Beiträge von Phonhaus

    Hier gabs zu Mittag auch Pellkartoffeln mit Quark und Ei. Schwesterlich mit den Hunden geteilt. Für den Abend hab ich den Rest Gemüsesalat, einen Teil des Rests Weihnachtsschokolade und Lakritzschnecken geplant.

    Ein paar Flips hat der GöGa gnädigerweise auch in der Packung gelassen. Ich vermute aber, die erben die Hunde.

    Der heutige Tag war hart bzw. wird hart sein, weil ich gestern zu viel Nachrichten und Reaktionen darauf verfolgt hat und das jetzt auch im Urlaub in meinen Nachtschlaf haut. Der seit etwa drei Monaten eh schon grottig ist.

    Deshalb hab ich mich jetzt auch nach Spaziermatschwanderung und Mittagessen samt Angsthundine zum Kuscheln ins Bett unter die Decke verzogen, lese, habe zwei Kerzen angezündet und hoffe auf einen weichen und kuscheligen Resttag.

    Ich weiß ehrlich gesagt gar nicht, ob der Eigentumsvorbehalt bei Lilly unbefristet ist oder nicht. Wäre mir auch persönlich ziemlich egal. Rechtlich gesehen: Verträge werden - ausnahmslos, das ist ein Rechtsanspruch - in gutem Treu und Glauben geschlossen, was mich auch bei einem Eigentumsvorbehalt vor willkürlichen oder unangemessenen Entscheidungen des Vereins schützt. In meine Wohnung eindringen darf ein Verein auch nicht, so dass im Endeffekt mit oder ohne Eigentumsvorbehalt dem Verein nur der Weg der Klage auf Herausgabe bleibt. Und dafür braucht er Gründe. Umso mehr, wenn das Tier schon länger in meinem Besitz ist oder ich bereits höhere Investitionen in das Tier getätigt habe.

    Und damit halte ich mich übrigens durchaus an den Vertrag, auch wenn ich eine Herausgabe verweigere, wenn die entsprechende Forderung des Vereins gegen den Grundsatz von Treu und Glauben verstößt.

    Rein emotional gesprochen hat für mich die Tatsache, dass Lilly mein Hund ist und ich Lillys Mensch, rein gar nichts mit einem unterschriebenen Stück Papier oder ein paar Scheinen bunt bedrucktem Papier zu tun.

    Auf der zwischenmenschlichen Ebene hab ich es bei langjähriger Verbundenheit mit dem Tierschutz tatsächlich noch nie erlebt, dass Tiere ohne triftigen Grund vom vermittelten Verein zurückgefordert wurden. Ich hab überhaupt nur eine Rückforderung erlebt und von einer 2. vereinsseitig gehört. Und für Beide gabs triftige Gründe, die waren auch beide innerhalb des ersten halben Jahrs.

    Ja, man liest viel. Aber, das fällt für mich bei der Bewertung des Gelesenen immer ins Gewicht: Man erfährt meist nur eine Seite. Wenn die dann noch von einem Dritten kommt, dann messe ich diesen Informationen nicht viel Gewicht bei Entscheidungen über meine Handlungen zu.

    Das sind so meine Gedanken dazu :smile:

    Sagen wir es mal so: Nüchtern betrachtet arbeiten zumindest wir Menschen der kapitalistisch geprägten Gesellschaft gerade daran, nicht nur uns selbst abzuschaffen, sondern links und rechts von uns noch jede Menge mitzunehmen (will damit nicht sagen, dass andere das nicht täten, aber über diese Gesellschaft weiß ich am Meisten).

    Wir als Masse wirken nicht auf unsere Umwelt ein, wir machen sie kaputt im Namen des wirtschaftlichen Wachstums und Fortschritts. Diese reale Praxis klafft massiv zu dem Ideal, das die Meisten doch teilen und voll Überzeugung vertreten. Da ist was nicht stimmig. Daraus Konsequenzen ziehen und was anders machen zu wollen, halte ich durchaus für eine sehr gute und vernünftige Idee.

    Es ist schlicht nicht möglich, innerhalb dieser Ordnung als Einzelner die perfekte Gegenbewegung zu schaffen. Aber am eigenen Verhalten kann man was ändern. Im Kleinen verzichten in der Hoffnung darauf, dass es so viele tun, dass es einen Unterschied macht. Und vielleicht wirklich irgendwann Keim für eine Veränderung ist. Und sei es eben nur ein kleiner Teil, auch wenn man in vielen anderen Bereichen weiter „mitmacht“. Weil nichts zu tun nie einen Unterschied macht. So zumindest verstehe ich Iluri .

    Mit dem Thema menschliche Jagd hat das eigentlich nur insofern was zu tun, als dass hier Verdrängtes besonders sichtbar wird.

    Was Natur ist und was nicht - über diese Frage lässt sich wirklich trefflich philosophisch streiten :smile:

    Zu der Grundsatzdiskussion hier: Ich finde, es geht gerne unglaublich was Durcheinander, wenn über Reinheit der Motive und den Fortschritt des menschlichen Bewusstseins räsoniert wird. Das Jagen ist auch in der menschlichen Natur verankert und setzt Hormone frei.

