Hund sucht eine andere Strategie und dann fängts an richtig zu kippen. Und bis dahin kein Eingreifen von Euch.

    Und dem, dass Amy zu Euch gekommen ist, ging ziemlich sicher auch noch was voraus, daher das umklammerte „demonstrativ?“.

    Edit: Überschnitten.

    Und man muss bedenken, dass auch im Tierschutz nur Menschen arbeiten. Je mehr ich über die Erwartungen lese, umso mehr grübel ich:

    - Empathisch, einfühlsam, fürsorglich mit ihren Schutzbefohlenen

    - Individuell auf die Belange des Einzelnen eingehen könnend

    - Dabei auch durchsetzungsfreudig und -stark und durchgreifend, da wo es sein muss

    - Und da auch klare Ansagen verteilen

    - Unempfindlich gegen Angriffe und sich der Gefahr bewusst, auch mal verletzt zu werden

    - Idealistisch genug, um großartige Arbeit unter miesen Bedingungen zu leisten

    - Bereitschaftsdienst, Schichtarbeit, Überstunden

    - Keine Angst vorm „Scheiße schippen“

    - Begleitung auch durch Krankheit und Tod

    - Aber auch mit betriebswirtschaftlicher Vernunft denkend und handelnd

    - Nett gegenüber den Besuchern, auch den Motzigen und Uneinsichtigen

    - Kompetent und ehrlich beratend vermitteln

    - Dabei mögliche Risiken voraussehend

    - Aber keinesfalls übergriffig werdend

    - Und am Besten immer souverän und gut gelaunt

    - Natürlich auch sehr gut ausgebildet.

    Und wenns schief geht, muss man die Folgen halt aushalten (erinnert mich übrigens auch gerade ganz stark an den menschlichen Pflegebereich :hust:).

    So ein Wunderwesen würde im Dienstleistungssektor, wo ich arbeite, vergoldet. Da kann nun im Tierschutz nicht die Rede von sein.

    Für die Finanzierung ist Spendenakquise erforderlich (und zwar nicht zu wenig). In unseren Zeiten der öffentlichen emotionalen Inkontinenz und der Like/Dislike Kultur. Aber bitteschön nicht damit, auf den Putz zu hauen oder sich als Retter zu gerieren, oder rosa Wölkchen zu malen oder nette Geschichtchen zu erzählen. Alles berechtigte Anliegen, übrigens. Aber generiert man mit trockenen harten Fakten genug Spenden und Unterstützer?

    Nein, ich mache es - erstmal - keinem Tierheim zum Vorwurf, dass es sich und seinen Mitarbeitern einmal das Leben etwas leichter machen möchte.

    Warum wurden sie dann der HhF übergeben? Das steht ja auch ganz klar in dem Post - die Liste der abgebenden Stellen liest sich wie das Who is Who des deutschen Tierschutzes.

    Hast du schon mal versucht einen Hund von privat mit Verhaltensproblemen in einem TH unterzubringen? Dann wüsstest du warum. Die müssen den nicht nehmen und die wollen den nicht nehmen, denn im Gegensatz zu Fundhunden, gibts dafür kein Geld. Diese Hunde sitzen lange und verursachen entsprechend Kosten. Also lehnt man sie ab.

    Zur Frage 1: Ich selbst nicht. Ich kenne das Thema als früheres Vereinsmitglied =) Und ich kenne als Gassigänger Hunde, die mit dem Prädikat „unvermittelbar“ über Jahre im Tierheim gesessen haben und dort verstorben sind. Und da war nur ein „Brecher“ dabei.

    Genau das, was Du anführst, sehe ich als das grundlegende Problem. Nicht wegen der gerne unterstellten „Unfähigkeit“ der Tierheime, sondern wegen der Art, in der Tierschutz organisiert ist.

    Aber ich beginne, mich zu wiederholen ...

    Ich denke, das ist nur die halbe Wahrheit :smile: Wenn die Hunde keine „Brecher“ sind, brauchts auch keinen Brecherexperten, um sie hinzukriegen.

    Sie hat jetzt ja keine Deutschlandtour durch Tierheime gemacht, um einzusammeln.

    Ja, bequem. Und damit sind wir - mMn - wieder beim grundlegenden Thema.

    Ja.

    Gut zusammengefasst. Viel Glück und Erfolg wünsche ich. Auch wenn das heißen sollte, dass sich das Ganze dann wieder so glimpflich ohne großen Knall auflöst, dass es am Grundproblem nichts ändert.

    Die unerzogenen und semigefährlichen Rüpel wirds auch in Zukunft genau so geben wie die brandgefährlichen Hunde. Wer wird der Nächste sein, der da reinspringt ? Oder was passiert sonst ? :ka:

    Es ist halt schwierig, da zu raten. Nicht böse gemeint, aber Ihr habt scheinbar insgesamt einfach eine sehr rosarote Brille auf und die sollte ab. Sonst riskiert Ihr, mal heimzukommen und auch mit dem rosanensten Weichzeichner (gibts das Adjektiv überhaupt?) das Blutrot nicht wegzeichnen zu können. Bei zwei direkten Bekannten von mir haben bei Einem die Hunde die hauseigene Katze zerlegt, beim Anderen einer der Hunde den Anderen. Bei einem Dritten haben die Hunde sich gegenseitig übelst verletzt und ihn gleich mit, als er trennen wollte. Das war fürchterlich und ich wünsche das Keinem.

    Hunde sind ursprünglich Beutegreifer und unterscheiden sich im Verhaltensspektrum einfach drastisch vom Menschen (das Lernverhalten funktioniert allerdings ähnlich).

    Ich rufe Dir hier mal Die Swiffer , vielleicht kann sie noch ein bisschen was zur Mehrhundehaltung von Hunden mit ausgeprägtem Eigeninteresse und wenig Frustrationstoleranz sagen.