Beiträge von Phonhaus

    Hmh. Der Job, zu entscheiden, ob und welche Konsequenzen das für Frau Bokr in Zukunft hat, ist auch schon vergeben. Den haben die entsprechenden Behörden.

    Und wenn die nicht adäquat reagieren (um das zu beurteilen, müsste ich aus meiner Sicht halt bei Weitem mehr wissen, als ich jetzt tue), dann ist das ein Missstand, der offen gelegt gehört. Wenn es dadurch wieder eine tierheimähnliche Einrichtung geleitet durch Frau Bokr geben wird genauso.

    Der Unterschied ist für mich: Missstand in einer oder durch eine Struktur, an der ich teilhabe (da kann ich was machen, wenn ich möchte, also kann ich da einen Teil Verantwortung übernehmen) versus Schuldzuweisung und Strafbemessung gegenüber einer konkreten Person (so lange ich nicht direkt involviert bin, kann ich da auch nichts machen).

    Nesa8486

    Ich mag das Wort „Intellektualität“ einfach auch nicht besonders (habe da aus frühtraumatischen Erfahrungen sofort Klischeebilder von endlosdiskutierenden männlichen langhaarigen Wesen mit Tüte in der Hand, Nickelbrille auf der Nase, schulterlangen Haaren und blasiertem Gesichtsausdruck vor Augen :lol:).

    Wenn Du mehr Wissen erwerben möchtest, dann tue es bei einem Thema, das Dich interessiert oder sogar begeistert. Und wenns die älteren Klassiker nicht sind, dann ist das eben so. Gibt genug Anderes :smile:

    @Cindychill

    Du kannst mich gerne zitieren. Nur werde ich dazu dann halt äußern, das Du nicht meine Gedanken kommentierst, sondern das, was Du durch Deine Brille aus ihnen herausliest. Und damit hab ich nunmal nichts zu tun. Witzigerweise kritisierst Du gerade das ja oft bei anderen.

    Und hier gehts um das Thema Hundeschutz. Inwieweit das Forum nicht dafür da sein soll, das zu diskutieren, erschließt sich mir nicht.

    @Das Rosilein

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    Auf einen langen Text kurz geantwortet: Nein. Das, was Du beschreibst, hat tatsächlich überhaupt nichts mit meiner Gedankenwelt zu tun (wie eigentlich fast immer, wenn Du meine Äußerungen analysierst :smile: Spannend ist es trotzdem, trifft nur gar nicht, was ich meine.

    Ähm: Nein. Habe ich nicht gesagt.

    hast Du:

    Und „Täter“ - wenn man mal in dem Begriff denken will - sind aus meiner Sicht wir alle.

    Hatten wir doch schon - einfach mal nachlesen, ich habs auch schon erklärt. Und gefühlt 20mal geschrieben, dass ich nicht von und über Schuld rede. Sondern von und über Verantwortung dafür, wo die Reise unserer Gesellschaft - insoweit wir ein Teil von ihr sind - in Zukunft hingehen soll.

    Wenn Du es trotzdem anders verstehen möchtest: Steht Dir frei. Dann halte mich aber bitte da raus, das ist Dein Kopf, nicht meiner.

    Selkie

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    Missstände aufzeigen, auf sie aufmerksam machen, immer wieder ansprechen, bis sie auf dem Tisch sind und sich was tut? Ja! Unbedingt. Genau das wäre aus meinem Empfinden heraus das, was hier dringend und unbedingt angeraten wäre. Und jeder Missstand - wie klein oder groß er auch immer sei - verdient es, angeprangert und offengelegt zu werden.

    Und genau das ist bei der Hellhound Foundation aber doch schon passiert. Zu spät, sicher. Aber der Job ist erledigt. Und es gibt auch einen recht einleuchtenden Plan, wie der akute Karren aus dem Dreck gezogen werden kann. Jetzt noch 500 mal zu schreiben, wie grausig das alles ist und wie unzulänglich (oder beliebiges anderes Adjektiv) diese eine Person sein muss, bewegt nichts mehr. Die Dinge sind in Bewegung.

    Jetzt gehts einerseits darum, wie es mit den Hunden weitergeht - der Job und Misstand ist noch zu erledigen. Und darum, wie man sowas künftig vermeiden kann - der Job und dahinter stehende Missstände sind auch noch zu erledigen. Und ich - jetzt auch nur für mein Empfinden - finde es wichtig, meine Ressourcen da zu investieren, wo noch etwas zu erledigen ist.

    Es ist für mich ein Riesenunterschied, ob man mit dem Finger auf einen fortbestehenden Missstand zeigt, oder auf eine Person, nachdem der Missstand bereits aufgedeckt ist. Das eine ist Verantwortung. Das andere ist die Suche nach einem Schuldigen. Mit Ersterem kann ich was bewege;. Mit Zweiterem nicht. Deshalb setze ich meine Energie lieber für das Erstere ein :smile:

    Um mal eine Metapher zu formulieren: Wenn ein und derselbe Job immer wieder auf wirklich dramatische Art und Weise verkackt wurde, dann hilfts mir als Arbeitgeber irgendwann nicht weiter, immer über die blöden Leute zu meckern, die diesen Job machen. Ich wäre vielmehr gut beraten, mir einerseits die Tätigkeit als solche genauer anzuschauen, andererseits den Einstellungsprozess und die Voraussetzungen zu überdenken und mir einen workaround zu überlegen, bei dem ich zeitig mitbekomme, wenn was aus dem Ruder läuft. Das meine ich mit Verantwortung. Die ist in die Zukunft gerichtet.

