Beiträge von Phonhaus

    @Syrus Bis zu einem gewissen Grad: Ja. Aber da stehe ich dann wieder vor dem Dilemma, dass jemand diese Entscheidung treffen und die „Drecksarbeit“ machen muss. Also kühl „vernunftgemäß“ entscheiden dort, wo das Herz ggf. schon längst involviert ist. Ich wollte das nicht. Wäre es einer meiner Hunde, würde ich es notgedrungen tun.

    Es vom Tierschutz - unter den gegebenen Umständen - pauschal zu fordern, würde ich ablehnen. Ich verstehe zwar die Argumente dafür. Aber auch die Argumente dagegen.

    Gammur

    Meintest Du meinen Fall? Nein, definitiv fand ich das Leben und Ende dieses Hunds nicht erstrebenswert. Aber halt auch nicht absehbar. Und mein Widerstreben hatte weniger mit Ethik als was mit Emotionen zu tun.

    Gammur

    Danke. Ja, ich denke, das „verlorene Herz“ ist da ein riesiges Thema. Genau wie die Tatsache, dass man zu 100% sicher eben erst im Nachhinein beurteilen kann, ob eine Resozialisierung möglich war oder nicht.

    Bei einem meiner Gassihunde (der nicht mal annähernd so ein Kaliber war, man musste nur die wenigen Trigger vermeiden) stands mal kurz zur Debatte. Ich wäre bei aller Vernunft damals vermutlich ausgerastet, wenn die Entscheidung dafür ausgefallen wäre. Mit dem Hund hätte man so viel machen können. Wenn, ja wenn die richtigen Interessenten da gewesen wären (und er hatte massig Interessenten).

    So ist er nach sechs Jahren im Tierheim dort gestorben (war nie in „Einzelhaft“). Wäre es gnädiger gewesen, gleich zu töten? Ich weiß es nicht :ka:. Möchte auch nicht in der Situation stecken, diese Entscheidung zu treffen. Die Hoffnung ist ja da.

    Ich bin übrigens sicher, dass auch für den Hund, den Gammur beschrieben hat, die Einschläferung durch den Tierarzt nicht verweigert worden wäre, hätte die Familie die Entscheidung dafür getroffen. Zumindest kenne ich aus dem Bekanntenkreis zwei ähnlich gelagerte Fälle (beide nicht so drastisch), bei denen der Hund schlussendlich eingeschläfert wurde.

    Gammur Ich hoffe, ich trete Dir nicht zu nahe mit der Frage: Magst Du was dazu schreiben, warum bei Euch die Entscheidung dagegen ausgefallen ist? Oder stand das nie zur Debatte? Oder gabs da tatsächlich eine Ablehnung?

    Weil ich - mehr oder weniger :smile: - angesprochen wurde:

    @Syrus

    Ich würde Dir überhaupt nicht widersprechen. Nur ergänzen: Genau diese Möglichkeit gibts doch schon, unter den von Dir geschilderten Umständen kenne ich wenige Tierärzte, die einer Privatperson die Einschläferung verweigern würden. Und bei keiner vernünftig arbeitenden Ethikkommission würde die Einschläferung in so einem Fall abgelehnt werden.

    Das Problem liegt woanders, nämlich bei den Hemmungen, diese Option auch zu nutzen. Bei der dafür notwendigen eindeutigen Entscheidung. Und da wirds schon schwierig: Die Hunde, bei denen man sagen kann, dass das definitiv für lebenslänglich Kandidaten für verschärfte Sicherheitsverwahrung gänzlich ohne Sozialkontakte sind, sind selten. Die machen mMn nicht mal den Hauptteil des Problems aus, zahlenmäßig betrachtet. Aber auch schon hier:

    Man muss mit dem Hund versucht haben, zu arbeiten, um das entscheiden zu können. Und damit ist schon ein Bezug da. Was die Entscheidung nicht einfacher macht. Die notwendigen Qualifikationen für diese Entscheidung müssen da sein. Die Grenze muss sicher gefunden und gezogen werden können. Der Verein bzw. die Institution (wenns der Privatleut und ursprüngliche Halter nicht selbst macht) muss die Konsequenzen tragen und die können drastisch sein.

