Beiträge von Phonhaus

    DerTutNiix0507

    Hi, nein, ich hab mich nicht auf Deinen Beitrag bezogen. Von meiner eigenen Praxis her stehe ich da ja nicht mal zu Dir im Widerspruch, ich füttere nicht vegetarisch (und habe persönlich weniger ein Thema damit, für Nahrung zu töten, als damit, Lebewesen als industrielles Massenprodukt zu betrachten).

    Wobei ich das „unweigerlich“ für Hunde differenzierter betrachten würde. Auch in die Fleischfütterung bei Hunden spielt viel Ideologie mit rein und aussagekräftige wissenschaftliche Untersuchungen zu (gesundheitlichen) Kosten und Nutzen vegetarischer Hundeernährung sind noch rar. Ich kann mir schon vorstellen, dass die Zukunft da interessante neue Aspekte bereithält und bin gespannt.

    Mir gings wirklich um die Keule und die mir nicht logisch erscheinende Forderung, die noch nicht mal im direkten Zusammenhang mit der aufgeworfenen Frage stand. Ich mache mir durchaus genauso bewusst, was ich meinem Mann „füttere“, wie meinen Hunden. Und habe schon manchmal ein Problem damit - was sollte auch falsch daran sein, sein eigens Handeln zu hinterfragen bzw. die problematischen Aspekte an dem anzuschauen, was man tut? Ich denke im vielmehr nicht, das Weggucken für uns auf lange Sicht hilfreich ist. Aber auch das ist ein anderes Thema (und ein Minenfeld :smile:).

    Das heißt aber absolut nicht, dass ich irgendwem was Ideologisches aufzwinge, was nicht für ihn passt. Wertungen und Bewertungen sind subjektiv, das ist doch völlig klar. Ich erwarte von

    Niemandem, meine Bewertungen zu teilen. Ich mag es aber auch nicht, gleich bei Diskussionsbeginn Denkverbote und Gebote um die Ohren gehauen zubekommen. Es wäre einfach total schön, wenn man sowas mal ganz ohne Dogmen diskutieren könnte. Aber dafür triggert das Thema vermutlich zu sehr.

    Bei uns steht Freitag - endlich! - wieder ein Tierarzttermin an. Ein Wackelzahn vorne muss raus. Und mir macht Sorgen, dass Madams Umfang zunimmt, ohne dass ich wirklich das Futter in Verdacht habe :( : Abtasten ist ok, sie zeigt keine Schmerzen. Aber ich meine schon, dass da was ist, das da nicht hingehört. Mal sehen, was die Tierärztin nach dem Blutbild sagt, ob sie nochmal schallen oder einfach palliativ behandeln würde. Wir müssen ja alles vermeiden, was einen neuen Schub vom Vestibularsyndrom auslösen könnte. Sonst hätte ich einmal Narkose und alles durchgecheckt bestellt. Aber ich halte mich an den tierärztlichen Rat. Es wird gut sein, wie es ist.

    Ansonsten gehts ihr gut, sie ist munter und fit, heute sogar e8n paar mal gerannt. Gerade eben ziemlich stinkig auf mich. Nachdem sie heute nach einem Tümpelbad wie das Ding aus dem Sumpf aussah und Lilly sich mit Eau de ranzigem Fuchs parfürmiert hat, gab es eine Runde Baden. Und - der Gipfel der Entwürdigung - ich habe sie beide zusammen in die Badewanne gesteckt !11!1 :shocked::fluchen:

    So sieht ein explodiertes Sofakissen aus, wenns sauer ist:

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    Braucht man nach einer kurzen Sedierung mit Propofol wirklich eine Begleitperson die einen abholt? Ich hätte nur ca 10 Minuten Fußweg oder alternativ 2 Straßenbahnstationen + 4 Minuten Fußweg nachhause.

    Mir kommt da eine Begleitperson recht überflüssig vor und ob da wirklich jemand auf mich wartet wird in Coronazeizen wahrscheinlich nicht überprüft.

    Oder unterschätze ich das und laufe dann doch danach lallend durch die Gegend und bekomme rote Ampeln nicht mehr mit? :???:

    Das ist sehr individuell. Nimm bitte jemanden mit. Mein Mann hatte bei einer deutlich milderen LMAA-Spritze solche Ausfallerscheinungen (:hust:), dass ich heilfroh war, ihn nach nicht mal einem Kilometer Fußweg und einer der peinlichsten Stunden meines Lebens in den Bus bugsieren zu können. Gesungen hat er nicht, gelallt schon. Getorkelt auch. Und unter Missachtung sämtlicher Essmanieren ein Jägerschnitzel mit Pommes und einen Schokopudding in sich reingeschraubt, morgens um halb 10 nach einer Magenspiegelung.

    MyAussie

    Danke für Deine Rückmeldung :smile: Ich erlebe es halt - nicht nur hier - immer wieder, dass sich Diskussionen damit einfach schon vom sachlichen Boden entfernen und leider dann auch immer wieder ausarten, bis sie schlussendlich beendet oder gar gelöscht werden. Deshalb war es mir wichtig das anzumerken.

    Insgesamt gibt es bei dem Thema viele Facetten, denke ich. Hunde haben hierzulands einfach einen ideologischen Stellenwert als Haustier, den in dieser Intensität und Verbreitung meines Wissens nach kein anderes Haustier erreicht, vergleichbar ggf. Katzen und Pferde. Und damit einfach anders erlebt, erfahren und bewertet werden als das anonyme Schlachtvieh hinterste Ecke rechts im Stall 1028 Buxtehude. Ist - ganz wertfrei - Teil unseres kulturellen Kontexts.

