Ich sags mal so: Für die meisten aktiven Hundefreunde hat der Hund eine ganz eigene Bedeutung, die Nutztiere gar nicht und andere Haustiere oft nicht in der gleichen Weise haben. Und das liegt meiner Meinung nach daran, dass Hunde und Menschen auf einzigartige Weise miteinander kommunizieren können. Mit meinen Katzen konnte ich durchaus auch kommunizieren, aber mit den Hunden ist es nochmal was ganz Eigenes.
Und ja: Sie spiegeln uns (die Spiegelneuronen wurden ja schon angesprochen). Vermutlich deshalb ist die Versuchung zur Anthropomorphisierung groß. Oder dafür, sie zum Ausdruck des eigenen Narzissmus zu machen, wie dagmarjung es beschrieben hat. Und sie eben nicht als das zu nehmen, was sie sind.
Bei Anekdötchen oder so schleicht sich das bei mir durchaus auch ein. Und das war früher auch nicht anders, das kenne ich von meiner Elterngeneration auch sehr gut.
Und mit dem weitaus meisten Hunden gehts trotzdem gut, die richten sich ein. Oder entwickeln Malessen, die zwar sie stören und ggf. Noch den Halter, sich aber nicht schädlich aufs Umfeld auswirken. Aber eben nicht mit allen Hunden. Und die Hunde der HhF stehen recht exemplarisch für Rassen, bei denen da eine reelle Chance besteht.
Und solche Hunde waren vermutlich früher tatsächlich nicht so oft joblos in Privathand. Wenn, dann im „Milieu“ (da dann ggf. aber auch nicht joblos), mit denen ist man dann aber auch eher selten in Berührung gekommen.
Un- bzw. Missverständnis, gekoppelt mit „Will aber“ und zunehmend weniger Einsicht dafür, dass nicht jeder alles kann.
Kleine Anekdote dazu am Rande: Meine Eltern hatten sich auch mal für einen Deutschen Jagdterrier interessiert, weil sie die so hübsch und goldig fanden. Der Jäger, den sie angequatscht hatten, hat erstmal lange, laut und herzlich gelacht und ihnen dann sehr nachdrücklich erklärt, dass sie weder von ihm noch einem der Jäger im Umkreis jemals einen Hund bekommen werden. Die waren stockstinkesauer, haben es dann aber glücklicherweise nicht weiter verfolgt.
Mein Großvater - schwierige Geschichte - war Diensthundeführer beim Militär, er hat mir sehr viel davon erzählt. Und er hat Hunde zeitlebens geliebt und respektiert. Aber er hat auch davon erzählt, dass er Hunde, die nicht sauber getickt haben, erschossen hat. Schnurz, ob die von einem vorhergehenden unfähigen Hundeführer (und da gabs wohl einige von) versaut worden sind. Mit Bedauern und Wut auf die verursachenden Menschen, aber ohne zu zögern oder die Notwendigkeit im Geringsten zu hinterfragen.
Das war schon sehr anders damals. Und alles Andere als besser, so insgesamt betrachtet. Ich bin heilfroh, dass der Umgang mit Hund und Mensch hier heute weitgehend besser (wenn auch nicht gut) ist. Aber der höhere Stellenwert der Hunde bringt halt auch schwierige Nebenwirkungen.