Ich bin außer finanziell nicht mehr aktiv, ich hab mich vor ein paar Jahren zurückgezogen, als mein Vater schwer krank und parallel die Streitigkeiten im Verein immer nerviger wurden.
Ja, man sollte von der Leitung eines Betriebs in heutigen Zeiten sogar ein gerütteltes Maß an Geschäftssinn erwarten können.
Aber da haben wir wieder das Thema mit der ehrenamtlichen Organisation und Struktur. Und das der Beruf des Tierpflegers aus rein zweckrationaler Sicht nicht unbedingt erstrebenswert ist
Also tendenziell schon eher Leute mit einem großen Herz für Tiere anzieht (die sich in der Realität natürlich erstmal umgucken müssen, das ist auch klar).
Ganz unabhängig davon aber entscheidet bei einem Verein nicht (nur) die Tierheimleitung darüber, wie sie ihren Job macht, sondern das Gremium. Das sich aus Ehrenamtlern zusammensetzt. Und das auf Spenden angewiesen ist - Spenden von Tierfreunden. Die ihrerseits ein großes Herz für Tiere haben.
Da kann (muss nicht, aber kann) so eine Entscheidung für eine Euthanasie sehr schnell zu einem heftigen Streit innerhalb des Vereins und zu einem Wegbruch von Einnahmen fallen (nicht fiktiv, genau sowas habe ich erlebt). So dass sich rein betriebswirtschaftlich betrachtet zumindest kurzfristig die Entscheidung dafür nicht mal „lohnt“.
Deshalb bleibt es für mich ein strukturelles Thema, für das ich aber auch keine Patentlösung habe. Denn jede mir bisher eingefallene Option (die nicht mehr Verantwortungsbewusstsein und Vernunft bei jedem einzelnen Menschen voraussetzt) birgt so viele Unschönheiten und Potential für Leid, dass ich tatsächlich nicht weiß, ob das „In Kauf nehmen“ von Auswüchsen nicht tatsächlich einfach systemimmanent ist.