    Ob das sinnvoll oder verbesserungswürdig ist, ist eine Bewertungsfrage durch jeden Einzelnen. Ebenso, ob überhaupt und bis zu welchem Grad man sich selbst darin involvieren möchte. Und es letztlich überhaupt sinnvoll kann, angesichts der komplexen Verhältnisse in einer globalisierten und letztlich auf Ausbeutung mit exponentiellen Zuwachserwartungen beruhenden Wirtschaftsweise. Aber damit ist man schon mitten im Minenfeld :smile:.

    Ich selbst lebe vegetarisch und achte bei tierischen Produkten auf die Herkunft. Mann und Hunde leben nicht vegetarisch, da wird beim Fleisch beim Menschen komplett auf die Herkunft geachtet, bei den Hunden zum größten Teil. Ja, mir ist bewusst, dass es Leben ist, das ich verfüttere. Teilweise Leben, das völlig entgegen meiner eigentlichen Wertmaßstäbe gestaltet und beendet wird. Und teils tue ich es trotzdem. Warum? Weil ich ein Mensch bin und als solcher nicht perfekt und hinter meinen eigenen Ansprüchen zurück bleibend.

    Übrigens wird auch bei einem guten Teil des Pflanzlichen hier mittlerweile auf die Herkunft geachtet, ebenfalls ohne Anspruch auf Perfektion. Bei den Klamotten und sonstigen Konsumgütern übrigens ebenso, das schließt sich doch überhaupt nicht aus :ka: Mitverantwortlich am Leiden von Menschen Anderswo mache ich mich als Mitglied und Profiteur dieser Gesellschaftsordnung trotzdem. Kann und will ich auch nicht komplett ausschließen. Aber ich bestehe trotzdem darauf, dass ich mir darüber Gedanken machen darf und sogar an der einen oder anderen Schraube zu drehen versuchen darf.

    Ich finde es schade, dass bei der ganz neutral und offen formulierten Eingangsfrage (ohne jeden Bezug auf vegetarische Hundeernährung) gleich Keulen ausgepackt werden wie „wer Probleme mit der Verfütterung von Fleisch hat (hatte die TE doch gar nicht gesagt?), soll keine Carnivoren als Haustier haben...“ Was ist so schlimm daran, solche Fragen zu stellen, dass es da gleich Verbote gibt? Und was ist der logische Hintergrund für das Argument, dass nur Leute Hunde halten dürfen, die sich keine Gedanken über das verfütterte Fleisch machen? Machen mich Gedanken ums Futter zum schlechteren Hundehalter?:???: Verstehe ich nicht.

    Ende Februar - die Februarkategorie gerade noch geschafft. Daher als Erstes:

    Februar - Titel ist nur ein Wort

    „Dorfroman“ von Christopher Peters. Ein interessantes Stückchen Zeitgeschichte, der Autor ist nur knapp älter als mein Mann (der ebenfalls in einem stockkatholischem Dorf aufgewachsen ist). Die prägenden Fragen waren ähnlich, diese spezielle Zeit in tiefster Provinz in der noch jungen Bundesrepublik ist heute kaum noch vorstellbar. Familien, in denen über Vieles mehr geschwiegen als geredet wurde, vorgeblich harmonische stabile Strukturen, die sich gerade vom Verlust jeglicher Unschuld zu erholen versuchten, aber schon wegen der Veränderungen in der Umwelt obsolet wurden. Heile Welt nur aus Sicht der Verklärung.

    Eine lohnenswerte und qualitativ hervorragende Geschichte, auch wenn ich weiterhin einfach nicht komplett mit männlichen biographischen Ich-Aufarbeitern egal aus welchem Genre warm werde. Da ist so ein spezieller Ton, der nicht meins ist, heißen sie nun Regner, Stanisic, Witzel oder Peters. Aber das ist Geschmackssache.

    „Normale Challenge“

    30: Lies ein Buch, dessen Protagonist*in mit demselben Buchstaben anfängt wie eins deiner Tiere

    Martha Grimes mit „Die Frau in Rot“. Band 23 der Inspector (Richard) Jury Romane. Der kauzige und bezaubernde Charme, der mich anfänglich jedes der Bücher hat verschlingen lassen, ist schon längst kaum mehr da und trägt nicht über die Schwächen der Geschichte und die permanent wiederholten Settings hinweg. Aber die Handelnden sind vertraut und lieb gewonnen wie ein gemütliches Paar Kuschelsocken. Daher immer noch eine solide Unterhaltung.

    31: Lies zwei Bücher, die sich vom Titel her ähneln

    Martha Wells „Tagebuch eines Killerbots“ und Shaun Blythell „Tagebuch eines Buchhändlers“. Noch mehr „Ich-Erzähler“, war ja zu erwarten :D

    Die hohen Auszeichnungen, die Wells Werk zugebilligt wurden, kann ich nicht so ganz nachvollziehen. Aber es handelt sich um gute SF, grob eingestuft Military SF aus einer interessanten Perspektive mit einem angenehmen Schuss sarkastischem Humors. Ebenfalls solide Unterhaltung, aber auf höherem Niveau.

    Shaun Blythells „Tagebuch eines Buchhändlers“ ist hingegen eher ein Kuriosum. Einige amüsante Einblicke in ein Leben, das viele Büchernarren irgendwo gerne führen würden, ein paar Nervigkeiten - und einige Längen. Den Laden würde ich sehr gerne kennenlernen. Den Inhaber nur, wenn ich gerade in sehr ausgeglichener Gemütsverfassung bin :lol: Kein großer Wurf, aber das Buch hat seine liebenswerten Seiten. Für meinen komischen Geschmack hätte ein bisserl weniger Lästerei dem Ganzen sehr gut getan.