Beiträge von Phonhaus

    AnjaNeleTeam

    Das mit dem „aushalten“ war jetzt gar nicht so direkt auf Dich bezogen, sorry, wenns so rüberkam. Aber: Aushalten hört für mich da auf, wo man einem Anderen unspezifischere „tiefere (anrüchige) Gründe“ für sein Verhalten unterstellt oder unterstellt, er würde das ihm anvertraute Lebewesen geringschätzend behandeln - bis hin zu der Aussage, das man ihm nicht glaubt :smile: Da wirds mMn persönlich. Auch Begriffe wie „suggerieren“ finde ich schwierig, weil die dazu neigen, Verantwortlichkeiten zu vermischen.

    Mit unterschiedlichen Ansichten hab ich kein Problem :smile:

    AnjaNeleTeam

    Nein, ich meine schon Hund und Besitzer und nicht irgendwelche anderen Leute, die den Hund sehen. Um genau zu sein meine ich: Nur, weil etwas für mich sinn- und wertlos ist, kann ich nicht voraussetzen, dass es für Andere ebenso sinn- und wertlos ist. Etwas, was ich für albern oder veralbernd halte, müssen andere nicht für albern oder veralbernd halten.

    Und dann ist die Frage - auch in dem Zusammenhang mit Deinem letzten Satz: Bis sollte wohin sollte man aushalten (oder sogar spannend, interessant und hilfreich beim Überwinden eigener Vorurteile finden), dass der Andere einfach anders ist? Wo ist die Grenze jeweils dafür sich abzugrenzen, oder zu verurteilen oder sogar einzugreifen?

    Nein, man muss und sollte nicht alles machen, was Freude macht. Das kann sich gerne jeder aufs To-Do Blatt schreiben und mir würden da eine ganze Menge Beispiele einfallen.

    Aber wo es nicht schadet, kann man :smile: (und leider können ganz viele auch da, wo es schadet. Aber das ist ein anderes Thema). Ich sammle Briefbeschwerer. Ist völlig nutzlos. Und teuer. Ich wäre aber äußerst befremdet, wollte mir jemand erzählen, dass ich doch gefälligst an was Sinnvollerem Freude haben soll.

    Hier ist ja die Frage, ob es schadet oder nicht und ob man sein Tier da mit einbeziehen darf oder nicht. Ja, da gibts unterschiedliche Auffassungen. Darüber kann man gerne diskutieren. Aber mMn nicht darüber, ob etwas einem Anderen keine Freude machen sollte, weil man selbst den Sinn dieser Freude nicht nachvollziehen kann, das geht, finde ich, ein bisschen weit.

    AnjaNeleTeam

    Farbe ist für Dich vermutlich nicht Sinn stiftend, bzw. missfällts Dir am Hund optisch eher. Geht mir nichtmal groß anders.

    Aber Farbe kann meiner Erfahrung nach für Andere Sinn stiftend sein. Gibt auch einige Studien dazu. Und damit kann sie eine Beziehung stärken. Ich muss das nicht teilen, um zumindest die Möglichkeit anzuerkennen, dass es woanders eine positive, für die Bindung förderliche Wirkung haben kann.

    Edit: Ich finde auch, dass Freude schon ein Sinn für sich ist.

    Ich bin nicht mal 100% überzeugt davon, dass der Hund „gar keinen Nutzen davon hat“.

    Wenns so gemacht ist wie bei @Rübennase , dann

    - lernt bzw. verfestigt der Hund dabei, entspannt, vertrauensvoll, vielleicht sogar genussvoll, mit Manipulationen an seinem Körper umzugehen,

    - lernt damit umzugehen oder zu genießen, dass ihm konzentrierte Aufmerksamkeit geschenkt wird

    - hat die Chance auf eine Extra-Belohnung

    - und macht seinem Frauchen eine Extra-Freude, wenns gelungen ist und zaubert ihm wahrscheinlich noch ein Extra-Lächeln aufs Gesicht. Stelle ich mir jedenfalls so vor. Damit kann es die Bindung und das „Wir-Gefühl“ stärken.

