Wenn ein Hund, der mit 6 Monaten schon 20 KG hat, beharrlich zwickt, ist das alles Andere als lustig. Schon gar nicht, wenn Du nicht wirklich raus hast, was seine Motivation ist.
Je nach Typ kann das völlige Überdrehtheit, Maßregeln, Ressourcenverteidigung, Mobben sein. Oder dass er sich bedrängt fühlt, dauerhaft indoor mit der Familie bzw. dauernd unter Menschen sein vielleicht gar nicht kennt - und einfach Abstand will. Oder überhaupt nicht weiß, wo ihm der Kopf steht und keine andere Strategie hat, sich Luft zu verschaffen. Oder für einen Job gemacht ist, den er hier nicht ausleben kann - und dauergefrustet ist. Und wie Du es beschreibst, spult es sich auch hoch, wird also vehementer?
Ich hab selbst immer schon Tierschutzhunde und weiß, was das für eine Herzensangelegenheit ist. Nur wenn sich Deine Familie sich schon terrorisiert fühlt und Ihr so gar keinen Ansatzpunkt habt, würde ich mich ernsthaft fragen, ob eine Abgabe nicht sinnvoller wäre.
Ganz unabhängig von der Motivation bräuchtet Ihr jetzt nämlich alle eine ganz klare, souveräne, für den Hund verständliche Haltung: „Das ist nicht akzeptabel!“ Ohne Grobheit, einfach - nun ja - kopfstark würde man beim Hund sagen. Und dafür tun, was nötig ist. Erstmal Maulkorb und dann den Hund verstehen lernen. Schauen, welche anderen Möglichkeiten zur Konfliktlösung es für ihn geben kann bzw. was er braucht, um sich entspannen und einordnen zu können. Unterstützt von einem guten Trainer, der nach Haus kommt.
So lange Ihr verunsichert seid, ist das schwierig. Und egal, welche Motivation beim Hund da ist: Unsicherheit wirkt sich nicht bessernd aufs Verhalten aus.
Wenn der Familienrat „ja“ sagt: Vielleicht magst Du ja mal ungefähr schreiben, woher Du kommst? Vielleicht hat jemand einen Tipp.