Sie knurrt...

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  • Hallo ihr Lieben,

    dass meine Novia eine recht ängstliche und sehr schüchterne Hündin ist, weiß ich ja. Bei den ihr bekannten Personen (meine Eltern, mein Freund, ich...) ist sie mittlerweile sehr gelassen.
    Nur manchmal gibt es Situationen, in denen sie unsicher ist bzw. ich ihr Verhalten recht schwer deuten kann.

    Beispiel: Kommt mein Vater nach Hause, stellt Novia sich vor ihn oder bleibt auf ihrem Platz liegen und knurrt ihn an, jedoch ohne dabei die Zähne zu zeigen. Vorhin rief mich mein Vater an und erzählte mir, dass sie heut morgen, als er aufgestanden ist, knurrend und Zähne zeigend vor ihm stand. Ich habe schon vermutet, dass sie explizit Angst vor Männern hat, da sie meinen Freund am ersten Tag bei uns auch angeknurrt hat. Aber vor ein paar Tagen hat sie die gleiche Aktion bei meiner Mutter gebracht, als diese aus dem Bad kam. :schockiert:

    Kraulen lässt sie sich trotzdem gern von allen, sie zeigt keinerlei Scheu mehr und geht auch gern mal mit meinen Eltern raus. An sich ist sie ein totaler Engel, aber da bin ich ratlos!

    Wie ist dieses Verhalten zu deuten? Sollte ich es auf evt. schlechte Erfahrungen in der Vergangenheit "schieben"? Was würdet ihr tun?

  • schau mal hier:
    Sie knurrt...

  • Worauf es zurückzuführen ist, ist nicht mehr nachzuvoll ziehen.

    Ich würde das Knurren anclickern. Damit holst Du es aus dem "ich knurr weil meine Emotion das so vorsieht" raus und es wird operant, sprich, sie knurrt, weil es Kekse dafür gibt, baust noch ein wort davor und schon ist es ein schöner hundetrick.
    nebenbei wird der grund, warum sie knurrt mit schönen erlabnissen (Kekse) verknüpft und deshalb geht der Grund zu knurren verloren.
    Doppelwopperbonus...

  • Hallo,

    sorry, aber ich finde es nicht gut wenn man dem Hund das Knurren anclickert. Wenn jemand keine Ahnung hat, dann kann man das ganz schnell mal falsch deuten.

    Ich kenne da einige die das gemacht haben und es nie wieder tun würden.
    Ab und an weiss man nämlich dann gar nicht mehr warum der Hund knurrt.

    Ist aber nur meine Meinung.

    Lieber würde ich an der Ursache arbeiten.
    Wenn ich da unsicher wäre, dann würde ich zu einem Trainer gehen, oder mir einen kommen lassen.

    Liebe Grüße

    Steffi

  • Hallo Mrs. Sweet,
    es wird schon so sein, dass Eure Hündin diese Problematik aus ihrer Vergangenheit mitgebracht hat. Aber, was auch immer sie erlebt hat, JETZT ist sie in Sicherheit.

    So wie Du es schreibst, ist sie ja ein sehr unsicheres Hundemädchen. Dass sie im Normalfall mittlerweile mit Euch allen ganz gut klar kommt, ist ja schon ein gutes Zeichen. Nun kann es aber sein, dass in den Momenten, in denen sie jetzt noch knurrt, die betreffenden Menschen sich aus Hundesicht "bedrohlich" verhalten haben. Das können ganz "popelige" Dinge sein: Gegenstände in der Hand, ein handtuch um die Haare gewickelt, ein Hut auf, ein dunkler Mantel an. Die Personen können sich auch in irgendeiner Form auf die Hündin zubewegt haben, die sie als bedrohlich empfunden hat - wenn jemand zu Tür rein kommt und seine Jacke aufhängen will und dabei am Hundeplatz vorbeimuss, nur als erfundenes Beispiel. Oder beim sie Streicheln wollen frontal auf sie zugehen, sich runterbeugen und dann Streicheln.... Das ist für solch einen Hund mit Vergangenheit einfach "zuviel". Normale Hunde lernen irgendwann, dass Menschen sich halt manchmal nicht an den Hunde-Knigge halten - vorbelastete Hunde brauchen wesentlich länger und mehr Hilfestellung dazu.

    Versucht doch mal als Familie herauszufinden, wie genau die Situationen ausgesehen haben, in denen das Knurren aufgetreten ist.