    Nein, eben nicht.

    doch, auch schuldig, wir alle. Hat sie gesagt.

    Man muß halt dennoch akzeptieren, daß wir inmitten einer Gesellschaft dennoch eigenverantwortlich handeln und entscheiden können. Dafür haben unser Vorfahren ihr leben gelassen, für diese Freiheit, unseren eigenen Weg zu gehen und wie wir uns entscheiden, uns inmitten dieser Gesellschaft zu verhalten.

    Und man muß durchaus auf die einzelnen Täter sehen, denn sie haben in einer freien Gesellschaft den Weg gewählt, den sie eben gegangen sind.

    So etwas wie eine Kollektivschuld lehne ich ab, da ich sie nicht zielführend finde und von der eigentlichen Problematik ablenkt.

    Ähm: Nein. Habe ich nicht gesagt.

    Aoleon

    Genau so. Oder um einen schönen alten Klassiker noch einmal zu zitieren: „No man is an island ...“. Danke Dir.

    Ich spoiler mal, sonst sprengts den Rahmen:

    @Vakuole

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    Wie Du gesagt hast: Der Konsens ist insofern da, dass Tierschutz als förderungswürdiges Anliegengilt. Die anderen Interessen auch. Und deshalb wäre eine Interessenaushandlung eine echt feine Sache.

    Nur scheitert das dann unter Anderem an dem Anderen, was Du sagst: Dass trotzdem jeder was Anderes oder viele gar nix Konkretes unter Tierschutz verstehen. Oder in der Praxis anders handeln, als sie in der Theorie für gut befinden. Und so lange man nicht mal innerhalb eines Themas irgendwie auf einen Arbeitskompromiss kommt, sieht es mit der Interessenvertretung nach außen leider nunmal mau aus.

    Für mein Empfinden - und nochmal: Das will ich niemandem aufoktroyieren - wird es da interessant, wo jeder für sich persönlich entscheiden kann, ob er einen Teil Verantwortung übernehmen will und wie auch immer dafür eintreten will, dass sich etwas ändert. Und da eben dann auch im Rahmen seiner Kräfte und Möglichkeiten einen Teil seiner Ressourcen einfließen lässt. Welche auch immer das seien: Monetär, mit körperlicher Hilfe und Unterstützung, mit Beratung ... Da gibts so viele Möglichkeiten. Und nein, das heißt nicht, dass jeder individuell in der Verantwortung für irgend einen individuellen Hund oder das Handeln eines Anderen steht.

    Aber ab den Rahmenbedingungen, innerhalb derer wir - auch diese Anderen - agieren, kann man was ändern. Wenn genug Leute es wollen.

    Wenn es nicht genug Leute wollen: Dann ist das Anliegen halt nicht wichtig oder konsensfähig genug. Fände ich schade, weil solche Themen sich dann einfach wiederholen. Wäre damit auch wieder Teil der Verantwortung der Gesellschaft, in der ich lebe - und damit meiner.

    Ich verstehe den Vergleich mit dem umkippen den Sack woanders und dem Curry bei Dir ehrlich gesagt gar nicht und sehe auch keinerlei strukturelle Übereinstimmung.

    Unsere Gesellschaft hat - im Schnitt, als Minimalkonsens - ein theoretisches Empfinden darüber, wie Tierschutz zu praktizieren ist. Ausgewiesene Tierfreunde nochmal 3in Anderes wahrscheinlich. Und eine Praxis, die weder das Eine noch das Andere erfüllt.

    Daran ist erstmal kein Individuum schuld. Aber solls gesellschaftlich verändert werden, sind alle dafür verantwortlich. Wie sehr man das für sich selbst annimmt, bleibt jedem selbst überlassen.

    Und wenn der größte Teil es für sich nicht annimmt, dann wird sich halt auch nichts ändern. Ganz nüchtern betrachtet. Ohne Schuldzuweisung, ist nur ein Fakt.

    Den ich halt schade fände.

    Vielleicht nochmal zur Klarstellung: Mit Frau Bokrs persönlicher Schuld muss sich Frau Bokr selbst befassen, ggf. Behörden, die Ordnungswidrigkeiten und Straftaten verfolgen und, sollte es sie geben, meinetwegen noch eine übergeordnete Macht oder so. Da hab ich keine Zuständigkeit, das ist mir also größtenteils wurscht.

    Das in unserer Gesellschaft im Zusammenhang mit privater und gewerblicher Tierhaltung aber so gar nicht meinem Wertekompass entspricht: Daran hab ich Anteil, damit eine gewisse Zuständigkeit und das ist mir auch alles Andere als wurscht.

    Edit: Murmelchen Deshalb „wenn man In diesen Begriff denken will“. Täter ist für mich der Handelnde (oder eben nicht Handelnde. Ich sagte doch, dass sich mir dieses Konzept in diesem Zusammenhang nicht erschließt. Tut es wirklich nicht.