Beiträge von Vriff

    Kein Ratschlag, kein Tipp, einfach nur ein Erfahrungsbericht.

    Meine Rumänin, nie auf der Straße, immer gut versorgt, prinzipiell gute Nerven, kannte 'nur' nix.

    In der Anfangszeit war kauen und komatiöser Tiefschlaf ihre Art mit Stress umzugehen. Beim Kauen reden wir aber auch nicht von, knabbert gerne und ist auch mal mit Enthusiasmus dabei, wenn es besonders lecker ist, sondern von hirnlos schreddern, weil nix mehr geht = 1 Kauholz pro Woche und das bei maximal 15 eher 10 Minuten am Tag.

    Bis man ihr so was zur freien Verfügung anbieten konnte hat es Wochen gedauert. Bis sie es nicht mehr als Stressbewältigungsmechanismus gebraucht hat locker ein Jahr.

    Heute kaut sie immer noch gern, sie zerfetzt auch mal was aus dem Papierkorb. Das Verhalten ist aber nicht vergleichbar mit damals. Und wenn sie doch mal ins Schreddern kippt ist das ein untrügliches Zeichen, dass es an diesem Tag zu viel war.

    Spaziergänge im klassischen Sinne waren die ersten Monate undenkbar. Danach kam eine lange Phase wo sie das 1x am Tag gemeistert hat, aber bitte nicht jeden Tag. Wir haben uns ganz langsam gesteigert von 2 Tage hintereinander bis zum nächsten Pausentag den sie zum verarbeiten brauchte bis hin zu 4-5 Tage hintereinander.

    Mehrmals am Tag, keine Chance ohne sie zu überfordern.

    Um den Bewegungsmangel auszugleichen haben wir relativ früh mit Rad fahren angefangen. Lockerer Dauertrab hat ihr geholfen. Dann aber Rad statt Spaziergang.

    Der Hund ist 2 1/2 stand heute: ich muss mir keine Gedanken mehr machen, was wir gestern gemacht haben, um zu entscheiden, was wir heute tun. Wir können auch mal mehrere Runden am Tag drehen und doofe, schwierige, schlimme Situationen werden gemeistert ohne nennenswerte Folgen.

    Für mich ist dieser Hund ganz normal. Aber sie ist hinterher. Erst Welt und Psyche verarbeiten, dann ganz normale Junghundeentwicklung und wieder von vorn. Gefühlt erarbeiten wir uns alles doppelt.

    Merkt man ganz deutlich an so Sachen wie spielen. Hat ewig gedauert bis sie entspannt genug für so was war. Sie ist jetzt viel alberner und lustiger als als Junghund. Ein Welpe vom Züchter macht das spätestens am dritten Tag sonst würde ich mir Sorgen machen.

    Um mal was Positives zu sagen. Der Hund ist irre resilent und anpassungsfähig. Auch wenn sich das nicht so liest, unkomplizierter im Alltag könnte ein Hund nicht sein. Impulskontrolle, Frustrationstoleranz, gesellschaftskonformes Verhalten bei Hundebegegnungen, gab es alles per Werkseinstellung geliefert. Und auch Leinenführigkeit ist voll ihr Ding, da brauchte es nur ganz wenig, um ihr das Konzept zu verkaufen.

    Und für mehr Realität im Internet. Anfangs stand ich ganz oft ratlos neben meinem Hund und wusste nicht, warum sie tut was sie tut und wie ich da jetzt am Besten drauf reagiere.

    Hundeerfahrung ist gut und schön, wenn man aber so wie ich von einem Extrem in eine gänzlich andere Welt eintaucht hilft die auch nicht. Humor, Geduld, Offenheit für Neues und ganz, ganz viel Akzeptanz aber schon.

    lso jetzt knallt es immer noch bei euch?

    Leipzig ist tatsächlich krass. Ich bin letztes Jahr Ende Februar aus Leipzig weggezogen, da wurde immer noch täglich geknallt.

    Hier ist es inzwischen das übliche Roulette. Eigentlich böllert es nicht mehr, aber es ist jederzeit damit zu rechnen. Gestern ging zum Beispiel eine einzelne Rakete hoch. Dann kann es gut sein, dass mal wieder 2-3 Wochen Pause ist und dann knallt jemand weil er Geburtstag hat. Dann ist schon fast wieder Sommer, da sind offizielle Feuerwerke üblich.

