Ich finde, Qualzucht gründet sich nicht nur auf das Vorhandensein von Qualzuchtmerkmalen bzw. grundsätzlich Leid oder Krankheiten verursachenden Faktoren, sondern zu einem großen Teil auf den Umgang mit diesen Faktoren.
Mal angenommen, Frenchie-Züchter wussten nicht, dass extreme Brachyzephalie Leid verursacht, und hätten anlässlich der ersten Studien in der Richtung das Ruder rum gerissen und würden sich jetzt auf eine Verbesserung fokussieren. Dann ist das für mich weniger verwerflich und irgendwie auch weniger "qualzüchterisch", als den Mist, den sie tatsächlich fabrizieren.
Im Gegensatz dazu empfinde ich MDR1 nicht direkt als Qualzucht, weil das Merkmal selber immer noch ein gesundes, unbeschwertes Leben ermöglichen kann (also... so lange wie der Hund nicht zufälligerweise ein "verbotenes" Medikament braucht), aber den Umgang damit von den Clubs empfinde ich als fragwürdig und, wäre das Merkmal dauerhaft Leid verursachend für den Hund, auch definitiv "qualzüchterisch"