Beiträge von katzenpfote

    So halbwild/dreiviertelfrei lebt meines Vaters Hund auf Sumatra auch.

    Ist kacke für die anderen Tiere, das muss man aber natürlich als Hundehalter (und als Katzenhalter) selbst entscheiden, ob man das verantworten will.

    Aber wieder eine Warnung: Behalte im Hinterkopf, dass evtl auch mal ein Schäfer o.ä. einen stromernden Hund in der Nähe seiner Schafe blöd findet und schießt. Meines Vaters erster Hund hat sich mit dem zerschossenen Hinterbein nach Hause geschleppt und wurde dort mit der Axt erschlagen, weil kein Tierarzt greifbar war. Der zweite ist nach dem Schuss vermutlich vom Schützen bis zum Weg geschleift worden und da tot gefunden worden. Das muss man bei aller Romantik halt auch einkalkulieren.

    Wichtig bei allem Training ist, dir vorher klarzumachen, was du eigentlich erreichen willst. Soll der Hund z.B. immer in einem bestimmten Radius bei dir bleiben, soll er „nur“ zuverlässig kommen, wenn du rufst, soll er zuverlässig an einem Punkt bleiben, während ihr klettert, oder was auch immer - üben kann man nur, wenn man weiß, was.

    Nur zur Erklärung, warum hier so oft nach dem Feld gefragt wird: Felder sind Privateigentum, die Eigner nutzen sie zum Nahrungsanbau für Menschen und Tiere (d.h. auch große Wiesen können zum Beispiel dem Heugewinn dienen). Darauf haben Hunde schon rein rechtlich nicht wirklich was verloren, und rein sozial auch nicht.

    Und PS: Hab jetzt grad mal Dogo Sardo gesucht - wenn dein Hund so aussieht, ist er superhübsch, aber da wär ich dreimal vorsichtig, denn da wird sich gewiss ein Ordnungsamt-Mitarbeiter finden, der meint, da einen Listenhund vor sich zu haben…

    Für mich gäbs in den USA (!) keinen Grund, einen Züchterhund statt TS-Hund zu kaufen. Ich fände es dort moralisch falsch.

    Wieso?

    Die Existenz von Kill Sheltern macht die Gründe die für einen Hund vom seriösen Züchter sprechen doch nicht per se irrelevant.

    Nein, das stimmt. Aber ich habe irgendwo vorher schon mal geschrieben, dass in den USA viel häufiger die hier oft vergeblich im TH gesuchten problemlosen, jungen, gesunden Hunde sitzen, und dann muss ich ehrlich sagen sind aus meiner Perspektive die Vorteile eines Rassehundes im Allgemeinen amortisiert (abgesehen halt von eigenen Zuchtgedanken oder Sportambitionen, wozu man evtl Papiere braucht, da kenn ich mich nicht gut genug aus).

    Arbeitsort wechseln ja, Stunden reduzieren ja, Beruf wechseln nein. Das hätte viel zu viele Nachteile, die über ein Hundeleben hinaus reichen.

    Einen Job machen, den ich hasse, Vollzeit? Nie wieder. Ich verbringe unter der Woche die Hälfte meiner wachen Zeit dort, das hatte ich zweimal, beide Male bin ich davon krank geworden, nie mehr. Auch nicht für Hund und Mann.

    Ich bin übrigens auch kein Workaholic und liebe meine Freizeit, Hobbies etc. Aber ja, spätestens wenn ich auf der Arbeit bin, freue ich mich jeden Tag, da zu sein.

    Ich frage nur, weil wir jetzt jemanden haben, die möchte bei der Krankenkasse eine Haushaltshilfe für 5 Tage die Woche je 8 Stunden beantragen. Junge, gesunde Frau. Alleinstehend ja, Kind entwickelt sich auch normal. Wir saßen davor und haben gedacht "8 Stunden?!WTF soll die den ganzen Tag machen?"

    Ich hab dazu auf zwei Ebenen Gedanken, vielleicht gar nicht so unbedingt zu diesem einen Fall (du scheinst ja in einer KK oder so zu arbeiten), eher allgemein für Leute, die sowas denken.

    A) Level ‚Gesundheit’ WEIẞ man, dass jemand anderes gesund ist, oder denkt man es nur, weil man die Krankheit/Behinderung nicht sieht? Damit einher geht: Ich kann nicht beurteilen, was jemand anders bewältigen/schaffen/tun kann, weil ich/mein Nachbar usw.

    B) Level ‚Ausnutzen‘ - tut sie nicht. Sie stellt einen Antrag, der wird hoffentlich vernünftig geprüft. Findet die Antrag erhaltende Stelle die Sache für berechtigt, gibts das Geld/die Mittel etc. Wenn nicht, dann nicht. System ausnutzen ist es erst, wenn jemand lügt, um etwas zu kriegen.

    Wir waren gerade in England. Wenn ich nach einem Schwerbehinderten-Rabatt gefragt hab, gabs ein fröhliches Ja klar und den entsprechenden Rabatt, fertig. Zurück in Deutschland einen HochRunter-Blick, ein „für Sie? Da muss ich aber den Ausweis sehen“ oder gar ein „Sie sind doch nicht so eingeschränkt, dass Sie das hier im Museum brauchen, oder?“