Weil der Begriff hier so die Runde macht: Ich verlinke hier mal den tatsächlich recht guten kurzen Wikipedia-Eintrag zum Begriff der „erlernten Hilflosigkeit“. Da ist auch das ursprünglich an Hunden durchgeführte Experiment beschrieben. Was meiner vagen Vermutung nach aber nicht das ist, worauf der Trainer rauswill.
Erlernte Hilflosigkeit
LPaxx
Das, was ich da grob angerissen habe, sind an sich mitnichten hilfreiche Ausführungen, sondern echt olle Kamellen - vielleicht ist das einer der Punkte, bei denen sich dieser Thread hier so ein bisschen im Kreis dreht. Die Basis von Lerntheorie - und Lerntheorie ist an sich wirklich echt simpel, gottseidank - sollte eine Grundlage für jeden guten Trainer sein.
Das grundlegende Rüst- und Handwerkszeug ist tatsächlich eher einfach. Die Kunst liegt darin, es passend fürs jeweilige Hund/Halter Team zusammenzustellen - denn dazu muss man erkennen können, was beide mitbringen - und es ihnen zu vermitteln. Dazu gehört viel Wissen, genaue und feine Beobachtung, und Einfühlungsvermögen. Die Fähigkeit, Verhaltensketten zu erkennen und zu analysieren, die Motivation dahinter zu erkennen und es dem Kunden zu ermitteln. Zu sehen, was im Verhaltensrepertoire bei Hund und Halter möglich ist und was an Veränderungen man realistischerweise erwarten kann.
Dazu brauchts aber keine abgehobene, sprachgewaltige, sich in selbstreferentiellen Wortschöpfungen und Begriffsbildungen ausufernde Theorie - das ist nur Las Vegas - Schnickschnack. Der unbestreitbar Wirkung tun kann. Und deshalb auch als Mittel durchaus legitim ist - wenns hilft, damit das Kind die Arznei schluckt, dann zelebriere ich halt auch eine fünfminütige Schleierbeschwörung um den Teelöffel mit dem Zuckerstückchen und den Tropfen. Und wenn das „große Kind“ (nicht bös gemeint, bin auch eins) einen besonderen Nutzen aus einem Ansatz zu ziehen meint, wenn er besonders viel Geld dafür bezahlt hat: Dann sei es halt so.
Insofern: Wenn seine Praxis gut ist und den Leuten, die zu ihm gehen, geholfen werden kann und die sich das auch gut leisten können: Meinetwegen.
Aber neu ist das alles nicht.
Wirklich schlimm würde es, wenn die schönen Worte Ahnungslosigkeit verdecken und es eben nicht hilft oder verschlimmert. Oder er verzweifelten, leichtgläubigen armen Menschen das Geld damit aus der Tasche zieht. Deshalb bin ich auf Berichte aus der Praxis gespannt.
Zu Deiner Frage nach dem „Umkehrpunkt“: Ja, mit viel Kenntnis, Zeit und Durchhaltevermögen und absolut nicht nett kann man einem Lebewesen seine Grundlagen entziehen, seine Gewissheiten und sein Selbstverständnis völlig erschüttern. Das wäre wohl so ein Umkehrpunkt. Und dann ginge es darum, dieses erschütterte Wesen wieder zu einem funktionalen Lebewesen aufzubauen. Ob und inwiefern das angeraten ist? Mir persönlich ist so ein Hund, bei dem ich das für nötig hielte, noch nie untergekommen. Menschen, denen das zuzutrauen ist auch nicht. Aber auch das ist übrigens nicht neu, ist z. B. als ein Gedankenspiel in Clockwork Orange nachzulesen. Da funktionierts übrigens über Konditionierung 