Kein Widerspruch. Ansätze der Erklärung gibts, die letztlich genauso wenig eindeutig umrissen sind wie der Grundbegriff. Das, was Du dargelegt hast, sind Ansätze zur Erklärung des „Warum“, nicht des „Wie.“
Keiner davon gibt die eine zufriedenstellende Erklärung, die die Wirkungsweise des Placebo-Effekts eindeutig messbar und reproduzierbar auf die beobachteten Behandlungserfolge darlegt.
Natürlich sind die unterschiedlichen Wirkfaktoren mess- und reproduzierbar. "Wie" klassische Konditionierung funktioniert, welche konkreten cognitive biases es gibt und welche physiologischen Prozesse in Gang gesetzt werden, ist bekannt, messbar und reproduzierbar. Sonst gäbe es doch diesbezüglich gar keine quantitative Forschung.
Ich wundere mich gerade nur noch, sorry
Das liegt vielleicht daran, dass Du nicht liest, was ich schreibe, sondern was Du lesen möchtest.
Ausgehend vom beobachteten bzw. berichtetem Behandlungserfolg bei einem Präparat ohne Wirkstoff: Man kann erklären, dass er eingetreten ist, weil ein psychologischer Mechanismus gewirkt hat. Man kann die psychologischen Mechanismen einzeln erklären, da ist oft allerdings auch ganz viel Wortklingelei dabei.
Wie genau ein psychologischer Mechanismus eine körperliche Reaktion in Gang setzt und wie diese Reaktionen im Detail (also mal genauer als „da wird Stoff XYZ ausgeschüttet oder System ABC angeregt“ ...), wie es dazu kommt, dass der nicht bei allen Probanden gleichermaßen wirkt, wie es dazu kommt, dass es bei einem Probanden beim einem Krankheitsbild wirkt und beim Anderen nicht, das ist eben nicht reproduzierbar und messbar erklärt. Du kannst die Wirkung des Placeboeffekts eben nicht verlässlich bei jedem Lebewesen reproduzieren.
Edit:
Ah - Dein Edit zu spät gesehen. Das bringt einfach nichts, dass wir an dieser Stelle weiter diskutieren. Ich brauche diese Informationen nicht, die habe ich schon. Ich bestreite diese Informationen auch gar nicht. Es bleiben halt Informationen aus einer Perspektive.