Lilly ist jetzt fast 10 Jahre bei uns und sie war ausgewachsen. Also vermutlich irgendwas 12+. Für mich ist sie trotzdem noch ein Hund im besten Alter, weil man außer leichtem Muskelabbau und seit ein paar Wochen beginnender Eintrübung der Augen keinerlei Anzeichen von „altem Hund“ an ihr sieht.
Als wir sie als abgemagertes Stückchen Haut und Knochen mit Angst vor wirklich Allem bekommen habe, habe ich mir nicht träumen lassen, dass wir überhaupt diese 10 fitten, glücklichen und gesunden Jahre haben. Alles, was noch kommt ist Kür. Und ich werde sie genießen
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Ich habe übrigens genau die gegenteilige Erfahrung gemacht. Je älter ich werde und je mehr Erfahrungen mit dem Tod und Verlusten ich habe, desto besser kann ich damit umgehen und einfach die Zeit genießen, die gemeinsam da ist. Ich habe keine engen lebenden Angehörigen mehr, musste mich im Lauf meines Lebens bisher von Vater, Stiefvater, Mutter, meinem Paten, Großeltern, Schwiegervater, einem sehr lieben Freund, 3 Hunden, 4 Katzen und einigen Kleintieren verabschieden. Dazu Hunde, die ich betreut habe und die einen festen Platz in meinem Herzen haben.
In früheren Jahren war ich verzweifelt, traurig, hilflos und unglaublich wütend bei jedem Verlust, ich konnte ganz schlecht loslassen und akzeptieren, dass sich die Welt einfach ohne Innehalten weiterdreht. Das hat sich völlig geändert. Ich trauere, aber ich habe auch den Wunsch, die Trauer loszulassen und akzeptiere, dass meine Liebe für mich eine Welt, aber in der Welt nur eine Spur von unzählig vielen ist
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So lange ich noch irgendwie körperlich kann, möchte ich noch Hunde haben. Schauen wir mal.