    Ich muss aber dazu sagen, dass ich BC-erfahrene Hände hatte ... das hat es deutlich vereinfacht.

    Ist ja egal. Hauptsache es hat funktioniert.

    Ich hätte zum Beispiel nie gedacht, dass das mal ein Problem wird. Lebe ja nicht alleine, zwei Nachbarn die jederzeit einspringen, meine eigene Familie und Zack alle aus irgendeinem Grund, geht es nicht.

    Meine Betreuung ist 500km weit weg. Kein Problem, wenn geplant. Aber eine Eigenschaft von Notfall ist eben, das jetzt sofort und auf der Stelle.

    Dir erstmal gute Besserung.

    Hat es problemlos gemeistert.

    Gutes Hundekind.


    Ich bin sehr froh, dass meine Hunde so offen mit anderen Menschen sind.

    Auf jeden Fall. Hier ist, im Notfall, ein echtes Problem. Und ich bete, dass es keinen Notnotfall gibt, damit man noch irgendwie organisieren kann.

    In diesem Punkt war mein Blümchenborder definitiv bedeutend unkomplizierter zu händeln. Da gab es zwar eine Gebrauchsanleitung wie er zu händeln ist, aber da konnte man jeden in die Wohnung schicken und nur betreuen war auch kein Thema.

    Der Babyhund ist bei Weitem einfacher, aber es gibt nur wenige Menschen denen ich sie in die Hand drücken kann und noch viel weniger die das passende Umfeld dazu haben. Das dann noch kombiniert mit kann schlecht alleine bleiben ist ungünstig.

    Ist eins dieser unsichtbaren Probleme an denen wir arbeiten, auch wenn ich es so gern wegignorieren würde, weil es im Alltag einfach egal ist.

    Wo soll man denn mit einem "schwierigen" Hund Urlaub machen, wenn nicht im Hundehotel?

    Mal unabhängig von Forum vs. Realität. Wenn ich mir anschaue, was in der echten Welt als "normal" für Hunde gilt, würde ich mir beim gemeinen Forenhund der eben nicht perfekt ist so gar keine Gedanken machen.

    Gerade Bellen gehört doch für Viele zu Hunden dazu :ka: jeden Hundeplatz hört man von Weitem, aus Gärten schallt es, in Handtaschen kläfft es :ka:

    Mich nervt so was, ich mag es nicht, Lärm wäre der Grund für mich Hundeirgendwas zu meiden. Aber wenn ich einen lauten Hund hätte, würde ich genau dahin fahren.

    Und wo genau ist der Punkt, an dem das an langer Leine oder eben Flexi scheitert?

    Genau dafür sind sie doch da.

    Sie schränken den Radius ein, sollen sie auch. Sie verhindern weglaufen, sollen sie auch.

    Aber sonst :ka: Hund kann stehen bleiben, schnüffeln und wieder auftraben. Hund kann pendeln. Hund kann Bocksprünge machen. Hund kann die Beine strecken und eine Runde rennen.

    Erziehung hat zumindest bei mir den selben Effekt in grün und schränkt die Bewegungsfreiheit meiner Hunde definitiv ein. Die Freiheit ist größer als an kurzer Leine mit Maulkorb, deshalb betreibt man den Aufwand ja, aber frei frei sind sie nie. Das ganze Leben meiner Hunde besteht aus Einschränkungen und Verboten. Meins übrigens auch :ka:

    Zurück zu den Hundebegnungen. Solange der eigene Hund gesichert ist, ist es einfach ganz egal wie sehr er provosziert, ausschaut, oder sonst irgendwas, er hat nicht angegriffen zu werden.

    Natürlich. Aber selbst unter den industriellen Herstellern sind nicht alle ohne Herz.

    Da finde ich den Vorwurf einfach hart, da könnte man genauso sagen, wir zahlen mit unseren Steuergeldern Menschen die so was entscheiden, wir sind verantwortlich.

    Ja in Deutschland steht Lebensmittelhygiene über Allem. Aber gerade was Hofschlachtungen angeht bin ich mir sehr sicher, dass sich viele Tierhalter andere Gesetze wünschen würden.