    Ganz wichtig ist: Das Knurren niemals bestrafen, so erzieht man sich nur einen Hund, dem ein wichtiges Kommunikationsmittel genommen wurde und der dann zukünftig in Bedrängnis eine Stufe überspringt und gleich zubeißt.

    Wertet das Knurren nicht als Bedrohung, sondern als Ausdruck des "Ich fühle mich bedrängt und weiß nicht mehr weiter".

    Vielleicht hast Du Lust, uns mal im Angsthund-Thread zu besuchen:
    https://www.dogforum.de/ftopic92533.html

    Eure ängstlich-unsichere Hündin braucht einfach noch ein wenig Hilfe, um mehr Selbstvertrauen zu bekommen. Wichtig ist, dass man als HH nicht versehentlich Ängste durch eigenes - nur allzu menschliches - Fehlverhalten bestärkt (das typische Trösten oder Sätze wie "Der tut Dir doch gar nichts" die der Hund nicht versteht, aber aus dem Tonfall raushört, dass er Recht hat, Angst zu haben), deshalb ist ein Hundetrainer möglichst gleich am Anfang eine gute Idee, weniger für den Hund direkt, als für die HH, die lernen müssen, wie man einem ängstlichen Hund Sicherheit vermittelt, weil das eben gänzlich anders läuft als bei uns Menschen.

    Ihr habt in der recht kurzen Zeit ja schon einiges erreicht, der Rest kommt noch!

    LG, Chris

    Edit: Als "Notfallmaßnahme", wenn Eure Hündin durch irgendwas ins Knurren gerutscht ist, kann man, allen Dominanz-Rudelführer-und all sowas-Theorien zum Trotz, es dem Hund in diesem Moment leichter machen, indem man sich ein wenig seitlich dreht, sich kleiner macht, indem man die Schultern und Kopf in sich zusammensacken läßt und eine aus orthopädicher Sicht schlechte Haltung einnimmt und dabei herzhaft GÄHNT. Das signalisiert dem Hund in diesem Moment, dass man wahrgenommen hat, ihm zu sehr "auf die Pelle gerückt zu sein" und ist aus hündischer Sicht das Äquivalent zum "Ich tu Dir doch gar nichts". Das sollte aber eine Notfallmassnahme bleiben, besser ist es, den Hund gar nicht in solche Situationen zu bringen.

  • Zitat

    Hallo,

    sorry, aber ich finde es nicht gut wenn man dem Hund das Knurren anclickert. Wenn jemand keine Ahnung hat, dann kann man das ganz schnell mal falsch deuten.

    Ich kenne da einige die das gemacht haben und es nie wieder tun würden.
    Ab und an weiss man nämlich dann gar nicht mehr warum der Hund knurrt.

    Ist aber nur meine Meinung.

    Lieber würde ich an der Ursache arbeiten.

    genau das mache ich.
    Durch den Click und die Bestärkung wird DIE URSACHE des Knurrens mit einem Positiven Gefühl verknüpft.

    Beispiel:
    Der Hund findet Männer beängstigend. Wenn er einen sieht wird er unruhig, wenn der man zu nahe kommt, knurrt er und kommt der Trottel noch näher wird abgeschnappt oder gebissen, aua.
    SCHÖNER wäre, man würde die frühesten Anzeichen des Hundes erkennen und bei denen beginnen zu arbeiten, aber das können viele noch nicht erkennen, und merken erst beim knurren, dass wieder was nicht in ordnung ist.
    An der Stelle hat man dann zwei Möglichkeiten: man rettet, was zu retten ist und clickt das Knurren an, oder manvergibt die Traingswgelegenheit ganz, und damit ist niemandem geholfen.


    Da gibt es ausserdem auch nichts, was man falsch deuten könnte. Der Hund knurrt, das kann jeder erkennen.
    Das einzige was immer noch falsch gedeutet wird ist, dass man "Knurren mit Leckerchen" bestärken könne.
    Ja, das kann man, aber das ist nicht der Punkt. Wenn das Knurren für "mich ängstig, dass du näher kommst" steht, sprich der Hund knurrt, weil er mehr Distanz braucht, bekommt er durch den Click zwei Infos.
    1. ich (Mensch) hab Dein Knurren gehört - Du mußt also nicht eskalieren.
    2. ich (Mensch) will Dir nix schlimmes sondern dir nur einen Keks zu werfen.

