Ich muss gerade etwas schmunzeln, weil ich bei mir selbst da gar nicht so strenge Kriterien anlege wie bei meinen Hunden. Zum Thema „richtige Medikamente“: Der Herr des Hauses hier (Logopäde und glühender und bekennender Homöopathiehasser) hat mich mal Anno vor Corona wegen häufiger Halsbeschwerden und Heiserkeit bis zum Stimmausfall an einen HNO verwiesen - eine absolute Koryphäe, fachlich anerkannt, habilitiert.
Die Diagnose war ein idiopathisches Reinke-Ödem und eine beim Termin schon fast ausgeheilte Nebenhöhlenentzündung. Ich hab ein mildes Antibiotikum verschrieben bekommen, ein weiteres Präparat und ein paar Übungen.
Ich trabte damit brav nach Hause - und mein Mann fiel völligst aus allen Wolken, als er bemerkte, dass das zweite Mittel homöopathisch war
. Er hat dann auch angerufen. Die Erklärung war recht simpel (und hätte dem Gatten klar sein können): Patientinnen haben von guten Erfolgen berichtet - und es gibts nichts an klassischen Medikamenten, was chemisch oder physikalisch erklärbar gegen ein idiopathische Reinke-Ödem wirkt. Helfen tut hier eine Umstellung des Verhaltens (der zentrale Punkt war bei mir keine Option, ich konnte nicht aufhören zu Rauchen, weil ich nicht geraucht habe). Also hat er was verschrieben, von dem er häufig berichtet bekommen hat, dass es wirkt.
Ob das nun verwerflich ist oder nicht - ich wills nicht beurteilen. Geärgert hats mich nicht. Ich hab das Rezept auch nicht eingelöst, weil ich selbst keinen Vertrag mit Homöopathie habe. Aber grundsätzlich: Er hat nicht einfach was rausgepickt, sondern hatte Erfahrungsberichte bekommen. Der Ansatz war, Beschwerden zu lindern, was dieses Präparat schon getan hatte. Es wurde keine andere Behandlungsmöglichkeit dadurch verschleppt. Ich mache da keinen Vorwurf.Der GöGa war aber echt erstmal angefressen.
Meine Tierärztin praktiziert nicht homöopathisch. Das war eines der ersten Themen, die wir miteinander abgeklärt haben
Aber vermutlich gibt es Tierärzte, die da ähnluch rangehen wie dieser HNO. Und sich wirklich nichts dabei denken, weil sie aus ihrer Sicht das tun, was ihr Beruf ist: Beschwerden lindern.