Um nochmal auf Deine letzte Frage zurück zu kommen: Weder der American Bulldog noch der Bullmastiff sind Anfängerhunde.
Der American Bulldog ist in Deutschland in 3 Bundesländern gelistet und unterliegt entsprechenden Auflagen. Seine ursprüngliche Verwendung war zum Einen eine Mischung als wehrhafter Haus- und Hofwächter und Viehtreiber für größere Farmen, zum Anderen wurde er auch für Hundekämpfe und Bullbaiting genutzt. Auf entsprechende Veranlagungen wurde er selektiert: Wehrhaftigkeit, Sturheit und Kompromisslosigkeit, Wachsamkeit, Misstrauen gegenüber Fremden. Das braucht eine solide Mischung aus Fachkenntnis, Einfühlungsvermögen und ein gerütteltes Standing im Umgang, die viele erfahrene Hundehalter nicht mitbringen, von Anfängern ganz zu schweigen.
Da die Rasse nicht anerkannt im VdH oder FCI ist, ist es außerdem äußerst schwer, einen wirklich soliden Züchter zu finden.
Zum Bullmastiff: Für diese Rasse und die Bordeauxdogge schlägt seit vielen Jahren mein Herz. Und genau deshalb wird hier niemals ein Hund einer dieser beiden Rassen einziehen. Neben den molossertypischen Eigenschaften (ähnlich denen des American Bulldog) ist diese Rasse durch Übertypisierung gesundheitlich auch einfach heruntergewirtschaftet. Der Bullmastiff ist auch in mehreren Bundesländern gelistet.
Den letzten Bullmastiff, den ich live getroffen habe, habe ich beim Tierarzt getroffen. Ein unglaublich riesiger imposanter dreijähriger Rüde. Ein Halter, der immer einen großen, beeindruckenden Hund haben wollte. Bis er ihn hatte. Kaputte schon mehrfach operierte Hüfte, geschädigter Rücken, ED, Probleme mit immer wieder aufplatzenden Fußballen. Von den gesundheitlichen Einschränkungen durch die Brachyzephalie ganz zu schweigen. Dauerpatient für Schmerzmittel und Dauergast beim Tierarzt, der Halter meinte zu uns, dass er auf noch zwei Jahre mit dem Hund hofft, aber mehr einfach nicht realistisch sei. Der Herr ist äußerst hart mit sich selbst ins Gericht gegangen, das war schon erschütternd. Und ja, das ist natürlich ein Extrembeispiel. Aber leider keine Seltenheit.
Ich verstehe die Faszination für die großen Bollerköppe wirklich gut. Aber im Sinne von Tierliebe und Verantwortungsgefühl gegenüber sich selbst und seinen Mitmenschen kann ich jeden Hundeanfänger nur herzlich bitten, es bei der Faszination und Bewunderung aus der Ferne zu belassen. Das Risiko für Leid - bei einem selbst, bei seinen Mitmenschen oder deren Tieren und nicht zuletzt beim Hund ist einfach zu groß.