Beiträge von Phonhaus

    Mir gehts da ehrlich gesagt ähnlich, ich verstehe den Ansatz hier nicht so ganz. Die Theorien sind das eine - ich hab den zitierten Text gelesen, bevor er entfernt wurde und hab an sich auch keine Lust auf mehr. Was nicht an der Langatmigkeit lag (bin Soziologin und kenne das zu Genüge :lol:)

    Mein Gedanke wäre, dass Du die Ansätze, die Dir neu und spannend findest, rausziehst, kurz darstellst und zur Diskussion stellst. Nur nochmal zu der Grundtheorie:

    „Erziehen“ heißt: Erwünschtes Verhalten verstärken und verfestigen und unerwünschtes Verhalten in der Entstehung vermeiden oder sanktionieren. Und dafür gibt es eine ganz überschaubare Anzahl zur Verfügung stehender Methoden. Phasen am Tag oder im Lebensabschnitt, in denen man da besonders effektiv agieren kann. Rahmenbedingungen, die den Erwerb von Lernerfahrungen begünstigen oder nicht. Biologische Faktoren, die den Erwerb von Lernerfahrungen begünstigen oder hemmen. Biologische Dispositionen für Verhalten ebenso wie sozialisatorisch Erworbene.

    „Konditionierung“ (ohne jetzt im Kopf zu haben, ob der damit klassisch oder operant meint) ist ein inhärenter Teil von Lernerfahrungen und befähigt zum Generalisieren. Ohne das wäre ein Organismus handlungsunfähig, das mitgebrachte „Instinkt- und Reflexset“ reicht zum Überleben in komplexen und wandelbaren Umgebungen 1. nicht aus und kann 2. auch nicht ungehemmt ausgelebt werden. Das gilt für den Straßenhund nicht minder als für den „Working Dog“.

    Edit: Ah - habe gesehen, dass Du noch was geschrieben hast.

    Nun - der Punkt ist tatsächlich alles Andere als neu. Ich kenne es gar nicht anders von den Trainern, mit denen ich zu tun hatte, als dass die eine Last damit haben.

    martina.s

    Zu Deiner Frage: Es geht nicht nur um die Nase, sondern die komplette Schädelform. Und die Antwort ist: So lang, dass sie frei und ohne Einschränkungen atmen können, auch unter Belastung. Der Schädel sollte so geformt sein, dass die Augen sicher in ihren Höhlen liegen und keine gesonderter Pflege bedürfen, die Tränenkanäle hinreichend für eine Säuberung funktionieren, die Fontanelle gescheit zuwachsen kann ohne Probleme zu verursachen, der Kiefer Platz für alle angelegten Zähne bietet und problemlose Nahrungsaufnahme ermöglicht ...

    Und das ist doch eigentlich alles selbstverständlich, oder?

    Wir trainieren und üben gerne mit den Hunden auf den Spaziergängen. Da Hunde ja auch ortsgebunden lernen und wir das Meiste im Alltag brauchen oder einfach haben wollen, dass sie es Situation- und ortsunabhängig abrufen können.

    Das Üben macht sowohl uns als auch den Hunden Spaß.

    Hätten wir aber einen Hund, der nur auf Training geiert und nicht mehr entspannt seine eigenen Interessen verfolgen kann, wäre es erstes Trainingsziel ihn da rauszuholen.

    Ich denke, um entspannt (und das ist für mich entscheidend) Hundedinge erledigen zu können, muss ein Hund unter anderem eine gewisse Selbstsicherheit und Vertrauen haben. Wenn einer unserer Hunde beim Spaziergang dauerhaft gestresst wäre und kaum in der Lage wäre unbefangen rumzutrödeln, wäre es erstes Trainingsziel ihn dahingehend zu unterstützen. Wie auch immer das dann aussieht. Gemeinsam rumsitzen gucken o.ä.

    Meistens fängt das ja dann aber auch schon daheim an.

    Hm - also unser erstes Trainingsziel war, dass Lilly drinnen entspannen und vor allem auch mal tiefer schlafen kann :smile: Draußen kam später.

    Ansatzpunkte waren (nach dem Aufbau von Stabilität, Selbstvertrauen und Vertrauen in mich und vor allem viel, viel Schlaf) eher das spielerische und drucklose Beschäftigen aus der Bewegung heraus und die Tatsache, dass Lilly nachts schon ein wenig erkunden konnte, ganz verschüttet wars nicht.