    Denn natürlich merkts der Hund, wenn Frauchen sich bei seinem Anblick nochmal extra freut, weil er gerade ganz besonders goldig ist. Meine jedenfalls merken das. Und freuen sich. Und versuchen gnaden- und schamlos, nach Möglichkeiten Kapital daraus zu schlagen :D

    Aus genau diesen Gründen bringe ich meiner Angsthündin gerade kleine, alberne völlig zweckfreie Tricks wie „gib Kussi“ bei.

    Was ich gerade nicht verstehe, ist, warum bei unterschiedlichen Standpunkten und Schmerzgrenzen gleich wieder von „Seiten“ gesprochen wird? :???::ka: Ich empfinde mich da auf gar keiner Seite, weil es für mich und meinen Alltag schlicht irrelevant ist. Deshalb bin ich auch kein „Farbbefürworter (was ein Wort)“. Meine Hunde sind nicht gefärbt und werden nicht gefärbt, es sei denn, sie färben sich selbst. Was die Eine altersbedingt nicht mehr so intensiv kann wie früher und die Andere nicht mag.

    Und nein, mir gehts nicht ums „Färben allgemein“, ich sehe den Thread auch in seiner Entwicklung überhaupt nicht so. Hier war die Frage, ob Färben Geschmackssache ist (ja, eindeutig), oder „wider die Natur“ (was zu beurteilen für mich schon an einem fehlenden Konsens scheitert, was da da mit „Natur“ überhaupt noch gemeint sein kann. Aber an sich, ja).

    Diskutiert wurde aber viel intensiver, ob Färben auf eine bestimmte Geisteshaltung hindeutet (nein, nicht eindeutig), ob den Hund zu färben bedeutet, in der Lage zu sein, ihm noch alles Mögliche Andere anzutun (?) und die Würde des Tiers beeinträchtigt (kann ich für meinen Teil nur für einen konkreten Fall beantworten, den ich hier vor Augen habe. Und da tut es das meiner Meinung nach aber sowas von überhaupt nicht. Problematisch ist halt, dass es auch für die „Würde des Tiers“ scheinbar keinen wirklichen Konsens, was der Einzelne darunter jeweils versteht).

    Und nochmal präziser: Wenn die farbliche Gestaltung eines Tiers so aussieht, dass es darunter leidet, dann verstößt es für mich sehr wohl gegen dessen Würde. Sei es nun, weil es den Prozess als unangenehm empfindet, weil es gesundheitliche Schäden davon trägt, weil es tatsächlich damit verknüpft nicht „Tier“ sein darf ... Das kann ich nicht beurteilen, ohne mehr über das konkrete Mensch-Hund-Team zu wissen. Und deshalb mag ich da nicht den pauschalen Holzhammer schwingen, mit dem ich nach meinem besten Wissen nur jemanden treffe, der damit nicht getroffen gehört :ka:

    Ich möchte hier übrigens noch etwas anmerken: Der Gesichtsausdruck des Hunds auf dem Foto ist nicht entspannt. Der Körper steht nicht völlig unter Strom, das ist richtig, der sehr junge Hund nimmt das hin, was da mit ihm passiert. Aber guck Dir mal Blick und Mund an: Wohl fühlt sich das Tier nicht.

    Hmh, ja. Ich denke wirklich, ich würde da über einen längeren Zeitraum und in sorgfältiger Dosierung gewöhnen. Gingen denn gemeinsame Spaziergänge, ggf. mit Kind für einen Teil der Zeit im Buggy? So dass Ihr in Bewegung bleibt und sie sich nicht so reinsteigern kann? Bobbycar oder sowas würde ich dabei erstmal vermeiden.

    Habt Ihr vielleicht die Möglichkeit, den Hund in solchen Momenten zu Hause zu lassen und die langen Treffen erstmal zu den Anderen zu verlegen? Und mit eher kurzen Begegnungen, die den Hund nicht übers Limit bringen und ihn in Stress geraten lassen, zu trainieren?

    Das Kind wird ja älter und verständiger und auch der Hund tut ja nochmal einen Schub, dann wird es bestimmt einfacher. Das, was Du jetzt beschreibst, wäre mir schon sehr unbehaglich.

    Wie lange ist sie denn bei Euch? Äußert sich ihre Unsicherheit auch in anderen Situationen so, dass sie alles Im Blick behalten und ja nichts verpassen will?