Meine Nachbarin hat sich aus ähnlichen Gründen wie du, Blubberl, einen Hund gekauft.
Verwitwet, kaum Freunde, durch Krankheit eher immobil (ne Knochensache, kein Übergewicht). Die Hoffnungen auch „mehr raus, mehr Kontakte, Gesellschaft“.
Sie hatte als einziges Kriterium ‚kleiner Hund‘ und einer ihrer Söhne hat dann Kontakt zu einer Tiervermittlung aufgenommen. Zwei Tage später hatte sie einen jungen Terrier-Mix.
Der Hund kuschelt ständig mit ihr (und kontrolliert sie), das klappt super.
Sie hatte sogar ne zeitlang eine Gassibekanntschaft, mit der sie zusammen gelaufen ist. Das hat allerdings aufgehört, weil es der Gassibekanntschaft zu langweilig wurde, immer dieselben kurzen Strecken zu gehen, ne Freundschaft ist da auch nicht draus geworden.
Und der Hund ist total nett, aber ein fürchterlicher Kläffer, weil er total unausgelastet ist. Obwohl er dieses Leben seit sechs von sieben Lebensjahren kennt, nix mit Gewöhnung.
Sie geht oft nur in den Garten (wo der Hund sich total langweilt und darum kläfft) oder mal eben kurz zur Lösewiese (8qm) gegenüber, wenn es eben mit dem Laufen nicht gut geht. Oder sie fragt, ob wir den Hund mitnehmen können, wenn wir laufen… sie liebt den Hund, keine Frage, sie ist geradezu abhängig von ihm, aber dass der Hund kreuzunglücklich ist, sieht sie gar nicht. Terrier kläffen halt, sagt sie.
Ich finde die Idee des Sharing-Hundes klasse, hatte ich im Studium quasi auch - in den Semesterferien oder an kurzen Uni-Tagen hatte ich (abwechselnd) die Hunde von vier verschiedenen Parteien bei mir, kuscheln, Gassigehen, allerlei, nur ohne jedwede Verpflichtung. Die Hunde haben mich geliebt, wir haben coole Ausflüge zusammen gemacht und wenn ich mal weg/krank war, hatten die Besitzer das zu lösen, nicht ich.
Zwei der Parteien haben mich sogar bezahlt, und auf der Hunderunde konnte ich mit dem supercool erzogenen Hund angeben, der tausend Tricks konnte 😇.
Ich weiß nichts von dir, kann auch sein, dass der Hund dein Leben umkrempelt, aber es ist halt ein Lebewesen mit Ansprüchen aus eigenem Recht, und gerade wenn du Hunde liebst, sollte der Fokus nicht sein ‚womit kann ein Hund unter Umständen klar kommen‘ sondern ‚wie wäre es für einen Hund möglichst toll‘. Ich wünsche dir alles Gute für die Entscheidung!