    Natürlich kann es sein, dass der Hund irgendwann anfängt zu knurren, weil er einen Keks will - juchuu! Ziel erreicht. naja, nicht ganz denn dann muß das Knurren noch auf ein anderes Signal gesetzt werden - oder man ignoriert es, denn DANN knurrt der Hund aus einer anderen motivtion heraus, und diese unterschiedliche motivation ist seh deutlich von der Ursprünglichen zu unterscheiden - ungefähr so deutlich wie man ein ernstgemeintes Zähnefleschten mit starrem Gesichtsausdruck, steifer körperhaltung und Fixierendem Blick, von einem Hundelächeln unterscheiden kann, wo hinten der ganze hund wackelt und die Augen weich sind und zwinkern.
    es ist "ohrenscheinlich" das gleiche Verhalten (knurren) aber die zugrunde liegende Emotion ist eine ganz andere, weil der Auslöser (der bööööse Mann) mit clicks und Keksen verknüpft wurde.

    Nachzulesen bei dem guten alten herrn Pavlov vor fast hundert Jahren. Peinlich aber war, das das an Hundetrainern immer noch größtenteils vorbei geht.


    Zitat


    Wenn ich da unsicher wäre, dann würde ich zu einem Trainer gehen, oder mir einen kommen lassen.

    Liebe Grüße

    Steffi

    Ja, das würde ich auch. Das Problem ist, einen zu finden, der Verhaltenstechnisch nicht mehr im Mittelalter und da womöglich mit Bestrafung ran geht.

    Mein Hund hat ein Loch in der Nase, verpasst bekommen von einem JRT, der für Knurren bestraft wurde. Der hat nicht gedroht, nicht geknurrt, mein Hund hat keine Wahrnung gesehen, und bums hing das Vieh an seiner Nase und hat auch noch geschüttelt.
    Den JRT (ein regelmäßiger Gasthund) einige zeit nur mit Maulkorb zu anderen Hunden gelassen, und "näher kommen von anderen Hunden" geclickert - da ich die anderen Hunde nicht unter Kontrolle hatte, weil deren Halter ihre netten Tierchen ja nicht zurückrufen könne, weil die ja "nix tun", sind die netten Tierchen gelegentlich viel zu dicht rangekommen, nach Meinung des JRTs - und DANN ging beißen nicht und dann hat JRT gebellt und geknurrt, das haben sowohl ich (mit Clicks und Keksen) als auch die anderen Hunde bestärkt (mit ausweichen/weggehen) und schon habe ich einen JRT, der knurrt juchuuu und nicht mehr gleich reinbeißt und schüttelt...
    Der Gute Hund bekommt Fressen bei mir nur, wenn andere Hunde in seiner Nähe sind - die besten Sachen natürlich, wenns nicht knurrt. Aber glaub mir, ich bin extrem glücklich, wenn dieses kleine Terrorstück knurrt. Dann können andere Hunde nämlich rechtzeitig entsprechend reagieren...

  • Hi nochmal,

    ich sag ja auch gar nicht, dass es nie nicht funktioniert. Du wirst mir aber recht geben, dass man es auch falsch bestärken kann wenn man nicht viel Ahnung hat.

    Bestärke ich ein Knurren, welches nicht auf Angst basiert falsch, dann bestärke ich den Hund für etwas was ich unterbinden, beziehungsweise umleiten sollte.

    Wenn mein Hund einen Menschen anknurrt, dann bestärke ich nicht das Knurren, sondern das "weggehen" oder hinter mich gehen.
    Das kann ich sehr gut indem ich ihm sage, dass es ok ist und ihn zu mir an die Seite oder hinter mich dirigiere.

    In diesem Beispiel würde ich mir als Vater einen Futterbeutel an den Gürtel hängen und dem Hund, wann immer ich ihm begegne, ein Leckerli zuwerfen. Ansonsten würde ich ihn mehr oder weniger Ignorien.

    Auch sollte der Vater den Hund füttern, am besten noch aus der Hand.

    Anscheinend ist die Hündin noch unsicher und bekommt Angst wenn jemand auf sie zugeht, oder in einen Raum kommt und auf sie trifft.

    Das kann man auch wunderbar mit Leckerlis zum Positiven verändern. Hier kann ich wenig falsch bestärken, da der Hund ja einfach schon ein Leckerli geworfen bekommt wenn der Mensch in sein Blickfeld kommt.

    Liebe Grüße

    Steffi

    PS: die Clickern gut findet und auch gerne clickert.

  • In ganz seltenen Fällen knurrt ein Hund wenn er sich freut.

    Habe das einmal bei einem Pumi erlebt. Kenne auch einen Puli der
    knurrt wenn man ihn knuddelt, das ist aber absolut nicht böse gemeint.