    Mit einem Hund, der mit reduzierten Handlungskompetenzen Angst und Panik nahtlos nach vorne umsetzt, sind wohl nochmal andere Ansätze erforderlich. aber von dem her, was ich über Betti lese, machen die Zwei beständig große Fortschritte.

    Da sind vermutlich einfach auch unterschiedliche Definitionen von „Gassi“ und „Training“ im Raum :smile: Lilly muss hier nix können außer „glücklicher Hund sein“. Aber genau das erreichen wir nur mit Training. Alleine schon der Weg aus dem Dorf raus zu ihren Wohlfühlplätzen ist für sie Training.

    Auch mit Ronja hatten wir keinerlei sportliche Ambitionen, das Apportieren kam, weil sie ohne gemeinsame etwas ambitioniertere Beschäftigung nicht so mit mir zusammengearbeitet hätte, wie ich mir das gewünscht habe. Aber der Spaß stand immer mehr im Fokus als sauberer Aufbau oder Ähnliches.

    Ich denke, als Hundesportler definiert man da ganz anders - und Hunde im Sport- oder Arbeitseinsatz haben da auch selbst eine andere Einteilung, weil es zwei unterschiedliche Modi sind, die eben auch „äußerlich“ getrennt sind. Stelle ich mir zumindest so vor :smile:.

    Hier nicht. Gassi mit Ronja war früher schon auch mit Training verbunden. Oder Apportieren, was ihre große Leidenschaft war, für mich jetzt aber nicht in die Rubrik „Hundedinge“ fallen würde. Und heute ist ein Teil Gleichgewichtstraining und Muskelerhalt.

    Lilly geht sehr gerne Gassi, aber ein Anteil ist Umwelttraining.

    Hier gibts halt kein Platztraining.

    So habe ich Dich auch verstanden :smile:. Ich hätte „eine Weile“ präzisieren sollen: Es waren anderthalb Jahre, bis sie außerhalb von Bewegung, Spiel und Action das erste mal Erkundungsverhalten gezeigt hat. Und jetzt ist sie fast 4 Jahren bei uns und es gibt immer noch Vieles, bei dem sie einfach „anders“ ist. Und gemütlich draußen im Hof, während Menschen lecker Dinge machen - was die Mehrheit aller Hunde genießt und zum Entspannen und Erkunden nutzt - ist einfach so ein Feld, bei dem es sich sehr deutlich zeigt.

    Mich stört das nicht sonderlich, wir nehmen und mögen uns so, wie wir sind. Nur manchmal sind von Außen kommende Vergleiche etwas frustrierend. Deshalb wollte ich hierlassen, dass es tatsächlich auch Hunde gibt, wo etwas so einfach Klingendes alles andere als das ist :smile:.

    Eilinel

    Wie gesagt, ich kenne das von meiner Angsthundine auch. Wobei Lilly ihre Ängste meistenteils in blinde Fluchtpanik umgesetzt hat und nicht nach vorne.

    Draußen einfach mal was erkunden - außerhalb von Bewegung - das hat echt ne ganze Weile gedauert, weil die Grundspannung so hoch war, dass sie beim Verharren an einem Platz entweder schockgefrostet war oder sich ein Versteck gesucht hat.

    Wir waren heute mit Besuchshund und unseren Beiden im Hof grillen - so saß Madam bestimmt 20 Minuten da, bis sie sich ein Plätzchen zum Unterkriechen gesucht hat. Komplett anders als die beiden anderen Hunde, die locker/entspannt umhergelaufen sind und den Grill im Auge behalten haben.

    Das „draußen auf sich zurückgeworfen sein“ scheint mit den 3 Murmelchen, die sie in ihrer Grundausstattung hat, noch extrem anstrengend und stressig zu sein. Außerhalb in Feld und Wald ist das anders, da kann sie mittlerweile erkunden. Aber früher saß sie da genauso. Nachdem die Phase vorbei war, in der sie weg gewesen wäre.

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    Compliance

    Und ich saß soo schön auf meinen Fingern - bis jetzt :lol: Im Bankenbereich hat Compliance z. B. eine sehr strikte Bedeutung, die völlig unabhängig vom Datenschutz ist. Im therapeutischen Bereich gibts den Begriff mittlerweile auch schon. Da heißt es was ähnliches wie hier: Dass sich der Patient (Kunde) eben auch an die besprochenen Maßnahmen und Vereinbarungen hält.