    Die Möglichkeit gibt es. Aber nicht die Verpflichtung, sie zu nutzen (und Letzteres zu fordern halte ich für schwierig, nett formuliert. Das kann ein zweischneidiges Schwert sein). Damit ist der weitere Markt für Einrichtungen da, die diese Hunde übernehmen.

    Wir haben auch ein Licht brennen.

    Nicht verzagen, wenns nochmal schlimmer wird. Wir haben Ronja 3 Tage lang rundherum versorgt und gelagert, weil sie nicht eigenständig laufen, fressen oder trinken konnte. Und trotzdem ging es wieder aufwärts. Die ersten zwei Tage war ich mit ihr mehrere Stunden beim Tierarzt für Infusionen.

    Es war fürchterlich, daneben zu sitzen und im Endeffekt tatsächlich nur sehr wenig tun zu können, um es besser zu machen. Abwarten ist nicht meine Stärke. Erstmal kannst Du aber wirklich in der Hauptsache für sie da sein. Stress so weit wie möglich vermeiden und sobald die erste Besserung da ist was für den Muskelerhalt tun.

    Meine Svenja strauchelt ganz arg seit gestern abend. Sie kann sich kaum auf den Beinen halten.

    Diagnose Vestibularsyndrom. Das hatten von euch doch schon einige Hunde. Kann ich meiner alten Maus irgendwie helfen? Sie bekommt jetzt ein durchblutungsförderndes Mittel und die Tierärztin sagte dass die Krankheit oft in zwei bis drei Wochen ausgestanden ist. Eine Gewähr gibt es natürlich nicht.

    Mein großes Problem ist dass ich im ersten Stock wohne und alleine bin. 26 kg 3x täglich die Treppe runter und wieder rauf ist schon schwierig. Schlimmer finde ich allerdings dass ich den Eindruck habe dass nach so einer Aktion der Schwindel von Svenja noch großer ist.

    Sie tut mir so leid und ich weiss nicht ob es von mir egoistisch ist sie am Leben zu lassen. Das Mädel quält sich grade so.

    Hi,

    erstmal :streichel:.

    Genau diese Gedanken und Zweifel hatte ich auch. Aber es geht ganz oft wieder aufwärts. McChris hat einen sehr schönen Beitrag dazu geschrieben. Ich such mal meinen Thread zu Ronjas erster Diagnose Vestibularsyndrom raus, da ist er verlinkt. Kurz vorab nich:

    naijra hat für ihre Hündin beim Laufen ein Geschirr, ich glaube es war dass Ruffwear Flagline Harness. Es gibt auch Tragehilfen, da würde ich aber zu was Teurem kaufen (die billigen Teile haben wenig Nutzen) und es erstmal mit Geschirr probieren.

    Ronja helfen sehr die Auflagematten für die Treppenstufen und die Schmutzfangmatten, die wir seit der ersten Attacke hier ausgelegt haben (was auch ein Tipp hier).

    Ich würde auf ausreichend Flüssigkeitszufuhr achten.

    Hier der Thread, der Link ist gleich im zweiten Beitrag. Zum Stand jetzt: Wir sind heute früh gute 5 KM gelaufen, Ronja hatte Spaß und hat sogar etwas mit Lilly gespielt :smile: Ich wünsche gute Besserung.

    Erfahrungen mit dem Vestibularsyndrom

    Aber es gibt doch auch Organisationen die das sehr gut hinbekommen, auch in dem aktuellen unperfekten System und das ohne Tierleid zu verursachen.

    Ja, selbstverständlich. Und es wäre klasse, wenn man das dahinter stehende Konzept und Know How - und ggf. noch einen ähnlichen Unterstützerkreis - auf alle Einrichtungen übertragen könnte.

    Für individuelle Entscheidungen trägt die Gemeinschaft die Verantwortung?

    Das ist doch Unsinn.

    Nein, auch das meine ich nicht. Die Gemeinschaft trägt - bei Interesse dafür - die Verantwortung dafür den Rahmen zu ändern, innerhalb dessen individuelle Entscheidungen aufnehmender und abgebender Menschen bisher solche Auswirkungen haben konnten.

    Nochmal: Verantwortung für die Zukunft. Mir gehts darum: Was muss pasieren, damit sowas nie mehr passiert.

    Aber es wird langsam außerordentlich OT, deshalb steige ich aus der Diskussion auch aus. Wer noch Fragen oder Kritik hat: Gerne per PN :smile: