Beiträge von Vriff

    Verkehrserziehung fängt in Deutschland schon im Kindergarten an, in der Grundschule gab es einen Fahrradkurs und das Elternhaus gibt es aus noch.

    Da muss man sich schon sehr viel Mühe geben unbeleckt in den Theorieunterricht zu gehen. Und dann schaut man sich die Durchfallquoten an, wie früher mit Ankreuzschemata dafür gelernt wurde, was später davon noch übrig ist. Man kann Menschen nicht zum lernen zwingen. Wenn sie nicht wollen, wollen sie nicht. Das heißt nicht, das sie kein Auto fahren oder keinen Hund haben wollen.

    (Kleiner beruflicher Schwenk, die größte Herausforderung besteht darin Prüfungen zu erstellen, in denen wirklich die Fähigkeiten und das Wissen abgefragt wird, das man prüfen möchte. Nahezu unmöglich und immer ein schlechter Kompromiss. Und da haben wir noch nicht über Prüfungsangst, Tagesform und ähnliche Faktoren geredet.)

    Vielleicht bin ich Deutschlands schlechteste Autofahrerin, aber ich habe Jahre gebraucht, um Geschwindigkeit und Bremsweg sicher einschätzen zu können. Bis dahin gab es so manche Situation die nur mit Glück unfallfrei blieb. Dabei gehöre ich zu den Menschen die sowohl in Physik als auch Autotheorie relativ fit ist und noch dazu eher vorsichtig als draufgängerisch. Das theoretische Wissen über Bremswege, Abstand und welche Einfluss die Bodenbeschaffenheit dabei hat, hat mir da leider überhaupt nicht geholfen.

    Als ganz frische Fahranfängerin musste ich zum Klimaanlage ein- und ausschalten stehen bleiben, weil mich fahren und Knopf drücken überfordert hat.

    Theorie ist wichtig, keine Frage, aber ersetzt niemals Erfahrung.

    Und wenn man ganz ehrlich ist, ging es wahrscheinlich jedem Fahranfänger so. Und beim Hund wird es nicht anders sein. Überblick behalten, Verhalten einschätzen, agieren, reagieren, das passiert nicht durch Wissen.

    für mich ist es einfach in Ordnung wenn Menschen Fehler machen und im echten Leben lernen. Passiert sowieso größtenteils. Und der Idiotenanteil wird nicht kleiner, wenn ich eine Prüfung davor setze. Wer nicht lernen will, dass er seinen Hund auf Parkplätzen anleinen sollte, weil der in anderer Leuts Autos springt. Der ist meistens weder lernbehindert noch fehlt es ihm an Wissen, er ist einfach ein rücksichtsloser Idiot :ka:

    Jetzt kommt bestimmt der Ruf nach noch mehr Fahrstunden. Ich hatte damals schon mehr und konnte vorher schon diese modernen Traktoren mit ihren 30 Hebeln und 50 Knöpfen fahren.

    Weiterer Aspekt viele theoretische Details bleiben unverstanden oder werden gleich wieder vergessen, wenn man keinen praktischen Bezug dazu hat. Wenn ich überlege wie oft ich so manches Fachbuch gelesen habe und wirklich jedes Mal was Neues mitgenommen habe, weil ich in der Zwischenzeit mehr Erfahrung gesammelt habe. Dann ist so ein Rundumschlag an Informationen eher überfordernd als hilfreich.

    Wenn alles so harmlos ist, dann frage ich mich warum so viele Tierheime Alarm schlagen ?

    Weil mit steigender Hundeanzahl, nicht gleichzeitig die Tierheimplätze gestiegen sind. Weil auch für Tierheime Mindestlohn, Arbeitszeitschutzgesetze und die neue GOT gelten. Weil die Kommunen immer weniger Geld haben und deshalb an den Fundtieren sparen. Weil man im Gespräch bleiben muss, um Spenden zu generieren. Weil wenn ich länger nachdenke fallen mir sicher noch mehr Gründe ein, die überhaupt Nichts mit gefährlichen Hunden zu tun haben.

    Weil die Standards in Tierheimen in den letzten Jahren massiv gestiegen sind und man Sorge hat, die nicht halten zu können. Ich finde viele Tierheime heutzutage nahezu luxuriös, wenn ich da mal so 15 Jahre zurückdenke. Sehr erfreuliche Entwicklung.

