Beiträge von Phonhaus

    Wir hatten etwas Ähnliches mit unserer Katze. 18 Jahre war sie, schon länger dement - und ist dann erblindet.

    Zwei Nächte habe ich mit angeguckt, wie sie unruhig hin- und hergewandert ist und andauernd mit dem Köpfchen gegen die Regale gerumst ist. Zwei, weil ich nach der ersten Nacht noch irgendwo die Hoffnung hatte, dass es ein Ausreißer war. Am dritten Tag kam die Tierärztin. Die zweite Nacht habe ich mir noch lange vorgehalten.

    Ich wollte, dass meine Katze einen würdevollen Abschluss hat und sich so eigenständig und widerborstig von ihrem Leben verabschieden durfte, wie sie es gelebt hat (hat sie auch getan, ihre letzte Amtshandlung war, die Tierärztin nochmal kräftig zu beißen. So war sie eben).

    Dein Hund hat ein tolles Alter erreicht und bestimmt ein tolles Leben mit Euch gehabt - lass ihn mit der Liebe gehen, mit der Ihr Euch auf Eurem Weg begleitet habt. Dann machst Du es schon richtig.

    Ich wünsche Dir ganz viel Kraft :streichel:

    Seitens der französischen Staatsanwaltschaft wurde die Bekanntgabe der DNA Auswertungen nochmal für Ende August angegeben, aber schon mit der Anmerkung, dass man vermutlich keine verwertbaren Spuren mehr findet. Warum nicht einfach erstmal nur die DNA von Curtis ausgewertet wurde bleibt offen.

    Prävention auf staatlicher Ebene hieße nüchtern betrachtet: Keine unüberlegten/unpassenden Hundeanschaffungen mehr und deutlich weniger Hunde in Privatbesitz.

    Das, was rechtlich geschaffen werden müsste, um das zu erreichen, hieße gravierende Einschnitte für Alle, auch das muss klar sein. Und das man zwangsläufig auch „die Falschen“ trifft. Bei Allem, was ich mir dazu vorstellen kann, überwiegen für mich und meine Interessen die Nachteile, aber natürlich gibt es da viele interessante Ansätze. Und schlussendlich kanns darauf hinauslaufen, wenn die gesamtgesellschaftliche Stimmung och weiter kippt.

    Mehr Eigenverantwortung beim Halter: Tja. Hmh. Mit der Frage, wie aus Menschen mündige und verantwortungsbewusste Bürger werden beschäftigen sich Philosophen seit vielen Jahrhunderten. Kann man sich wünschen, ja. Aber nicht planen.

    Und daher wäre mein Ansatz tatsächlich, die Möglichkeiten des Tierschutzes einerseits zu stärken, inkl. Supervision. Aber, wie gesagt: Mein Ansatz aus meinen Ibteressen heraus.

    @Vakuole

    Das ist meiner Erinnerung nach so nicht ganz richtig, sie hatte damals klar gesagt, dass sie aktuell keinen weiteren Hund hätte aufnehmen können. Auch wenn sie davon ausgegangen war, dass er grundsätzlich vermutlich resozialisierbar gewesen wäre. Und das in dem Fall Tötung eine legitime Lösung ist.

    Der letzte Stand bei der HhF scheint zu sein, dass um Geduld bei der Beantwortung der Anfragen gebeten wird, da ist scheinbar ein bisserl was los.

    straalster Ich glaube, da geht in der Kommunikation ein wenig was aneinander vorbei. Ich kann mich jetzt nicht an alle zum Thema gehörenden Diskussionen in allen Threads erinnern.

    Aber ja: Es gibt viele Leute, denen menschliche Sicherheit deutlich vor Hundewohl setzen und die Grenzen des Tragbaren früher erreicht sehen als Andere. Das ist aber doch ganz normal, oder? Letztlich haben Hunde in unserer Gesellschaft für Viele einen ideologisch bedingten Stellenwert als Buddy und Familienmitglied, den kein anderes Tier hat. Zum Guten wie zum Schlechten. Und das ist ein Nährboden für unterschiedliche Auffassungen (und für vieles Andere such, unter Anderem etliche der hier thematisierten Probleme).

    Natürlich wäre Prävention wünschenswert. Und ein allgemein respektvollerer Umgang der Menschheit mit anderem Leben. In ganz, ganz vielen Bereichen. Aber die aktuellen Themen - siehe auch gerade eben im „Gefährlicher Hund-Thread“ löst man damit nicht.

    FozzyDogbone

    Ich habe viele Jahre mit einem derartig artgenossenaggressivem und bissigen Hund in der direkten Nachbarschaft gelebt. Einmal als Jugendliche - und damals war dieser Hund echt auch versaut worden und der Halter wurde erst verantwortungsbewusster, als mehrere Hunde (auch meiner, weil auch meine Eltern Mist gebaut hatten) dran geglaubt hatten. Und in den letzten Jahren einige Jahre lang, aber mit einem Halter, der genau wusste, was er tat. Letzteres war kein Problem.

    Wobei keiner dieser Hunde das war, was ich als einen „roten Kandidaten“ nach der Einstufung der HhF bezeichnen würde. Das wären für mich Hunde, die jederzeit mit kaum Vorwarnung und mit unbekannten Triggern oder einem Bündel davon auch auf ihre Halter losgehen würden.

    Auch da kenne ich einen aktuell noch Lebenden in verantwortungsbewussten Händen, der dank ausgeklügelter Maßnahmen und Aussiedlerhof ein recht gutes Leben führen kann.

    Aber solche Halter sind rar. Und ich verstehe Jeden, der sich unter diesen Umständen zur Tötung entschließt.

    @Das Rosilein

    Der Hund war wohl schon seit 4 Monaten bei der Mutter. Was je nach Auflagen in dem entsprechenden Bundesland durchaus auch problematisch sein kann, wenn der Betreuer Auflagen zu erfüllen hätte.

    Dass ein Verein in Deutschland (üblicherweise) nicht zur Übernahme von Abgabehunden verpflichtet ist, sollte Tierschutzaktiven bekannt sein. Natürlich bleibt dann trotzdem der Konflikt, dass die „Erwartung“ des Einen von Tierschutz nicht beinhaltet, dass ein Anderer Jemandem in einer gefährlichen Situation die Hilfe verweigert (bzw. nicht einverstanden damit ist, wie diese „Hilfe“ aussähe). Aber da sind wir ja irgendwo wieder mitten in der Diskussion aus dem anderen Thread angelangt :D

    Spoiler anzeigen

    Rein und nur spekulativ - meine 2 Cent - vermute ich hier eher, dass bei den Emotionen der Phänotypus des Hunds eine Rolle gespielt hat. Zumindest zu meiner Zeit war es so, dass sich die Interessenvertreter für Listenhunde vom „normalen“ Tierschutz ein Stück weit im Stich gelassen gefühlt haben (oder gar verraten, wenn man sich z. B. ein Beispiel wie Hamburg damals vor Augen führt). Das hat noch lange nachgewirkt. Aber, wie gesagt: Nur Spekulation.

    Da es zu heiß zum Schlafen ist, habe ich mich mal so etwas durch die Facebook-Kommentare zu dem Post der Listenhunde-Nothilfe zu den Ereignissen in Delmenhorst gearbeitet. Einfach nur erschütternd, wie gerne, schnell und heftig abgeurteilt wird.

    Aber klar irgendwo: Das Bild mit der (hilflosen) Mutter alleine mit dem gefährlichen (Phänotypus) Pitbull des Sohns in der Wohnung hat da was getriggert, die Story hat Assoziationswert. Verständlich, dass gerade ein Verein in Alarmbereitschaft steht, der sich nicht nur um die Hunde an sich kümmert, sondern auch schon viele Jahre an der Imageverbesserung dieser Hunde arbeitet. Zu meinen aktiven Zeiten kam man (zu recht) an dem Namen der ersten Vorsitzenden nicht vorbei, wenn man sich nur ein wenig für das Thema Tierschutz im Zusammenhang mit Listenhunden beschäftigt hat.

    Aber andere Vereine bei 1. nicht geklärter Sachlage und 2. definitiv ohne ein rechtliches Versäumnis vorwerfen zu können dann derart an den Pranger zu stellen - und gerade auch noch den am Heftigsten zu treffen, der am Wenigsten dafür kann - das muss nicht sein.

    Wobei der Pranger jetzt wohl noch harmlos demgegenüber ist, was gekommen wäre, wenn der Hund die Frau in Folge tatsächlich attackiert oder gar getötet hätte.

    Aber hier schmeckts mir irgendwie doch danach, als hätte man sich auf Halterseite mit möglichst bequemen Weg eines Problems entledigt.