  • Zitat

    Hi nochmal,

    ich sag ja auch gar nicht, dass es nie nicht funktioniert. Du wirst mir aber recht geben, dass man es auch falsch bestärken kann wenn man nicht viel Ahnung hat.

    nein, werd nicht NICHT

    Zitat

    Bestärke ich ein Knurren, welches nicht auf Angst basiert falsch, dann bestärke ich den Hund für etwas was ich unterbinden, beziehungsweise umleiten sollte.

    Es ist zimlich egal, warum der Hund knurrt.
    Wenn die Emotion, warum er knurrt mit Leckerchen (oder anderen netten Sachen) verknüpft wird VERÄNDERT SICH DIE EMOTION, die der Rei ursprünglich ausgelöst hat.
    Du kannst mit einem Leckerchen den Hund nicht ängstlicher oder wütender machen...


    Zitat

    Wenn mein Hund einen Menschen anknurrt, dann bestärke ich nicht das Knurren, sondern das "weggehen" oder hinter mich gehen.
    Das kann ich sehr gut indem ich ihm sage, dass es ok ist und ihn zu mir an die Seite oder hinter mich dirigiere.

    Und wieso ist das was anderes? Du hängst nur noch einen "operanten" Teil dazwischen.
    Wenn der Hund knurrt, weil er "das Ding" weghaben will, und das Ding sich tatsächlich entfernt (alternativ, der Hund sich entfernt) bestärkst du das knurren - denn der Abstand zum Auslösereiz vergrößert sich - das erüllt den Tatbestand der negatiben Bestärkung. An der Emotion, die der Hund zum Auslöser hat, hast du so aber nichts verändert.
    Doppelt verloren sozusagen, Grund zum knurren immer noch da, knurren negativ bestärkt...


    Zitat


    In diesem Beispiel würde ich mir als Vater einen Futterbeutel an den Gürtel hängen und dem Hund, wann immer ich ihm begegne, ein Leckerli zuwerfen. Ansonsten würde ich ihn mehr oder weniger Ignorien.

    Auch sollte der Vater den Hund füttern, am besten noch aus der Hand.

    Ja, genau, das tät ich auch - denn was willst Du hier verändern? Die Einstellung des Hundes zum Papa.
    Ich sag ja nicht das man darauf warten SOLL, bis der Hund knurrt, natürlich sollte man es eigentlich nicht so weit kommen lassen. Aber ich hör doch nicht auf, dem Hund zu sagen, dass Papa nicht gefährlich ist, nur weil er mir gerade mit grrrrr sagt, dass er ihn gefährlich findet.


    Zitat


    Das kann man auch wunderbar mit Leckerlis zum Positiven verändern. Hier kann ich wenig falsch bestärken, da der Hund ja einfach schon ein Leckerli geworfen bekommt wenn der Mensch in sein Blickfeld kommt.


    Genau. Man kann sogar gar nicht falsch bestärken ;) Negative Emotionen (angst, wut...) kann man mit Keksen nicht "bestärken".

  • Vielen Dank für eure Antworten!
    Ihr habt mir wirklich weitergeholfen.

    Das Knurren möchte ich nicht beklickern - zumindest nicht als erste Option. Lieber möchte ich weiter nach der Ursache forschen bzw. mit Novia an ihrer "Angst" arbeiten, da diese völlig unbegründet ist. Hier bei uns ist sie sicher und ihr wird nichts geschehen, doch bis die das vollends verstanden hat, wird es wohl noch einige Zeit brauchen.
    Ich werde ihr noch ein paar Tage/Wochen Zeit zum intensiveren Einleben in unserer Familie geben, vielleicht gibt es sich ja auch damit. Jedoch stehe ich bereits mit einer Hundetrainerin in Kontakt, welche sich mit Problemhunden befasst.

    So, und nun schaue ich mal im Angsthund-Tread vorbei, vielen Dank für den Tip!

    Edit: Mein Vater füttert sie bereits oft aus der Hand und auch sobald er nach Hause kommt, hat er ein Leckerchen für sie. Gestern ließ sie sich sogar intensiv beschmusen. Und trotzdem wurde heut Morgen gebellt/-knurrt, als mein Dad aus dem Schlafzimmer kam.

    Übrigens hatte mein Freund vor 2 Tagen (männlichen) Besuch. Person 1 wurde angeknurrt und -gebellt, Person 2 wurde beäugt, war jedoch nicht weiter wichtig.

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