    Wenn ich mich mal außerhalb des Forums umschaue finde ich ehrlicherweise Hunde sind eine absolute Nische, was Tierschutzprobleme angeht. Wenn ich priorisieren müsste wären die ganz weit unten auf der Liste :ka: das heißt nicht, nur weil es woanders noch schlechter ausschaut ist hier alles gut. Das heißt aber, dass sich mit wesentlich geringeren Maßnahmen, ein bedeutend höherer Effekt zur Lebensqualität bei Tieren erreichen ließe als in der Hundewelt.

    So traurig Einzelschicksale sind, für mich ist das jammern auf hohem Niveau.

    Du pickst einen meiner Punkte raus und ignorierst alle Anderen.

    Ihr tut alle so, als ob jeder 10. Hund durchs Raster fallen würde. Es sind Viele, weil es eben auch verdammt viele Hunde in Deutschland gibt. Im Verhältnis sind es dann doch wenige Prozent.

    100% wird es nie geben und es ist eben die Frage, ob Prävention die immer auch an ihre Grenzen stößt, den Aufwand rechtfertigt.

    Vielleicht löst sich das VB Problem auf, wenn Hundesteuer zweckgebunden wäre und Geld da ist, damit das Veterinäramt eingreifen und Hunde beschlagnahmen kann, die es dann ja finanzieren muss.

    Auch mit mehr Prävention zahlt am Ende nicht der Verursacher. Ist bei Alkohol doch das Selbe in grün. Oder bei Verkehrsrowdys. Deshalb suche ich lieber Lösungen als zu sagen, darf nie vorkommen und wenn muss sich derjenige drum kümmern, der Schuld ist.

    Aber dann würde ich gerne mal hören, was ihr denn ändern würdet.

    Klarere Regelung was ein vernünftiger Grund ist einen Hund einzuschläfern, für den Tierarzt.

    Hundesteuer zweckgebunden zur Finanzierung staatlicher Tierheime bspw.

    Maulkorbwissen verpflichtend in die Trainerausbildung aufnehmen.

    Irgendwelche Normen wie stabil eine Leine sein muss für x kg Hund. Materialversagen kommt viel zu oft vor.

    ehrlich, sehr viele Menschen wollen gar nicht die Energie aufwenden, um sich einen Hund überhaupt anschaffen zu können.

    Ich gehöre dazu :ka:

    Ich finde allein die Vorstellung schrecklich und bevormundend für so wenig Lösung. Was kommt als Nächstes, Ernährungsberatung vor der Einkaufslizenz. Schließlich haben wir ein massives Problem mit Übergewicht und verschwendeten Lebensmitteln. Ein Riesenpotential! Und Fleisch gehört dazu, dass wäre aktiver Tierschutz ohne Zwangsveganismus spricht doch eigentlich alles dafür.

    Ja die Anzahl der Hunde würde sich verkleinern. Damit auch die Anzahl der auffälligen Hunde. Aber ob man weiterhin 0,5% auffällige Hunde hat oder nur noch 0,3% das weiß niemand. Bei so kleinen Quoten würde ich behaupten bleibt die Quote gleich.

    Es wir noch bürokratischer, noch teurer und eigentlich störe ich mich nicht an der Menge der Hunde an sich. Die will ich überhaupt nicht reduzieren.

    Für mich ist das eben reine Geldmacherei. So wie in vielen, vielen anderen Fällen auch.

    Was soll man denn da großartig lernen. Und wenn ich mir die Qualität vieler bisheriger Versuche anschauen, will ich gar nicht, dass das jeder lernen muss.

    Und man kann Menschen eben nicht zwingen, sich umsichtig und rücksichtsvoll zu verhalten.

    Ich nehme Hundehaltung aber auch ganz anders wahr. Erstaunlich oft gehen selbst die unmöglichsten Konstellationen gut. Erfreulich viele Menschen kümmern sich wirklich gut um ihre Hunde.

    Das es Probleme gibt, ist so. Aber eben in einem so geringen Prozentsatz, dass ich wirklich nicht das Bedürfnis habe da was zu regulieren.

    Dann lieber nochmal die Trainer anschauen. Da finde ich das Verhältnis hilfreich vs. sollte verboten werden, dass derjenige Geld nimmt wesentlich unglücklicher.

    Da hat jemand ein Problem, will es lösen, ist bereit Zeit, Arbeit und Geld zu investieren und gerät an Nulpen.

    Das lese ich auch wesentlich häufiger im Forum oder erlebe es in der realen Welt, als Probleme die sich durch einen Hundeführerschein hätten vermeiden lassen.

    Es sind doch nicht nur die Ersthundehalter die mit dem Verhalten ihres Hundes überfordert sind. Das kann auch beim 5. Hund passieren. Oder will man den Schein vor jeder Neuanschaffung verpflichten.

