Beiträge von Vriff

    Da sind wir wieder beim Thema hundeerfahren.

    Ich würde mich selbst nie als hundeerfahren sehen, aber ich weiß dann doch wo's beißt und wo's scheißt.

    Und für die ganzen Hundenebenkonsequenzen reicht es sogar nur mit einem Hund in einem Haushalt gelebt zu haben. Da muss man sich nicht mal drum kümmern.

    Aber man entwickelt ein Gespür oder Verständnis für Körpersprache. Der Eine mehr, der Andere weniger. Gilt aber auch für Hundebesitzer und erschreckenderweise auch für Trainer.

    Man weiß mit welchem Dreck, Reinungs- und Pflegeaufwand zu rechnen ist.

    Man lernt eine gewisse Form von Handling und entwickelt Routinen. Und sei es nur vom Sofa schieben und Wurst aus dem Kühlschrank fallen lassen.

    Und da fallen mir noch ganz viele Kleinigkeiten und Selbstverständlichkeiten ein, die man einfach so hat ohne sich dessen vielleicht bewusst zu sein. Natürlich gibt es die Extremfälle, die ignorant und blind durchs Leben gehen und trotzdessen schwer erstaunt sind, dass so ein Tier atmet. Nur sind das hoffentlich meistens auch diejenigen die keinen Hund haben möchten.

    Das kann ich mir echt nicht vorstellen, wenn man nicht seine gesamte Jugend bewusstlos war. Ich war mit dem Hund draußen, ich musste wissen, mit welchen anderen Hunden es krachen würde. Ich musste den Hund notfalls halten können. Ich war auch mal mit dem Hund beim Tierarzt.

    Juristisch hätte man, falls was schief gegangen wär, vermutlich meine Eltern belangt statt mich, aber das waren keine Gedanken, die mir damals durch den Kopf gingen.

    Die Eltern von meinem Freund hatten Hunde, seit er acht Jahre alt war. Als er alt genug war, ist er natürlich auch mit denen Gassi gegangen und hat sich mit ihnen beschäftigt, aber er war nicht für sie und ihre Erziehung zuständig. Im Kontakt mit meinem Hund hat man dann auch gemerkt, dass er zwar Hunde kennt, aber eben nicht hundeerfahren ist. Das ist halt was ganz anderes als den Hund selbst zu erziehen und zu 100% verantwortlich zu sein.

    Früher war alles anders oder so. Und sicher war meine Mutter für Welpenerziehung verantwortlich und mein Hund, war eher "mein" Hund, aber als Hundeerfahrung würde ich das trotzdem zählen.

    Bis auf, dass "mein" Hund nicht mit in die Schule durfte hat sich da recht wenig zu unserem späteren Zusammenleben geändert und ich habe meinen Hund dann auch völlig selbstverständlich mitgenommen als ich ausgezogen bin. War ja auch mein Hund. Den Familienhund nicht, war ja auch der Familienhund und nicht meiner.

    Klar war da die echte Verantwortung nicht meine und immer jemand im Hintergrund der ein Auge auf mich hatte. Aber ganz ehrlich, gerade bei medizinischen Themen rufe ich heute noch als Erstes Mama an.

    Es würde aber niemand auf die Idee kommen, dass ich deshalb keine eigenen Erfahrungswerte habe :ka:

    Für mich gehört aber auch sich Hilfe suchen, entscheiden wer kompetent genug ist zu helfen und wissen, wann man Hilfe braucht zu Hundeerfahrung dazu. Diese Selbstreflexion fehlt mir aber oft bei "Experten".

    Nur weil man trennt heißt das doch nicht, dass man sich nicht gegenseitig unterstützt. Es trägt nur ein einzelner die Verantwortung.

    Ich finde das tatsächlich manchmal ganz nett, dass ich hemmungslos die guten Seiten der Tierhaltung mitnehmen kann, aber mir keine Gedanken über, ist genug Futter über die Feiertage da, machen muss. Genauso wie ich es wirklich schön finde beim größten Chaos die Tür hinter mir zu zumachen und jemand Anderes beseitigt es.

    D.h. ja nicht, dass man sich nicht gegenseitig unterstützt, aber man muss nicht. Mir würden die Tiere meines Partners sehr fehlen, im Falle einer Trennung, ich würde sie tatsächlich auch selbst nehmen und genau deshalb sind es seine. Ich möchte keine Beziehung führen und auch nur den Hintergedanken haben, dass mein Partner nur noch mit mir zusammen ist, weil er Angst hat, ich nehme ihm seine Katzen weg.

    Und ihm geht's ähnlich. Mein Hund ist mein Hund und bleibt mein Hund. Deshalb kann er immer, wenn er Lust hat was mit ihm machen. Er muss aber nicht, er muss sich auch keine tiefgreifenden Gedanken über darf der Hund den Pizzarand haben, machen. Und genau das sind Gründe, warum er den Hund so gern hat. Mein Partner wirkt oft wie ein emotionaler Eisklotz, weil ihm regelmäßig irgendwelche Verantwortungen untergeschoben wurden, wenn er einmal etwas übernommen hat. Aber bei klarer Trennung der Eigentumsverhältnisse passiert das eher selten.

    Ich finde das entspannter als ungeklärte Schwebezustände. Wo wahlweise niemand Entscheidungen trifft oder sich Einer übergangen fühlt, weil der Andere macht.

    Ich finde es ehrlich erschreckend, wie viele Tests mittlerweile gemacht werden. Das bedeutet für mich, dass hier doch irgendwie massive gesundheitliche Probleme in den Linien entstanden sind.

    Es ist ein gravierender Unterschied, ob die Hunde mit dem Ziel "jagdliche Eignung" züchte oder mal mit einem Hund jagen gehe. Ich erlebe es gerade bei unserem Saint Hubert, der aus einer reiner jagdliche Linie (mit LOF-Papieren) kommt.

    Du verwechselst die Möglichkeit zu testen mit der Häufigkeit von Krankheiten. Betrachte es mal andersrum, nur weil man nicht testet, sind die Hunde nicht plötzlich gesund. Aber andersrum gilt dasselbe, nur weil man testet, sind die Hunde nicht plötzlich krank.

    Ja MIV ist ein Problem, ja wir alle täten gut daran und vor jeder Fahrt zu überlegen, ob das Auto das richtige Verkehrsmittel ist und viel Wichtiger ob die Fahrt wirklich wichtig ist.

    Nein ich sehe Hundegassi nicht als Problem an. Sicher ein Punkt an dem man Sparen könnte, aber mir fallen lohnendere Punkte ein ohne Lebensqualitätseinschränkungen für vergleichsweise wenig Nutzen.

    Wenn man so lange zusammenlebt, spielt dieses ewige mein und dein keine großartige Rolle mehr.

    Hinzu kommt, die Hunde sind für uns keine Sachwerte, sondern Familienmitglieder. Sind also unsere Hunde.

    Wir hatten einmal gemeinsame Tiere und die ewigen Diskussionen über das hypothetische Sorgerecht, aber auch Erziehungsfragen oder medizinische Entscheidungen waren blöd. Einmal und nie wieder, seitdem gibt es ganz klar meine und seine Tiere.