Ich hab auch so einen Mix hier - Mutter Labbi/Aussie, Papa Terrier. Gerade zu Junghundzeiten war die schon ein klein bisserl Schizo und bei guter Gelegenheit gerne ein Arsch. „Radfahrer“ hat man das früher genannt.
Ich treffe hier übrigens immer mehr junge Labradore, die mit viel Spaß mobben, wenn sie denken, sie können es sich erlauben. Würde das Verhalten Eures Hundes daher gar nicht mal unbedingt nur auf den Hütianteil runterbrechen. Sondern auf die Mischung aus verschiedenen Veranlagungen mit widersprüchlichen Problemlösungsstrategien und beiderseits vorhandenem Hang zur Rüpeligkeit, der sich aber unterschiedlich äußert.
Der ist von seinem Gencocktail nicht Fisch noch Fleisch und von seinem Alter her auch nicht. Und kennt scheinbar wenig Hausregeln und hat keinen sicheren „Wohlfühlplatz“ in der sozialen Struktur. Dann kennt Ihr Euch auch wohl noch nicht so ganz. Das in einem turbulenten Haushalt. Wirklich nicht einfach für den Knopf.
Zu den ad hoc Maßnahmen habt Ihr ja schon ein Menge gehört. Langfristig braucht Euer Hund, denke ich, vor allem Klarheit. Über seine Grenzen (im Positiven wie im Negativen, also, dass er Eure Regeln akzeptiert, Ihr aber auch seine stressfreie Sicherheit garantiert). Und über seinen Job im Sozialverband. Souveräne, freundliche, aber konsequente Führung (das ist was Anderes als Machtkämpfchen wie empfohlen). Und Kinder und Hund sollten erstmal Sendepause miteinander haben, bis da etwas mehr Struktur drinnen ist.
Lesen, lernen und Training ist wichtig. Aber genauso wichtig ist, dass Ihr Euren Hund beobachtet und ihn kennenlernt. Nicht mit der menschlich/moralischen Brille, sondern vor dem Hintergrund des Wissens darüber, wie Hunde ticken. Was ist ihm wichtig, wie reagiert er auf was. Wie könnt Ihr Euch ihm verständlich machen. Wie garantiert Ihr ihm, dass es sich für ihn lohnt, Euch zu folgen. Wobei habt Ihr Spaß miteinander? Was pusht ihn hoch, was bringt ihn zur Ruhe ....