    Immer der blöde Hundeführerschein. Hat denn mal irgendwer erforscht ob es zum Beispiel in Niedersachsen weniger Abgabehunde gibt? Schließlich ist es da schon Pflicht, da müsste ja dann alles besser sein.

    Auch in NRW gibt es den 20/40 Sachkundenachweis. Und sind wir ehrlich kleine Hunde sind wenn es um ernsthafte Beißvorfälle geht doch seltener das Problem.

    Ich oute mich gerne, ich habe stumpf die Antworten auswendig gelernt, obwohl ich manche davon einfach nur falsch finde. So richtig falsch, so falsch, dass ich niemals danach handeln würde. Aber angekreuzt habe ich es.

    Und ob ich jetzt ein besserer Hundehalter bin, weil ich weiß das ein Hund 42 Zähne hat, fraglich. Habe die bei meinen eigenen Hunden noch nie gezählt. Aber war halt wichtig für den Test.

    Und wenn ich noch ehrlicher bin. Bullimielernen, ich wusste schon kurz nach dem Test 90% des Inhalts nicht mehr.

    Vorher habe ich in einem Bundesland ohne irgendeiner Nachweispflicht gelebt. Stelle keine Unterschiede fest :ka:

    Was heißt verlangt, wünschenswert. Und ich sehe schon einen Unterschied zwischen einer Einzelperson und einer hoffentlich breit aufgestellten Organisation. Und auch von einem Züchter erwarte ich ein sich kümmern, kümmern kann aber von Vermittlungshilfe bis einschläfern sehr unterschiedlich aussehen.

    Und ganz konkret. Es ging hier um im Zweifelsfall lebenslang versorgen, damit ein Hund nicht eingeschläfert werden muss. Persönlich erwarte ich das auch nicht von einem Tierheim und freue mich, dass sie es sehr oft leisten können. Muss man ja auch mal dazu sagen. Wir haben so viele dauerhaft im Tierheim lebende Hunde die echt gut versorgt werden. Gibt ja nicht nur VB.

    Puh ne, eine gewisse Mitverantwortung des Verkäufers ja sicher, aber in dieser Absolutheit, dann kann man auch gleich Hunde verbieten.

    Ich brauche da keine unrealistischen worst case Szenarien ausdenken, um zu der Erkenntnis zu kommen, das dann absolut niemand mehr, der bei klarem Verstand ist einen Hund abgibt. Man kann doch nicht für die nächsten 10 - 15 Jahre für einen Hund verantwortlich sein, dessen Eigentümer man nicht ist.

    Mein Border wurde als Welpe in ein unpassendes zu Hause verkauft. Das kann bei aller Sorgfalt passieren. Aber verkauft ist verkauft, Züchterin machtlos. (Was ich bei aller Tragik in diesem Fall gut finde.) Nach 7 Jahren kam dieser Hund bissig und verhaltensgestört zurück. Bei ihr ging das überhaupt nicht, pflegebedürftige Angehörige, Enkel mit im Haus, usw.

    Zwei Pflegestellen später in der es nicht ging war sie völlig verzweifelt und der Hund kam über Umwege zu mir. Bis zu seinem Tod hat sie Versicherung und Steuern bezahlt und bei jeder Tierarztrechnung, war die erste Frage nach, wie geht's dem Hund, soll ich zahlen?

    Klarer Fall von Ende gut, alles gut. Ausnahmslos alle anderen Hunde dieser Zucht waren übrigens super nett und unkompliziert. Und ich bin mir sehr sicher, meiner wäre es auch gewesen, wenn von Anfang an bei mir und ich bin weit weg von Hundeprofi.

    So und jetzt stelle man sich das Beispiel nicht mit einem handlichen Border, der leider gelernt hat als Schnappi und mit genug Theater komme ich aus unliebsamen Situationen raus, sondern mit einem Hund der gezielt beschädigt vor.

    Es ist doch total unrealistisch das jeder Züchter eine Zwingeranlage für den Fall der Fälle vorhält. Nicht nur seine Hunde finanzieren kann, sondern immer auch genug Puffer für dauerhafte Rückläufer hat, die Expertise mit gefährlichen Hunden zu arbeiten, usw.

    Meine Züchterin züchtet nicht mehr, weil sie das so schlimm fand.

    Und ich kenne exakt gleiche Geschichten über Jagdterrier :ka:

    ich möchte weder das Eine, noch das Andere, noch einen Mix daraus haben. Aber ich bleibe dabei, die sind sich ähnlich genug, dass ich keine Probleme erwarte, die man nicht auch bei einem reinrassigen Hund haben könnte.

    Also wer solche Hunde mag, warum nicht.