… Dennoch kann man über das "angemessen aus Hundesicht" auch als Mensch diskutieren, ohne dass das eine Relativierung der gesamten Situation wäre. Diese Diskussion dient der Wissenserweiterung, nicht der Rechtfertigung…
Spannend ist das ohne Frage
. Ich finde es aber extrem schwierig aus unterschiedlichen Gründen.
1. Faktisch. Weil niemand dabei war und daher einfach nicht klar ist, was genau zum Auslösen des Hunds geführt hat. Die Lücken füllen Menschen ganz natürlich mit ihrem Kopfkino auf. Und das führt dann gerne zu Kreisdiskussionen oder Streit.
2. Semantisch. Weil „angemessen“ das Maß oder den Maßstab enthält. „Angemessen aus Hundesicht“ wäre dann also nach den Maßstäben, die ein Hund anlegen würde - oder eher ein Hund eines bestimmten Typs?
Ich könnte Stunden über diese Frage philosophieren, aber letztlich weiß ich davon nichts. Ich kann Hundeverhalten beobachten. Ich kann mir überlegen, wo das gezeigte Verhalten herkommt und zu welchem Ziel es führen soll. Ich kann mir überlegen, warum der Hund aus einer Vielfalt bereits beobachteter Verhaltensmöglichkeiten ausgerechnet diese Eine gewählt hat. Ich kann mir z. B. auch überlegen, ob er da auch von einem Bestreben, nicht nur sich, sondern auch seinen Sozialverband zu stärken oder zumindest nicht zu schwächen, geleitet wurde.
Ob dem Ganzen aber ein transzendenter Maßstab zugrunde liegt, davon weiß ich nichts. Wenn ich anfange, darüber nachzudenken, dann bin ich ganz schnell wieder bei unseren menschlichen Maßstäben und Urteilen
Weil die meine Referenzgröße sind.
Die hier ganz oft gezogenen Vergleiche oder Fragen in die Richtung, ob der Hund zum gewünschten Ziel auch mit deutlich weniger Einsatz/Gewalt/Beschädigung gekommen wäre, ist schon von dem menschlichen Maßstab geleitet, dass man möglichst wenig Schaden anrichten soll. Und menschlichen Abwägungen des individuellen Grads an „Schuld.“
Ob Hunde den Maßstab und diese Abwägungen teilen? Keine Ahnung.