Tag 15 - Endlich eine 8 von 10
Was wir am Abend noch nicht gesehen hatten wurde am Morgen sichtbar : Der EV6 geht direkt bei unserem Hotel vorbei!
Also nach dem Frühstück um 9 Uhr, vorher gab es nichts, erst einmal ins Zimmer zurück, GPS, Google Maps und sämtliche Ergebnisse zum Thema Eurovelo Route miteinander verglichen, x verschiedene Ergebnisse bekommen und dann beschlossen, dass wir am heutigen Tag einfach nur stumpf den Schildern folgen würden, das wäre zwar abseits des Tracks, welchen ich auf meinen sämtlichen Endgeräten gespeichert hatte, aber wer nicht wagt der nicht gewinnt.
Und wir wir gewonnen haben! Es war heute tatsächlich der erste Tag, an dem ich nur einmal schnell gezwungen war das Rad mit Hund zu schieben, ausserdem super Wetter, die Beschilderung war idiotensicher und bis auf ein kurzes Stück vor Rheinfelden war alles entweder geteerter Radweg oder Landstraße.
Gefahren sind wir auf der Schweizer Seite des Rheins, durch so witzige Käffer wie Mumpf oder Eiken, Franzi hat mir für 11km ihr Rad überlassen (habe mir kurz überlegt, ob ich einfach rechts abbiegen und mit ihrem Rad und ohne Kenai weiter bis zum Atlantik fahren soll, dann aber doch entschieden, dass ich die kurze Zeit einfach als Kurzurlaub geniesse um danach wieder auf mein Rad zu steigen) und wir kommen heute so unfassbar viel schneller und besser voran dass wir die Hälfte der Strecke uns selber beweihräuchern und beglückwünschen.
Ich persönlich gebe den gestrigen Tag von der Begebenheit der Strecke her eine 3, der heutige Tag bekommt auf jeden Fall eine verdammt gute 8!
Wir fahren bis Rheinfelden wo Franzi um 15.26 Uhr in den Zug zurück in Richtung Zürich steigt und ich wieder alleine mit Podcast auf den Ohren bin. Stimmt nicht ganz, Podcast Addict zickt in der Schweiz herum, zum Glück habe ich mir im Vorfeld bereits über Bookbeat Hörbücher gedownloadet und greife nun auf diese zurück um mich über das kurz aufpoppende Gefühlt der Einsamkeit zu retten.
Echt jetzt, also wenn dieses Jahr, mehr als im letzten Jahr, etwas fehlt, dann soziale Kontakte und Gespräche, die über den üblichen Radler Small Talk wie "wohin willst du? " und "müsste der Hund nicht eigentlich ziehen?" gehen. Ich lasse mich den ganzen Tag durch Podcasts berieseln, lese in den Pausen und am Abend ein Buch nach dem anderen und habe meine Interaktionen mit Kenai, aber ich sehe schon, dass mein Freundskreis nach meiner Rückkehr herhalten muss um meinen Rückstau an Kontakt, tieferen Gesprächen und Austausch aufzuarbeiten.
In Rheinfelden ist es nicht weit bis zu meinem Track, genauer gesagt einmal über den Rhein und zack, bin ich auf dem EV15. Ich bin mir wirklich sehr sicher, dass sich auf diesem Teil der Strecke der EV15 und der EV6 die gleiche Route teilen und nur einer angeschrieben ist, genauer kontrollieren kann ich das aber erst, wenn ich wieder online bin.
Ich fahre weiter, schaue mich nach einer Schlafgelegenheit um, unbedingt etwas mit einem Dach, das Internet hat Regen vorhergesagt und bin schon kurz davor mich bei einem Aldi vor den Eingang zu legen weil sich nichts passendes findet.
Zuletzt wird es wieder ein Sportplatz, ein riesen Gelände an der Straße mit Schranke, mehren Plätzen für alle möglichen Sportarten und einer größeren Garage in der ich mich zwischen Reifen und Mähern nieder lasse, nicht der geilste Ort zum schlafen, aber sollte es regnen bleiben wir auf jeden Fall trocken.