Ich hab auch wieder etwas weiter gemacht:
36. Lies ein Buch, in dem dir eine fremde Kultur nähergebracht wird
Edvarts Virza - Straumeni. Ich war ja anfangs sehr begeistert von der opulenten Schilderung des bäurischen Lebens im Lettland des 19. Jahrhunderts. Leider hielt das nicht an.
Mein zunehmendes Unbehagen über die opulenten, vielen Adjektive wurde überholt von dem zunehmen Unbehagen über die ideologisch und mythisch verklärte Sicht auf das Verhältnis „Mensch/Natur“ und auf die menschliche Herrschaftsverhältnisse in bäurischen Kulturen in der „guten alten Zeit.“ Die Sehnsucht nach einem Ausweg aus entfremdeten, technisierten Verhältnissen hat unbestreitbar etwas Richtiges. Aber diese Art von Idealisierung der Vergangenheit kann auch Nährboden für gruseliges Gedankengut sein. Mein ganz persönlicher Abschlusseindruck ist also durchwachsen. Und wer ein Problem mit zu vielen Adjektiven hat, sollte eher nicht zugreifen.
37. Lies das Debüt eines Autors, der inzwischen bereits mehr als acht Bücher veröffentlicht hat
Frank Schätzing - Tod und Teufel. Meine mittlerweile verstorbene Mutter, mein Mann, meine beste Freundin: Alle haben mir Jahre erzählt, dass ich unbedingt mal was von Schätzing lesen muss. Bis zur Challenge habe ich mich erfolgreich gewehrt.
Ein Krimi aus dem historischen Köln, Beginn der Bauzeit des Kölner Doms. Hat mich gut unterhalten. Nicht mehr, nicht weniger.
38. Lies ein Buch, dessen Kapitelüberschriften nicht (nur) aus Zahlen bestehen
Olga Tokarczuk - Ur und andere Zeiten. Auch hier eine kraftvoll erzählte Geschichte früherer Zeiten. Mit mythischem Gehalt. Aber auch wohltuend unverklärt und unsentimental. Das Buch hat gehalten, was ich mir von Straumeni versprochen habe. Eine großartige Erzählerin.
Zu Kategorie 39 bin ich gerade an leichter Lektüre: „Tod im Casino“ von S.S. van Dine.