    Eine Gegenbewegung entsteht da, wo Mitleidensfähigkeit (nicht zu verwechseln mit Empathie) und eigener Moralkodex ein starkes Tabu dem gegenüber auferlegen. Das macht die Motivation nicht „hehrer“ und die Gesellschaft (jedenfalls unsere) nicht ethisch fortschrittlicher. Bei uns hats nur dazu geführt, dass das Töten anonymisiert wird. Entweder durch Entfernung aus dem Blickwinkel (es erledigen dann halt ein paar wenige für einen), aktive Verdrängung oder darum, dass man sich das Getötete schon im Vorfeld nicht als Lebewesen vergegenwärtigt.

    Jagd gehört zu unserer Gesellschaftsordnung und hat dort ihren Zweck. Wie die Hundehaltung übrigens auch, die mittelbar den Tod all dessen bedeutet, was in Napf und Kong wandert. Oder dessen, was sich gerne in Haut, Fell und den Polstern niederlassen würde und nicht darf ... Auch das ist letztlich eine schwierige Frage. Es ist halt nicht so im Blick. Moral ist zwangsläufig da relativ, wo es keinen allgemeingültigen ethischen Konsens gibt, zu dessen Einhaltung sich alle verpflichtet fühlen.

    Und „keine Tiere töten“ ist kein allgemeingültiger ethischer Konsens. Der wäre allenfalls „kein unnötiges Leid zufügen.“ Und das wiederum ist relativ, weil „nötig“ und „unnötig“ auch wieder Definitionssache ist.

    Um zur Ausgangsfrage zurück zu kehren: Meine Fragen wären: „Hatte die Jägerin die Verpflichtung, die Katze nicht zu töten (weil es andere realistische Möglichkeiten gegeben hätte, das Tier am Leben zu erhalten und dabei gleichzeitig den Job des Schutzes ihres Reviers nicht zu vernachlässigen)“ und „hat sie es so gut getan, wie man es bei anerkannten Anforderungen an einen Jäger erwarten darf.“

    Letzteres kann ich nicht beurteilen. Ersteres scheint zumindest schwierig zu sein, weil, wie Sventje es beschrieben hat, sich wohl weder Tierhalter noch Kommunen so wirklich zuständig für entsprechende Alternativen fühlen. Damit bleibt es eine Einzelentscheidung des Ausführenden.

    Die Hauptkritik, die ich jetzt woanders aus jagdlichen Kreisen gelesen habe, ist die, dass sie das Filmen zugelassen hat.

    AnjaNeleTeam

    Das hängt aber auch nicht unbedingt zusammen. Ich bin seit mittlerweile 36 Jahren Vegetarier mit Unterbrechungen (esse - mit sehr schlechtem Gewissen - gelegentlich Fisch und in Ausnahmefällen Fleisch, wenn viel Frust, wenns geschenkt wurde oder wenn ich krank bin). Alleine durchs regionale Einkaufen profitiere ich aber nicht weniger von der Jagd hier, als die Omnivoren um mich herum. Das weiß ich.

    Was meinst du was nicht zusammen hängt? Schuld empfinden beim Fleisch essen mit...?

    Nein, ich meinte damit, dass vegetarisch zu leben nicht unbedingt bedeutet, dass man die Jagd und das Drumherum pauschal ablehnt :smile: Ich kann für mich was entscheiden ohne zu erwarten, dass ein Anderer das genau so handhabt. Oder ohne daraus für mich das Recht abzuleiten, anders Handelnde pauschal zu verurteilen. Und ich kann trotzdem auch den Nutzen erkennen, auch den für mich.

    AnjaNeleTeam

    Das hängt aber auch nicht unbedingt zusammen. Ich bin seit mittlerweile 36 Jahren Vegetarier mit Unterbrechungen (esse - mit sehr schlechtem Gewissen - gelegentlich Fisch und in Ausnahmefällen Fleisch, wenn viel Frust, wenns geschenkt wurde oder wenn ich krank bin). Alleine durchs regionale Einkaufen profitiere ich aber nicht weniger von der Jagd hier, als die Omnivoren um mich herum. Das weiß ich.

    dragonwog

    Ja, so ist es. Nur teile ich nicht das Ethos der menschlichen Unfehlbarkeit und stimme daher Deiner Folgerung nicht zu. Für mich ganz persönlich wäre die Folgerung

    1. Versuchen, den Schaden etwas zu verringern (ohne mich zu „kasteien“). Gerne auch strukturell.

    2. Zu versuchen, vom moralisch verurteilendem bzw. dem Gedanken der menschlichen Allmacht verhafteten hohen Ross herunterzukommen. Aufzuhören, mir eins in die eigene Tasche zu lügen bzw. mir was vorzumachen und zu versuchen, unterschiedliche Standpunkte und Interessen zu verstehen. Was für mich Voraussetzung für 1 ist.

    Also - einfach gesagt - nicht selbstgeblendet durch die Gegend zu stapfen.

    Hmh. Das „aus Spaß“ ist jetzt aber ein Gedankengang von Dir. Und: Auch Katzen töten aus Spaß. Und wer eine Hauskatze hält und die unkontrolliert stromern und wildern lässt, tötet mittelbar mit. Nicht aus Spaß, aber aus Bequemlichkeit. Bzw. daraus, dem Wohl des eigenen geliebten Tiers das Leben anderer Geschöpfe, auch artgeschützter Geschöpfe, unterzuordnen.

    Töten ist in unserer Gesellschaft willkürlich ausgerichtet anhand unserer Definitionen, was nützt, was schadet und was wieviel Wert ist. Wenn wir alle dafür die Konsequenzen tragen müssten, erst dann fände ich diese Aussage richtig.